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Samstag, 26. Dezember 2015

Der heil. Erzmärtyrer Stephanus – die Juden verfolgen die Kirche Christi

Unten sind Auszüge aus einem guten Buch über Biblische Geschichte, worin die Umstände der Verfolgung und Tötung des heil. Erzmärtyrers Stephanus durch die damaligen verstockten Juden beleuchtet wird. 
Seine Tötung war der Auftakt zu allgemeiner blutiger Verfolgung der Christen (Apg. 8, 1-25), an der u. a.  der Pharisäer Saulus (der spätere bekehrte heil. Paulus) im Auftrag des Hohen Rates maßgeblich beteiligt war.

Das Buch wurde zu einer Zeit veröffentlicht, als das American Jewish Commitee (AJC) noch nicht in der katholischen Kirche mitredete und gibt daher die historisch korrekte Antwort auf die Frage: "Wer verfolgte wen?"

Besonders interessant sind die Erklärungen in den Fußnoten dazu ab 7.

Nach heutiger schwer vom AJC beeinflusster Lesart waren und sind es angeblich nur Christen, die Juden verfolgten, niemals umgekehrt. 
Dass das nicht ganz stimmen kann, zeigen einem schon die aktuellen Ereignisse (s. u.)

Während vor dem Tod des heil. Erz – oder Erstlingsmärtyrers Stephanus eine Zahl von Juden den göttlichen Heiland als den ihnen verheißenen Messias anerkannt hatte, blieb der Großteil verstockt, weil er von der Sekte der Pharisäer, die sich damals des jüdischen Lehramtes bemächtigt hatten und die einen politisch mächtigen Messias erwarteten, in die Irre geführt worden waren. 

Im Talmud, dem zentralen Text des rabbinischen Judentums wird dieser Irrtum, dass der Messias noch zu erwarten ist, bis heute festgehalten.

Sogar Wikipedia weiß, dass jüdische Rabbis Nachfolger der Pharisäer sind und dass das heutige rabbinische Judentum – es gibt kein anderes – eine Fortschreibung des damaligen Pharisäertums ist, das keinen Messias mit einem „Reich nicht von dieser Welt“ wollte.

Zu Recht sagte der große, hoch gebildete Konvertit aus dem Judentum Paul David Drach, der selber einst Rabbiner war, dass die Juden die Bibel nur durch die Auslegung des Talmud lesen, der eine Sammlung pharisäischer Überlieferungen ist und der Talmud so zu ihrer Augenbinde wird, die sie hindert, den göttlichen Heiland Jesus Christus als den ihren Vätern verheißenen Messias zu erkennen.

Ganz aktuell kommt von dem bekannten orthodoxen Juden Benzi Gopstein der neueste Betrag zum seit dem II. Vatikanum eifrig betriebenen „jüdisch-christlichen Dialog“: 

Christen sind bedrohliche Vampire und Weihnachten hat im Heiligen Land nichts zu suchen, aus dem Christen daher vertrieben werden sollten, denn durch Missionsarbeit verbreiten sie spirituelles Gift. Man müsse die Vampire hinauswerfen, bevor sie wieder das Blut der Juden trinken, hat er in diesem Dezember gesagt.
Quelle: http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.693132

Sein Aufruf kommt zu einer Zeit, in der es ohnehin kaum noch Christen im Judenstaat Israel gibt, ganze 2% der Bevölkerung machen sie noch aus.

Schon im August 2015 hatte Benzi Gopstein das Abbrennen von Kirchen mit Verweis auf den berühmten Systematisierer talmud-jüdischen Rechts, Maimonides, und dessen Gebot, Götzendienst zu zerstören, gerechtfertigt. 


Mehr über jüdische Angriffe der letzten Jahre auf katholische Kirchen und Klöster im Heiligen Land und Hindernisse bei deren Wiederherstellung gibt es hier.


Alle Auszüge unten stammen aus diesem Buch. (zum Vergrößern anklicken)








Fußnoten dazu:







Dienstag, 10. Februar 2015

Wer ist ein "Märtyrer des II. Vatikanischen Konzils"? oder: Die Seligsprechung Oscar Romeros

Kürzlich las ich mal wieder, was die ultraprogressiven, immer bestens informierten „Katholiken“ in Amerika so schreiben und wie sie das Zeitgeschehen erklären. Dabei erfuhr ich, dass es jetzt "Märtyrer des II. Vatikanischen Konzils" gibt. Ich dachte ja, mich könne so leicht nichts mehr in Erstaunen versetzen, was die Progressiven so treiben, aber diesmal war ich doch erstaunt.

Als mein Sohn nach Hause kam, fragte ich ihn: „Was ist ein Märtyrer des II. Vatikanischen Konzils? Die gibt es nämlich jetzt.“


Darauf sagte er augenzwinkernd: „Das sind alle die treuen Katholiken, die in den letzten 50 Jahren durchgehalten haben und noch immer nicht den echten katholischen Glauben verloren haben!“

Leider ist das nicht die Definition der Progressiven, die schon seit Jahrzehnten die Marschrichtung in der Kirche angeben, denn für das grausame Leiden der traditionstreuen Katholiken interessieren sich die Progressiven nicht, denn sie fallen nicht in ihre Kategorie „am Rande der Gesellschaft“ oder „poor“, „arm“ und diesen muss man auch keine „justice“, „Gerechtigkeit“ wiederfahren lassen und man muss mit ihnen keine „solidarity“, Solidarität“ üben. 

Im Gegenteil, die dem unveränderlichen Glauben auch in Taten weiterhin treuen Katholiken bekommen allerlei Schimpfworte von den sonst so "barmherzigen" Progressiven gesagt und bestenfalls den Stempel „rückwärtsgewandt“ aufgedrückt.

Der besagte „Märtyrer des II. Vatikanischen Konzils“ in den Augen der Progressiven ist Oscar Romero, der in El Salvador Erzbischof war und dessen Seligsprechungsverfahren von Papst Benedikt und Papst Franziskus aus der scheinbaren Versenkung gehoben wurde. 

Warum war das Seligsprechungsverfahren Romeros in der scheinbaren Versenkung? 

Weil "Kilos von Briefen" im Vatikan ankamen, während seiner Zeit als Erzbischof von 1977 bis 1980 ", die ihn als „politisch“ und als Befreiungstheologe beschuldigten. Außerdem habe es Anschuldigungen geben, er habe "doktrinelle Irrtümer" in Homilien und Reden verbreitet.
Da habe es Zeit gebraucht, "ebenso viele Unterlagen im Vatikan zu sammeln, die das Gegenteil bestätigten", nämlich, dass er „den Glauben heroisch gelebt habe und aus Hass wegen seiner Handlungen und Aussagen, die er als katholischer Priester gemacht hatte, getötet worden war".

