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Mittwoch, 8. Februar 2017

Gebet vom sel. Papst Pius IX. für die Kirche




O Herr, allmächtiger Gott, der Du das Böse zulässt, um das Gute dadurch zu bewirken, 
höre auf das demütige Gebet, womit wir Dich um die Gnade bitten,
inmitten so vieler Verfolgungen Dir treu zu bleiben und bis ans Ende im Guten auszuharren; 
und gib uns durch die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria die Kraft, 
uns immer Deinem heiligsten Willen zu fügen. 
Amen.

aus "Brot der Engel", Katholisches Gebetbuch, Herder, 1908



Dienstag, 30. Juli 2013

Wer hat laut Papst Franziskus den hl. Petrus zum Papst gemacht? Über die Ekklesiologie des aktuellen Papstes

Ich wollte nicht darüber schreiben, solange ich mir nicht sicher über die tatsächliche Formulierung war, aber da jetzt der Vatikan selbst die ganzen interessanten Äußerungen von Papst Franziskus auf dem Rückflug von Rio nach Rom herausgegeben hat, kann ich sicher sein, dass der Papst das tatsächlich so gesagt hat:
„St. Peter committed one of the most serious sins, apostasy, and yet they made him Pope.”
Ob Petrus Leugnung der Magd gegenüber, Jesus Christus zu kennen, schon Apostasie war, darüber soll nicht diskutiert werden, obwohl das auch eine sehr interessante Frage ist.

Worum es hier gehen soll ist: 

„and yet they made him Pope“:  
"und dennoch machten sie ihn zum Papst.“
Wer ist sie für Papst Franziskus?

Nach der Lehre der Kirche setzte der Gottmensch Jesus Christus höchstpersönlich den hl. Petrus als ersten Papst ein.

Dazu gibt es ein Dogma, wie auch andere Dogmen über den Zweck der Kirche, die übrigens nicht zum sozial gerechten Kampf für Arme, illegale moslemische Immigranten und zum „Dialog“ mit Schismatikern und Häretikern und Vertretern falscher Religionen gegründet wurde, auch nicht zur Mithilfe an den Milleniumszielen der UN  oder zur Mithilfe bei der Regulierung der Finanzmärkte.

Alle folgenden Dogmen sind aus: Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik.

Die Kirche wurde von dem Gottmenschen Jesus Christus gegründet. De fide.
Christus übergibt Petrus den Schlüssel zum Himmelreich
Pietro Perugino
Fresko in der Sixtinischen Kapelle (1480-82)
Christus hat den Apostel Petrus zum ersten aller Apostel und zum sichtbaren Haupt der ganzen Kirche bestellt, indem er ihm unmittelbar und persönlich das Jurisdiktionsprimat verlieh. De fide

Christus hat die Kirche gestiftet, um sein Erlösungswerk für alle Zeiten fortzuführen. De fide.

(Erklärung im Ott dazu u.a.: 
Zur Erfüllung dieser Aufgabe hat Christus der Kirche Auftrag und Vollmacht gegeben, seine Wahrheit zu verkünden (Lehramt), seine Gebote einzuschärfen ( Hirtenamt) und seine Gnadenmittel zu spenden (Priesteramt). 
Mt. 28,19: „Gehet hin, lehret alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ „Lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe ...“ 
Zitat Ende, Hervorhebungen von mir)

Die Kirche ist hinsichtlich ihres Zweckes und ihrer Mittel eine übernatürliche und geistige Gesellschaft. Sent. Certa.

Die Zugehörigkeit zur Kirche ist für alle Menschen heilsnotwendig. De fide.

Die Aufzählung der Dogmen über die Kirche ist unvollständig.

Ich kenne genügend Katholiken, die, schwer geschädigt durch den „Aufbruch“ und „das neue Pfingsten“ der letzten 50 Jahre, nicht mehr wissen, wozu die Kirche da ist. Da sie eine falsche Vorstellung von ihrem Zweck haben, stehen sie ihr teilweise sogar feindlich gegenüber oder treten gar aus ihr, außerhalb derer es kein Heil gibt, aus. 

Was nicht-Katholiken mangels Bildung Ungünstiges über die Kirche denken, weiß ich aus eigener Erfahrung, da ich 45 Jahre meines Lebens zu diesen gehört habe.
Wer profitiert, wenn das wahre Bild und der wahre Zweck der katholischen Kirche weiterhin verschleiert werden?




Samstag, 16. März 2013

Warum der heilige Josef Patron der Kirche ist

Am Fest des heiligen Josef ist die Amtseinführung unseres neuen Papstes Franziskus.

Der sel. Papst Pius IX. hatte den hl. Josef mit dem Dekret "Quemadmodum Deus Josephum" vom 8. Dez. 1870 zum Patron der Kirche erhoben
Er entsprach damit den Bitten einer Gruppe von Vätern des I. Vatikanischen Konzils.

Das folgende stammt aus der Enzyklika "Quamquam pluries", 15. Aug. 1889 von Papst Leo XIII.:

"(...) Warum der selige Josef ausdrücklich als Patron der Kirche gilt und sich die Kirche andererseits sehr viel von seinem Schutz und Patrozinium verspricht, dafür sind die Beweggründe die, dass er der Mann Mariens und, wie man meinte, der Vater Jesu Christi war. Daher rühren all seine Würde, Gnade, Heiligkeit und Ehre. Sicher ist die Würde der Muttergottes so erhaben, dass es nichts Größeres geben kann. 

Weil aber zwischen Josef und der seligsten Jungfrau das Eheband bestand, reichte er selbst dennoch zweifellos wie sonst niemand mehr an jene vorzüglichste Würde heran, mit der die Gottesgebärerin alle geschaffenen Naturen bei weitem überragt. 

Die Ehe ist nämlich die engste Gemeinschaft und Beziehung von allen, die ihrer Natur nach mit der gegenseitigen Gütergemeinschaft verbunden ist. Wenn deshalb Gott der Jungfrau Josef zum Bräutigam gab, gab er sicherlich nicht nur einen Lebensgefährten, einen Zeugen der Jungfräulichkeit und einen Beschirmer der Tugend, sondern kraft des Ehebundes selbst auch einen Teilhaber an ihrer hervorragenden Würde.

Ebenso ragt er durch erhabenste Würde einzigartig unter allen heraus, weil er, von der Meinung der Menschen als Vater angesehen, nach göttlichen Ratschluss der Beschützer des Sohnes Gottes war. Daher war es folgerichtig, dass das Wort Gottes Josef in Bescheidenheit untertan war, auf sein Wort hört und ihm alle Ehre erwies, die Kinder ihrem Vater erweisen müssen.
Nun folgten aber aus dieser zweifachen Würde von selbst Pflichten, die die Natur den Familienvätern vorgeschrieben hat, und zwar so, dass Josef der rechtmäßige und natürliche Beschützer, Pfleger und Verteidiger des göttlichen Hauses, dem er vorstand, war. Diese Pflichten und Aufgaben hat er sicherlich, soweit das sterbliche Leben hinreichte, tatsächlich erfüllt…

Nun aber barg