Besonders unbeliebt bei den Progressiven war unter den „Feinden der Heiligsprechung Romeros“, der kolumbianische Kardinal Alfonso Lopez Trujillo, der meinte, Oscar Romero habe „eine Neigung zum Marxismus gehabt und eine Heiligsprechung Romeros würde einer Heiligsprechung dieser materialistischen, politischen Form der Befreiungstheologie gleich kommen“. 

Kardinal Lopez Trujillo ist schon länger tot und daher geht es jetzt ungebremst weiter mit dem Fall, die Anschuldigungen der Heterodoxie Romeros wurden vom Tisch gefegt.
Das mehrfach blockierte Verfahren ist schon am 20. Dezember 2012 von Benedikt XVI. freigegeben worden. Anfang Februar hat Papst Franziskus das Martyrium Romeros bestätigt.

Warum genau fällt Erzbischof Romero unter die neue Rubrik (das sagen die Progressiven selbst, dass das neu ist) "Märtyrer des II. Vatikanischen Konzils"? 

Auch das erklären die Progressiven: Da er „am Altar“ getötet wurde, wollte man "die Kirche treffen, die aus dem II. Vatikanischen Konzil geflossen war". 

Der "Altar", an dem Erzbischof Romero 
getötet wurde.
Zu sagen, er ist am "Mahltisch" 
getötet worden,
lässt nicht die vom Vatikan 
mit Thomas Becket aufkommen 
und wird daher 
von den Progressiven vermieden.
Das behauptete sogar Erzbischof Vincenzo Paglia, der Postulator Romeros, bei der offiziellen Pressekonferenz vor Journalisten im Vatikan, allerdings ohne weitere Beweise für diese Theorie vorzulegen. (Denn wenn man 35 Jahre nach seinem Tod immer noch nicht weiß, wer genau Erzbischof Romero getötet hat, bzw. wer die Tötung in Auftrag gegeben hat, kann man auch nicht wissen, weshalb der Mörder ihn getötet hat, oder? Solche "Feinheiten" spielen aber offensichtlich heutzutage keine Rolle mehr in einem post-Vatikanum II Seligsprechungsverfahren. Nachtrag: wie man dieses Problem im Vatikan gelöst hat, siehe unten)

Welche „ Kirche war aus dem II. Vatikanischen Konzil geflossen"? 

Die mit einer besonderen Bevorzugung für die Armen. Diese neue Kirche (siehe Link unten) will die Armen "von all ihren Unterdrückungen" und hier besonders "von den Institutionen, die sie Hunger und Armut aussetzen“ befreien. 

Diese neue Vorgabe zu einer solchen Kirche, entstanden auf dem II. Vatikanischen Konzil, war von der lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Medellín aufgegriffen worden und dort war die Formung einer lateinamerikanischen „Kirche für die Armen“ und „Kampf für social justice“ für „soziale Gerechtigkeit“ postuliert worden. 
(Anmerkung: In dieser Kirche spielte bald die persönliche Sünde jedes einzelnen Armen selbst keine Rolle mehr. Nur noch die "gesellschaftlichen Sünden" zählten. Der Priester wurde jetzt zum politischen Sozialarbeiter umfunktioniert. In Medellin wurde auch die unkatholische „ See, judge, act"-Methode, der "Dreischritt: Sehen, Urteilen, Handeln,“, was ursprünglich aus Harvard kommt, eingeführt.)

Oscar Romero sei eine Art "Proto-Märtyrer" so Erzbischof Paglio in Anspielung auf die ersten Märtyrer der Kirche, und macht nach Einschätzung der Progressiven den Weg frei für die „Heiligsprechung von weiteren Märtyrern des II. Vatikanischen Konzils“.

"Zufällig" finden auch
 die UN Erzbischof Romeros Kampf für ihre „Human Rights“, "Menschenrechte" super, was ihm sogar eine Nominierung für den Nobelpreis einbrachte. Außerdem, so sagen sie lobend, hat er für „social justice“, "soziale Gerechtigkeit" gekämpft und hatte sich auf die Seite derjenigen Bischöfe gestellt, die den „traditionellen Kurs“ der katholischen Kirche verlassen hatten.

Siehe auch:
Die Gestaltung einer "Neuen Kirche" durch Bischöfe: von Medellín nach Puebla
Bisherige Posts über "Befreiungstheologie" und deren "Theologen" hier
und
Hans Küng: “Wir kontrollieren alles"


Nachtrag: Wie hat man im Vatikan das Problem gelöst, dass man eigentlich nicht genau weiß, warum Romero getötet wurde?

Der wirklich immer bestens informierte, sehr progressive Jesuit Thomas Reese sagt, das Problem sei, ob der Mord Romeros wirklich aus Hass auf den katholischen Glauben geschah, denn wenn es nicht des Glaubens wegen war, sondern weil man ihn für einen politischen Unruhestifter hielt, dann wäre er kein Märtyrer. 


Im Folgenden erklärt er, wie man diese Fragestellung im Vatikan "gelöst" hat, man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, im Moment fehlt mir die Lust solche Unglaublichkeiten zu übersetzen. 
In Kürze: man hat einfach im Vatikan die Definition von "the faith that is hated" von "dem Glauben, der gehasst wird" erweitert. "Glaube" schließt jetzt auch die "Lehre der Kirche über soziale Gerechtigkeit" ein. 
Mit anderen Worten, so Reese, "die Killer hassten einen Glauben, der Ungerechtigkeit bekämpfte".
(Wie war das noch mal im Credo?)
Another reason the process was held up was because of debates over whether he technically qualified as a martyr or not. For some this was simply an excuse to block his beatification, but for others this was a real question. 
Here is the problem. A martyr is someone killed because of hatred of the faith. The classic examples are Roman martyrs who refused to worship pagan gods and were thrown to the lions. Or there were Catholics who were killed by Protestants for refusing to join the Reformation.
The problem with this approach is that whether a person is a martyr or not depends on the motivation of the killer not the victim. 
For Romero this means that if the people who had him killed did so because they considered him a political troublemaker, then he is not a martyr. 
The critics would point out that the people who killed him were Catholics who had their children baptized and went to Mass on Sunday. In order for him to be a martyr, he must be killed out of hatred of the faith. Do these people hate the faith or simply hate Romero? 
This is similar to the way we treat hate crimes in the United States. In order to be convicted of a hate crime, the prosecution has to prove that the attacker was motivated by hatred toward a person because of his or her race, religion, sexual orientation, etc. If that cannot be proven, then it could still be a crime (murder, assault, etc.), but not a hate crime. 
One way out of this dilemma would be for the church to change the definition of martyr so that a martyr is defined more by his or her motivations rather than by the killer's. The killer may simply see the martyr as a threat to his or her political and/or economic power, but the person would qualify as a martyr if he or she is motivated by the Gospel to words or actions that inspire the violent reaction. 
The Vatican, however, decided not to change the definition of a martyr. Rather, it expanded its definition of "the faith" that is hated to include the church's teaching on social justice. 
"His death – as the detailed documentary examination clearly showed," asserts Paglia, "was not only politically motivated, but due also to hatred for a faith that, combined with charity, would not stay silent when faced with the injustices that implacably and cruelly afflicted the poor and their defenders." 
In other words, the killers hated a faith that opposed injustice. For the Vatican, this was the best of both worlds. It declared Romero a martyr without having to change its definition of martyrdom. 
http://ncronline.org/blogs/faith-and-justice/oscar-romero-martyr-faith
Um das oben von Fr. Thomas Reese Erklärte richtig einordnen zu können, muss man wissen, dass die Progressiven auch das "church's teaching on social justice", also "die Lehre der Kirche über soziale Gerechtigkeit", abgeändert haben.

Aber da kaum noch jemand weiß, wie die katholische Soziallehre vor Pius XII. lautete, hat das kaum einer gemerkt.

Da ich jede Menge vor- und nachkonziliare Bücher zu dem Thema angesammelt habe, konnte ich die überdeutliche Veränderung erkennen. 
Die Progressiven behaupten nämlich, dass, wie sollte es bei ihnen auch anders sein, auch die überzeitlichen Prinzipien der katholischen Soziallehre einer zeitlichen Anpassung unterworfen werden müssen, bzw, dass es gar nichts Überzeitliches, immer Gültiges gibt und fast alle Elemente in der Soziallehre nur zeitbedingte Reaktionen der Päpste waren. 

Wie Progressive so sind, behaupten sie nicht nur, sie sind auch seit über 50 Jahren emsig zur Tat geschritten. 

Mit dem Ergebnis, dass es durch ihre neue Soziallehre (die nämlich ganz geschickt die wahren Besitzer des tatsächlich ungerecht verwendeten "Kapitals" verschont, die heute jeder namentlich kennen könnte, wenn er wollte - von den Namen der Herrschaften hinter den Kulissen der übermächtigen Weltregierung UN ganz zu schweigen, die sich mit ersteren häufig decken - und stattdessen eine unbestimmte "ungerechte Gesellschaft" attackiert, die ständig verändert werden muss) den "Armen" weltweit schlechter geht als zuvor und es prozentual mehr davon gibt als je zuvor.

Dass vor allem die UN für "soziale Gerechtigkeit" kämpfen und das auch noch ein alter kommunistischer Kampfbegriff ist, ist kein Zufall.

Wie es sein kann, dass superreiche "Kapitalisten" absichtlich weltweit den Kommunismus fördern, wird in einem der nächsten Posts beantwortet.

Montag, 24. Juni 2013

Die Geburt des heiligen Johannes des Täufers, und die ersten Martyrer zu Rom unter dem Kaiser Nero

von Stadtpfarrer Georg Ott

Heute feiert die heilige Kirche Jesu das Andenken an die Geburt des heiligen Johannes und an die siegreichen Kämpfer der ersten Martyrer zu Rom. Hier muss ich gleich Anfangs auf eine Eigentümlichkeit der Kirche aufmerksam machen, nämlich dass sie gewöhnlich das Fest jedes Heiligen an seinem Todestage feiert, weil der Todestag eigentlich sein Geburtstag zum ewigen Leben ist. 

Bei Maria, der gebenedeiten Mutter Gottes und bei dem heiligen Johannes macht sie eine Ausnahme, und zwar deswegen, weil Maria schon ganz makellos ohne die Erbsünde empfangen und heilig geboren und weil der heilige Johannes durch die Gegenwart Jesu bei der Heimsuchung Mariä im Mutterleibe geheiligt wurde, also auch heilig und rein zur Welt kam.
Geburt Johannes des Täufers
Jacomo Pontorno

Schon 500 Jahre vor Christi Geburt hat der Prophet Malachias vorhergesagt, dass Johannes wie ein Engel oder Bote des Himmels dem Heilande vorhergehen und die Menschen auf seine Ankunft vorbereiten werde, (Mal. 3,1.); zweihundert Jahre früher verkündigte das gleiche der Prophet Isaias (40,3.), deshalb wird auch der heilige Johannes Vorläufer Jesu genannt. 

Seine Geburt war also für die Welt ein freudiges Ereignis, weil sie die baldige Ankunft des Heilandes und die Erlösung durch ihn verkündete, und mit Recht feiert also die heilige Kirche diesen Tag, den Gott selbst durch viele Wunder verherrlichte.
weiterlesen hier

alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858


Sonntag, 9. Juni 2013

Die heiligen Märtyrer Primus und Felizian

passende Brevierlesung hier
hl. Primus und Felizian
Zur Zeit der beiden Kaiser Diokletian und Maximian lebten zu Rom zwei Brüder, Primus und Felizian; sie waren Christen und hatten es mitten in den grausamen Verfolgungen durch Gottes Schutz zu hohem Alter gebracht. Ihre einzige Beschäftigung war gewesen, die Armen zu unterstützen und den Christen, ihren Mitbrüdern, Trost zu bringen in ihren Leiden.
Deshalb schlichen sie sich in die Gefängnisse und drängten sich zu denen hin, welche auf dem Wege zur Marter waren, oder schon unter der Folter seufzten und sprachen ihnen Mut zu, oder sie suchten die vom Glauben Abgefallenen wieder zu bekehren. 
Wie rettende Engel waren sie Tag und Nacht beschäftigt; dem Herrn Jesus Seelen zu gewinnen. Da wurden auch sie ergriffen und vor das Tribunal der Kaiser geführt. Aufgefordert, dem christlichen Glauben zu entsagen, erklärten sie feierlich: 
„Wir wollen Christo treu bleiben und lieber sterben." 
Nun wurden sie in das Gefängnis geworfen; aber noch in der Nacht von einem Engel daraus befreit, kehrten sie sogleich zu ihren vorigen Liebesdiensten zurück, ohne sich durch die Flucht zu retten. Wieder wurden sie ergriffen und dem Kaiser vorgeführt, der sie grausam geißeln ließ, weil sie dem Götzen Herkules nicht opfern wollten, und dann befahl, sie nach der Stadt Numento, zu dem dortigen Statthalter, zu führen, der sie zum Abfall vom Glauben zwingen sollte. 
Bevor sie abzogen, heilte ein Engel wunderbar ihre Wunden, und stärkte sie zum bevorstehenden Kampfe.

Sobald sie zu Numento vor den Statthalter Promotus, so hieß er, gestellt waren, rief ihnen dieser zu: „Unsere Herren, die Kaiser befehlen, dass ihr den großen Göttern opfert!" Die beiden Brüder antworteten: 
„Nenne die Kaiser nicht Herren, sondern Gottlose, weil sie die Christen töten und Holz und Stein anbeten, die euch nichts helfen können." 
Auf diese Antwort hin ließ sie der Statthalter mit Geißeln, an deren Enden Bleikugeln waren, fürchterlich peitschen; die Brüder aber sprachen einander Mut zu, stimmten ein Loblied an und riefen zu Gott: 
„Steh´ uns bei, o Herr, du unsere einzige Hoffnung, stärke uns, damit alle erkennen, daß du der wahre Gott bist." 
Endlich wurden die Henker des Schlagens müde, und ließen nach, die Heiligen zu peinigen. Der Statthalter sehend, dass er auf diese Weise die Standhaftigkeit der Brüder nicht bezwingen könne, sann nun auf einen andern Weg. Er ließ die beiden Brüder von einander trennen und jeden in einen besondern Kerker werfen. Nach einigen Tagen ließ er Felizian vorführen und sprach also zu ihm: „Schone doch deiner grauen Haare und opfere nach dem Befehle der Kaiser. Felizian entgegnete: 
„Nicht ich, sondern Christus wolle meines Alters schonen, der mich bisher im Glauben an seinen heiligen Namen bewahrt hat." 
Der Statthalter befahl, ihn zu Boden zu werfen und ihn zu geißeln; darnach sprach er zu ihm: „Warum lassest du deine Torheit nicht und wählest dir fröhliche Tage? Ist es nicht töricht, dein hohes Alter mit Qualen zu beschließen, statt dasselbe in Ehre und Gnade bei den Kaisern zu endigen, wenn du ihren Befehlen gehorchest?"Ihm entgegnete Felizian: 
„Wie kannst du von Torheit reden, da vielmehr du in der erbärmlichsten Blindheit lebst und als ein Mann von Verstand und Ansehen ein Stück Holz als Gott anbetest, wofür du nach wenigen Tagen in die ewige Pein stürzen wirft, während du doch durch Annahme des wahren Glaubens ewig glückselig werden könntest!"
In Wut gebracht durch diese Worte befahl nun der Tyrann den Heiligen an ein Pfahlkreuz mit Nägeln zu heften und so lange hängen zu lassen, bis er opfere. Der heil. Märtyrer aber rief jubelnd: 
"Ich habe immer auf Gott gehofft und werde mich nicht fürchten vor dem, was ein Mensch mir zufügt." 
Drei Tage und Nächte musste der christliche Held ohne Labung am Pfahle hängen; dann aber nahm man ihn wieder herab und warf ihn in den Kerker. Jetzt ließ Promotus feinen Bruder Primus herbeiführen und sprach schmeichelnd zu ihm: „Dein Bruder hat den Kaisern gehorcht und geopfert; er ist zu hohen Ehren erhoben, so folge auch du seinem Beispiele und gleiches Glück wird dir zu Teil." 
Primus aber entgegnete: 
„Du lügst; ein Engel hat mir gesagt, was meinem Bruder widerfahren ist; wollte Gott, daß auch ich, wie in Liebe so auch in der Marter mit ihm vereint werde." 
Promotus ergrimmt hierüber ließ nun den Heiligen mit Prügeln so lange schlagen, bis der Leib eine Wunde war, und darnach die Wunden mit Fackeln brennen. Während dieser Marter lobte der Heilige heitern Blickes Gott den Herrn mit lauter Stimme.
Um ihn zum Schweigen zu bringen, ließ ihm der Tyrann geschmolzenes Blei in den Mund gießen. Ohne den geringsten Unwillen zu äußern, ließ der Heilige diese Marter an sich
geschehen. Jetzt wurde auch sein Bruder herbeigeführt, damit er, vom Anblicke dieser Qualen erschreckt, Christum verleugne; allein beide Brüder blieben standhaft und riefen dem gaffenden Volke zu: 
„Höret uns, liebe Leute, wendet euch hinweg von den toten, falschen Götzen und glaubet an den Einen wahren Gott, der so große Zeichen tut, damit ihr den ewigen Peinen entfliehet."
Als der Tyrann dies hörte, ließ er die beiden Brüder in das Amphitheater führen und zwei hungrigen Löwen zum Fraße vorwerfen. Aber die wilden Bestien legten sich wie sanfte Lämmer zu den Füssen der Heiligen und leckten ihre Füße. 
Da riefen die heiligen Märtyrer dem Statthalter zu: „Siehe, diese wilden Tiere gehorsamen ihrem Schöpfer, du aber willst den nicht erkennen, der dich nach seinem Ebenbilde erschaffen hat."
Jetzt gingen vielen aus dem Volke die Augen auf, über 500 Personen schrieen mit einem Munde: 
„Groß ist der Gott der Christen! und kein anderer ist der wahre Gott als dieser!" 
Da nun Promotus fürchtete, es möchten sich noch mehrere bekehren und sich empören, ließ er die beiden christlichen Kämpfer schnell enthaupten und ihre Leichname den Hunden vorwerfen, die sie aber nicht berührten. Des Nachts kamen Christen, trugen sie hinweg und begruben sie ehrenvoll; dies geschah im Jahre 286.

Die Heiligen Primus und Felizian werden abgebildet mit Schwert und Palmzweig in der Hand, zwei Löwen neben sich.

alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Siehe auch:
Welcher Glaube und welche Werke zur Rettung erforderlich sind





Sonntag, 28. April 2013

Der heilige Didymus und die heilige Theodora, Märtyrer

SS. Didymus et Theodora, MM. (28. Apr.). Der kaiserliche Statthalter Eustratius Proculus zu Alexandria ließ die christliche Jungfrau Theodora vor seinen Richterstuhl führen, und verurteilte sie wegen ihrer Standhaftigkeit im christlichen Glauben, in einem Hause der Sünde preisgegeben zu werden*. 
Allein der göttliche Heiland bewahrte seine Braut und schickte ihr einen seiner Diener, sie zu befreien. Unter den Christen befand sich nämlich zu Alexandria ein Jüngling, der vom Eifer für die Ehre Gottes glühte, mit Namen Didymus. Einen gewaltigen Drang in sich fühlend, die keusche Jungfrau der Gefahr zu entreißen, zog er ein Soldatenkleid an, und trat kühn in's Zimmer, in welchem sich die Heilige befand. Diese zog nun schnell die Soldatenkleider an, drückte den Hut in's Gesicht und eilte ungekannt aus dem Hause. 

Als es bekannt wurde, was Didymus getan, ließ ihn der Statthalter vor sich führen und ihn auf sein unerschrockenes und standhaftes Bekenntnis enthaupten. 

Nach dem hl. Ambrosius, welcher die Geschichte der hl. Theodora erzählt (Lib. de Virgin. l. 2. c. 4), eilte die hl. Theodora zur Richtstätte, wo Didymus hingerichtet wurde, und wollte statt seiner in den Tod gehen. Theodora sagte, sie verdanke ihm, dem Didymus, die Rettung ihrer Ehre; doch könne sie ihm keineswegs ihre Krone zugestehen. 
Es erhielten aber beide, was sie verlangten, und zwar empfing der hl. Didymus zuerst die Martyrerkrone; beide Heilige kommen am 28. April auch im Mart. Rom. vor. - Auf Kirchenbildern wird der hl. Didymus dargestellt, wie er auf Schlangen tritt oder auch wie er am Kreuze aufgehangen und zerfleischt wird.
Quelle: http://www.heiligenlexikon.de/Stadler/Theodora_Didymus.html

* d.h. zur Prostitution gezwungen

Das sehr lehrreiche Gespräch zwischen dem Statthalter und Richter Prokulus und der hl. Theodora und dem hl. Didymus findet sich in dieser alten Heiligenlegende:

Der heilige Didymus und die heilige Theodora, Märtyrer. Jahr 304.

Der kaiserliche Statthalter Prokulus saß auf seinem Richterstuhle und sprach: „Man führe die Jungfrau Theodora vor." „Hier ist sie," sprach ein Gerichtsdiener.

Der Statthalter fragte sie: „Bist du eine Sklavin oder eine Freie?

Theodora: Christin bin ich; Christus hat mich befreit, als er in diese Welt kam; übrigens bin ich von freien Eltern geboren."

Statthalter. „Es soll der Bürgermeister der Stadt kommen."

Als dieser erschien, fragte er ihn: „Sag an, Luzius, was weißt du von dieser Jungfrau?" Dieser aber bezeugte, daß Theodora frei und die Tochter einer angesehenen Familie von Alexandria sei.

Der Statthalter wandte sich zu Theodora und sprach: „Warum hast du dich, wenn du von angesehenen Eltern abstammst, nicht verehelichen wollen?"

Theodora: Das hat Christus getan; denn als er unser Fleisch annahm, hat er unsere Leiber gereinigt und uns ein ewiges Leben verheißen. Ich vertraue fest, dass ich unbefleckt bleiben werde, so lange ich ihm treu bleibe.

Statthalter: Es ist ein Befehl der Kaiser, dass jede Jungfrau, welche den Göttern zu opfern sich weigert, in ein Haus der Unzucht solle geführt werden.

Theodora: Du weißt ohne Zweifel nicht, dass Gott bei jeder Handlung nur auf den Willen und die Absicht sieht. Gott kennt meine Absicht, eine Jungfrau zu bleiben; wenn man mir daher auch Gewalt antut, so werde ich doch in seinen Augen rein bleiben.

Statthalter: Da du aus edlem Geschlechte bist und ich deine Schönheit schonen will, so bin ich von deinem Schicksal gerührt. Höre also, was ich sage, es ist ein ausdrücklicher Befehl der Kaiser, dass die Jungfrauen in ein Schandhaus geführt werden sollen.

Theodora: Ich habe dir schon gesagt, dass Gott nur auf den Willen sieht. Er liest auf dem Grund unseres Herzens und kennt alle unsere Gedanken. Werde ich auch zu etwas Unehrbarem gezwungen, in seinen Augen bin ich nicht entehrt. 
Wenn es dir in den Sinn kommt, mir den Kopf oder eine Hand abhauen zu lassen, geschieht dieses etwa, weil ich es will, oder ist es nicht ein Werk deiner Grausamkeit? Ich bin entschlossen, Gott anzugehören; ihm habe ich meine Jungfräulichkeit geweiht, und so viel bei mir steht, werde ich mein Gelübde halten. Es lebt der Herr und der wird zu erhalten wissen, was ihm gehört.

Da der Statthalter wiederholt von dem Befehle der Kaiser redete, sprach Theodora: „Christus ist es, der mir das, was ich besitze, gegeben hat; er wird seine Taube zu erhalten wissen."

Statthalter: Welche Torheit ist es, auf einen gekreuzigten Menschen sein Vertrauen zu setzen. Glaubst du, wenn man dich in ein Lusthaus führt, unbefleckt wieder herauszukommen?

Theodora: Ich glaube, dass mich Jesus, der unter Pontius Pilatus gelitten, von dieser Gefahr befreien und mich unbefleckt daraus hervorgehen lassen wird, wenn ich meinen Glauben bewahre. Nie werde ich ihn also verleugnen.

Statthalter: Ich ließ dich bis jetzt schwätzen, so viel du wolltest, ohne dich nur einmal auf die Folter zu spannen. Doch wenn du auf deinem Vorsatz beharrst, so werde ich dich wie eine Sklavin behandeln und das Gesetz mit Strenge an dir vollziehen.

Theodora: Ich bin bereit, dir meinen Leib zu überlassen; er ist bereits in deiner Gewalt. Über meine Seele ist Gott allein der Herr.

Statthalter zu den Henkern:
 Schlagt sie das in Gesicht, damit die Unsinnige zur Besinnung kommt und den Göttern opfere. 

Theodora: Bei Gott dem Herrn, nie werde ich den Dämonen opfern.

Statthalter: Wie groß ist doch deine Torheit, die mich veranlasst hat, einem Mädchen von deinem Stand eine solche Schmach anzutun.

Theodora: Ist es eine Torheit, den lebendigen Gott zu bekennen? Mein Ruhm, meine Ehre wird es in Ewigkeit sein, was du meine Schande nennst.

Als ihr nun der Statthalter noch immer mit Drohungen zusetzte, rief sie ihm zu, er solle doch eilen, seine Befehle zu vollziehen, sie sei bereit, den lebendigen Gott zu bekennen. 
Und als der Statthalter ihr drei Tage Bedenkzeit geben wollte, sprach sie: „Diese drei Tage sind für mich schon vorbei, ich bin schon bereit, dir meinen Leib zur Marter zu übergeben. Doch nur um eines bitte ich dich, dass du auf mich keinen frevelhaften Angriff machst, bevor du das Urteil gefällt hast."

Der Statthalter: Ich gebe Befehl, die Jungfrau Theodora drei Tage lang als Gefangene zu überwachen. Niemand darf ihr aber wegen ihrer hohen Abkunft Gewalt antun.

Nach drei Tagen ließ der Statthalter Theodora wieder vor seinen Richterstuhl führen und da sie muthig auf ihrem Entschluß verharrte, befahl er, sie in ein Schandhaus zu führen. — Man führte sie also an den schändlichen Ort.
Als die keusche Jungfrau dort eingetreten war, hob sie die Augen zum Himmel und betete:

„Vater unseres Herrn Jesu Christi, der Du dem Petrus im Gefängnisse beistandest, komme auch mir zu Hilfe und lasse mich unbefleckt von hinnen gehen, damit es aller Augen bekannt werde, dass ich Deine Magd bin."
Während Theodora betete, sammelte sich um das Haus eine Menge schlechter Menschen, wie hungrige Wölfe, voll Begierde, wer zuerst eintreten würde. 
Doch Gott, der seine unschuldige Taube retten wollte, erweckte ihr in diesem Augenblicke einen Befreier. Ein Christ, mit Namen Didymus, trat, als Soldat verkleidet, zuerst ein. Als ihn Theodora erblickte, schauderte sie zusammen und zog sich in die Ecke des Zimmers zurück. 
Da sprach Didymus: 
„Ich bin nicht der, für den du mich hältst; unter diesem Kleide gleiche ich einem bösen Geiste und doch bin ich dein Bruder, der aus Eingebung Gottes gekommen ist, um dich zu befreien. Tritt näher, ziehe mein Kleid an, dass dich so erschreckt hat, und gib mir dein Kleid, dann entferne dich unter Gottes Beistand."

Theodora befolgte den Rat, nahm die Kleider, zog sie an und Didymus drückte ihr zuletzt noch den Helm, welchen er mitgebracht hatte, tief in das Gesicht, um sie unkenntlich zu machen und gab ihr den Rat, schnell durch die Menge, welche vor der Türe stand, zu eilen, ohne etwas zu sagen, oder jemand anzublicken.
Theodora tat dies und entkam glücklich, Didymus aber hielt sich zum Kampf bereit, den er schon vorhergesehen hatte.

Eine Stunde nachher trat ein anderer ein, — doch wie groß war sein Erstaunen, einen Mann an der Stelle der Jungfrau zu erblicken.
Vom Staunen getroffen, sprach er zu sich selbst: 
„Konnte denn wohl Jesus das Weib in einen Mann verwandeln? Ich halte alle Erzählungen von diesem Jesus für Fabeln, dass er Wasser in Wein verwandelt habe, und doch war dies weit leichter als dieses, ein Weib in einen Mann zu verwandeln. Wahrlich, mir selbst ist bange, er möchte mich in ein Weib verwandeln!" 

Da sprach Didymus: „Der Herr hat mich nicht verwandelt, sondern er hat uns beide, sie und mich gekrönt! Die ihr in euren Händen hattet, ist entflohen; ich bin an ihrer Stelle, nehmt mich fest."

Der Mann entfernte sich schnell und hinterbrachte die Sache dem Statthalter, der sogleich den Christen Didymus vorführen ließ.
„Wie heißt du?" fragte er ihn. „Didymus," entgegnete dieser.

Statthalter: Was hast du getan? Wer hat dich zu diesem Schritte bewogen?

Didymus: Gott der Herr! von ihm war ich gesendet!

Statthalter: Gestehe, ehe ich dich foltern lasse, wo ist Theodora?

Didymus: Bei unserm Herrn Jesus Christus! ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sie eine Magd Gottes ist und dass er sie unbefleckt erhalten hat, da sie Christum öffentlich bekannte.

Statthalter: Wer bist du?

Didymus: Ein Christ, befreit von Christus!

Da ihm der Statthalter mit doppelter Folter drohte, entgegnete Didymus: „Ich beschwöre dich, vollziehe den Befehl der Kaiser."

Statthalter: Ich werde es tun, wenn du nicht den Göttern opferst; opferst du aber, so ist dir alles vergeben.

Didymus: Was ich für die Jungfrau tat, könnte dich belehren, dass ich ein Streiter Christi bin. Durch diese Handlung wollte ich zu gleicher Zeit ihre Jungfräulichkeit erhalten und öffentlich mein Glaubensbekenntnis ablegen. So lange ich fest im Glauben verharre, vermögen deine Foltern nichts über mich. Tue also schnell, was dir gefällt. Solltest du mich auch lebendig in das Feuer werfen, nie werde ich den bösen Geistern opfern.

Da befahl der Statthalter, den mutigen Streiter Christi zu enthaupten und seinen Leib in das Feuer zu werfen.

Didymus wurde abgeführt; schon kniete er sich nieder, um den Streich zu empfangen, da eilte die Jungfrau Theodora herbei, um ihm die Krone der Marter streitig zumachen; sie wollte für ihn sterben. Aber Didymus sprach: „Theodora, du bist frei, ich muss sterben." 
Theodora aber entgegnete: „Ich will nicht die Schuld an deinem Tode tragen. Ich habe dir zwar beigestimmt, meine Ehre zu retten, doch nicht mein Leben. Schande, nicht den Tod habe ich gefürchtet. Wenn du mich der Marterkrone beraubst, so hast du mich betrogen." 

Nun wurden Didymus und Theodora enthauptet und errangen so beide die Krone der Herrlichkeit.

Dienstag, 16. April 2013

Die heilige Enkratia und ihre Gefährten, Märtyrer

Im römischen Martyrologium vom 16. April sind  u.a. folgende Märtyrer verzeichnet:

"Zu Saragossa in Spanien der Heimgang achtzehn heiliger Blutzeugen. Sie hießen Optatus, Lupercus, Successus, Martialis, Urbanus, Julia, Quinctilianus, Publius, Fronto, Felix, Cäcilianus, Eventius, Primitivus, Apodemius. Die übrigen vier sollen  alle Saturninus geheißen haben. Sie wurden unter Dacianus, dem Statthalter von Spanien, gemeinsam mißhandelt und getötet. Ihr glorreiches Martyrium hat Prudentius in einem Lied gefeiert.
In der gleichen Stadt die heiligen Cajus und Crementius. Sie bekannten zweimal standhaft ihren Glauben an Christus und tranken dafür den Kelch des Martyriums.
Ebendort der heilige Blutzeuge Lambert.
Ebenfalls zu Saragossa die heilige Jungfrau und Blutzeugin Enkratis. Man zerfleischte ihren Leib, zerschnitt ihr die Brust und riß ihr die Leber aus. Da sie noch lebte, schloß man sie in den Kerker ein und hielt sie gefangen, bis ihr wunder Leib in Verwesung überging."

Vom Martyrium der letzteren handelt diese alte Heiligenlegende:

Die heilige Enkratia und ihre Gefährten


Jahr 304. 

Die Stadt Saragossa in Spanien, in welcher eine unzählbare Menge heiliger Märtyrer ihren Tod und ihr Grab gefunden, zählt darunter auch die heilige Enkratia und 17 ihrer Gefährten, welche von dem grausamen Christenverfolger Dazian hingeschlachtet wurden. 

Der fromme Dichter Prudentius singt daher von dieser Stadt:
„Doch du, Saragossa, du wirft dastehen, dein Haupt umkränzt mit der blonden Friedenskrone aus Palmzweigen; achtzehn Märtyrer, deine Kinder kannst du ausweisen, und dann noch viele Tausende, welche du allein heilige, fruchtbringende Mutter, Gott, dem Allmächtigen geboren hast." —

Die heilige Enkratia war in Portugal geboren und ihr Vater wollte sie an einen angesehenen Mann verehelichen. Allein hiezu hatte sie keinen Sinn. Sie hatte schon das Gelübde der Enthaltsamkeit abgelegt, was ihr schöner Name Enkratia „die Enthaltsame" andeutet. Da ihr Vater sie zur Ehe zwingen wollte, so entfloh sie aus dem väterlichen Hause und zog nach Saragossa, wo eben eine schreckliche Christen-Verfolgung ausgebrochen war. 

Doch sie fürchtete sich nicht, ja, von heiligem Verlangen ergriffen, für Jesus zu sterben, wagte sie es, vor den unmenschlichen Statthalter hinzutreten und ihm seine Grausamkeit gegen die Christen vorzuwerfen.
„O ihr Blinden", rief sie aus, "wie könnt ihr denn verlangen, daß wir Christum, das Licht, welches alle Menschen erleuchtet, verlassen und uns in jenen finstern Abgrund stürzen sollen, der euch 
aufnehmen wird. Bei Christus allein ist Leben und Rettung; euere Götter sind tot, bleiben tot und todten die, so auf sie vertrauen. Rette dich, o Dazian, und suche Hilfe und Heil bei Christus und du wirst selig, ewig selig werden."

Der wilde Tyrann ergrimmte vor Wut über die Kühnheit der Jungfrau und faßte sogleich den Plan, durch die gräßlichsten Martern ihren Mut zu brechen. Zuerst ließ er sie mit Ruten hauen und ihren ganzen Leib zerfleischen und dann an den Schweif eines wilden Pferdes binden und durch die Strassen der Stadt schleppen.
Ganz zerschlagen schnitt man ihr die linke Brust ab, so daß man in das Innere des Leibes hineinblicken konnte. Damit aber noch nicht zufrieden, rissen ihr die Schergen einen Teil der Leber aus dem Leibe. 
Da sie aber trotz dieser entsetzlichen Martern noch am Leben blieb, ließ sie der Tyrann in den Kerker zurückführen. Hier fingen ihre Wunden zu faulen an, bis endlich der Tod ihren Leiden ein Ende machte. Dazian ließ ihr nämlich einen großen Nagel in den Kopf schlagen, an welcher schrecklichen Pein sie auch starb. 

Während diesen gräßlichen Peinen blieb die Jungfrau standhaft im Bekenntnisse ihres Glaubens und machte so die Führerin jener achtzehn christlichen Helden, welche ihrem Herrn und Heiland in Mitten von Qualen und Peinen die Treue bewahrten und in der Stadt Saragossa den heißesten Kampf auf Leben und Tod
kämpften. 
Der fromme Dichter Prudentius hatte eine große Verehrung gegen diese heiligen Märtyrer; er verfasste auch ein Loblied auf sie,in welchem er am Schlusse sagt: 
„Lasset uns ihren Beistand anflehen, auf dass wir Verzeihung unserer Sünden erlangen und gewürdigt werden, dereinst an der Herrlichkeit, die sie genießen, Anteil zu nehmen."

alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858



Freitag, 12. April 2013

Der heilige Märtyrer Sabas der Gote

Der hl. Sabas wurde getötet, weil er sich weigerte Opferfleisch zu essen, das falschen Göttern dargebracht worden war. 
Nicht mehr lange, dann wird die öffentlich abzugebende Erklärung, dass man z. B. die "Homo-Ehe" gut findet, das zeitgenössische "Opferfleisch" darstellen, ohne die man entweder keinen Job mehr erhält oder ohne die man vor Gericht gezerrt wird, wegen "Diskriminierung" von "sexuellen Orientierungen" und "Gender". Zumindest viele amerikanischen Katholiken bereiten sich und ihre Kinder in auf solche Zukunftsaussichten vor.

Nicht bloß die Römer hassten und verfolgten die Christen, auch andere Völker waren Feinde des christlichen Namens. 
Wahrheit und Tugend findet und hat ja überall ihre Feinde, und während die einen sie lieben, hassen sie andere.

So haben also die christliche Wahrheit, welche Jesus vom Himmel herabgebracht und seine Apostel in der Welt verkündet haben, auch die wilden Goten verfolgt. Die Goten kamen aus Schweden, wo sie zuerst ihre Heimat hatten; zuerst kamen sie nach Pommern im heutigen Preußen und dann zu den Ufern der Donau und drangen sogar bis nach Griechenland und Spanien.
 
Sie waren Heiden; durch Priester und andere Christen, welche sie in ihren Kriegen gefangen nahmen, erhielten sie Kenntnis vom Christentum und viele von ihnen ließen sich auch taufen und wurden Christen, viele aber blieben verstockte Heiden. 

Unter denen, welche schon in der Kindheit Christen wurden, befand sich auch der Gote Sabas.
Der hl. Sabas
Er war immer ein Muster des Gehorsams, der Sanftmut und der Demut. Seine größte Freude war, die heiligen Altäre in den Kirchen zu zieren und das Lob Gottes zu singen; oft brachte er ganze Nächte im Gebete zu. Um seine Keuschheit zu bewahren, hielt er
sich von den Frauen entfernt und tötete sich ab, wo er konnte. Sein Verlangen war immer, Jesus zu verherrlichen und Gott fügte es auch, dass sein Verlangen erfüllt wurde. 

Die Befehlshaber und Vornehmsten der Gothen, welche noch Heiden waren, konnten die Christen nicht leiden und beschlossen, sie zu vertilgen. Es entstand also eine Verfolgung, welche damit anfing , dass die Christen das Fleisch essen sollten, welches die Heiden ihren Götzen geopfert hatten.
Einige der Abgötterer, die mit den Christen verwandt waren und ihnen das Leben retten wollten, kamen auf den Gedanken, ihnen durch die Diener des Königs, welche sie durch Geld bestochen hatten, statt des Opferfleisches gewöhnliches Fleisch vorzusetzen, wovon sie aber, ohne Ärgernis zu geben, nicht essen konnten.

Allein Sabas verabscheute diese Heuchelei, aß nichts von diesem Fleische und erklärte öffentlich, alle Gläubige, die davon essen würden, nicht mehr für Christen zu halten.
Dadurch hielt er viele zurück, dass sie nicht in die Schlinge fielen; andere aber, die seinen Eifer für zu große Strenge ansahen, jagten ihn fort, riefen ihn aber bald wieder zurück. Jetzt hatten die Christen ein Jahr lang Ruhe; aber bald brach die Verfolgung aufs Neue aus. 

Es kam plötzlich ein königlicher Beamter in den Wohnort des Heiligen, um die Anbeter Jesu Christi zu erforschen und aufzuschreiben. Als nun einige Heiden sich erboten, auf die Opfergaben zu schwören, dass keine Christen unter ihnen seien, trat ohne Furcht Sabas hervor und sprach: „Niemand schwöre für mich, denn ich bin ein Christ."
Der Beamte ließ aber die Heiden dennoch schwören und diese schwuren auch, dass im Orte nur ein einziger Christ vorhanden sei. Der Beamte befahl nun, diesen Christen vorzuführen und Sabas stellte sich sogleich mutig vor den Beamten. Als nun aber der Beamte den Heiligen um sein Vermögen fragte und erfuhr, dass
er nichts als das Kleid am Leibe besäße, verachtete er ihn als einen unbedeutenden Menschen, der weder Gutes noch Böses stiften könne.

Gegen Ostern des Jahres 373 brach die Verfolgung abermals aus. Sabas wollte dieses heilige Fest mit heiliger Andacht feiern und wollte daher in eine andere Stadt zu dem frommen Priester Euthika gehen. 
Aber auf dem Wege erschien ihm ein ehrwürdiger Mann von hoher Gestalt und glänzendem Antlitze und sprach zu ihm: „Kehre um und gehe zum Priester Sansala." Sabas erwiderte: „ Aber Sansala ist nicht daheim", denn er wußsse nicht, dass dieser schon wieder heimgekehrt war. Er wollte also weiter gehen; allein auf einmal fiel bei heiterem Himmel eine solche Menge Schnee, dass er nicht mehr weiter konnte. 

Er ergab sich also in den Willen Gottes, kehrte um, und traf wirklich zu Hause den Priester Sansala, dem er Alles erzählte. Mit ihm feierte er nun freudig das heilige Auferstehungsfest. In der dritten Nacht kam Atharid, der Sohn eines Mächtigen des Landes, in den Ort, drang in das Haus des Priesters Sansala, der schon im Bette lag, nahm ihn gefangen und schleppte ihn, in Ketten gelegt, auf einem Wagen fort. 
Auch Sabas wurde aus dem Bette gerissen und ihm nicht einmal gestattet, sich anzukleiden. Die Soldaten rissen ihn aus dem Hause und zogen und schleiften ihn nackt durch Hecken und Dornen und zerfleischten mit unmenschlichen Streichen und Geißelhieben seinen Leib.

Bei Tagesanbruch sprach der Heilige zu den Soldaten: „Habt ihr mich nicht durch Dornen und Hecken geschleift und meinen Leib zerrissen? Nun schaut, ob ihr nur die mindeste Wunde an meinem Körper seht?" Da die Heiden auch nicht die geringste Spur von einer Wunde wahrnahmen, gerieten sie nur noch mehr in Wut. 

Sie nahmen daher zwei Achsen vom Wagen, legten ihm eine davon auf den Hals und banden an die Enden derselben seine Hände, die Andere legten sie ihm auf die ausgestreckten Füße und banden sie daran und in dieser schmerzlichen Lage peinigten sie ihn fast die ganze folgende Nacht. Endlich sanken die Peiniger in Schlaf und nun band eine mitleidige Frau den Diener Gottes los; er aber floh nicht davon, sondern blieb bei der Frau und half ihr das Essen für ihre Dienstboten bereiten.

Als es Tag geworden, ließ ihn Atharid wieder ergreifen, ihm die Hände auf den Rücken binden und an einen Balken des Hauses aufhängen; darnach stellte man ihm und dem Priester Sansala Opferfleisch zum Essen vor. 

Beide aber weigerten sich, davon zu essen und Sabas sprach: „Dieses Fleisch ist unrein und unheilig, wie derjenige, welcher es uns schickt." Auf diese Worte stieß ein Diener des Atharid den Heiligen mit der Spitze seines Wurfspießes so auf die Brust, dass man glaubte, er werde augenblicklich sterben. Sabas aber sagte, ohne einen Schmerz zu äußern, zu dem Grausamen: „Du meinst wohl, mich getötet zu haben; ich versichere dich aber, dass ich so wenig Schmerz empfinde, als hättest du mir einen Flocken Wolle
auf die Brust geworfen." 

Auf Atharid, der davon hörte, machten all diese wunderbaren Ereignisse keinen Eindruck; er befahl vielmehr, den Sabas zu töten, den Sansala aber frei zu lassen. Sabas wurde nun von den Schergen zum Flusse Musäus geführt, um ersäuft zu werden. Er hätte gerne gesehen, dass auch der Priester Sansala der Gnade des Martertodes teilhaftig geworden wäre, und fragte daher die Schergen: „Was hat denn der Priester begangen, dass er nicht mit mir sterben soll?" „Das geht dich nichts an", antworteten die Schergen.

Nun aber, von heiliger Freude durchdrungen, jubelte der heilige Blutzeuge: „Gepriesen bist du, o Herr, und der lobwürdige Name deines Sohnes in Ewigkeit. Amen. Atharid verurteilte sich selbst zum ewigen Tode, mich aber schickt er in das ewige Leben; denn so, o Herr, unser Gott, hast du Wohlgefallen an deinen Dienern." Unter solchen Lobpreisungen Gottes gelangte er an das Ufer des Flußes. 
Dort aber sagten die Schergen zu einander: „Dieser Mensch ist unschuldig, warum lassen wir ihn nicht gehen? Atharid wird nichts davon erfahren." Der Heilige aber sagte: „Was redet ihr da? Tut geschwind, wie euch befohlen! Ich sehe, was ihr nicht sehen könnt. Dort am anderen Ufer des Stromes stehen jene, welche mich in die Herrlichkeit aufnehmen werden."
Die Schergen ergriffen ihn nun, banden ihm die Achse an den Hals und stürzten ihn in die Fluten.


Indem so der Heilige durch das Holz und Wasser starb, drückte er durch diese doppelte Todesart die zwei Zeichen des Menschenheiles aus, nämlich die Taufe und das Kreuz.

Sein Martertod ereignete sich am 12. April 372 in einem Alter von 38 Jahren. Seinen Leichnam zogen die Schergen aus dem Wasser und ließen ihn unbeerdigt liegen. Die Christen aber kamen und holten ihn ab und der Befehlshaber Saranus, ein großer Diener Gottes, sendete diesen kostbaren Schatz in sein Vaterland Kappadozien, wo er ehrenvoll begraben wurde.
Der heilige Sabas wird abgebildet mit einer Wagenachse auf dem Hals, an der seine Hände gebunden.


aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858


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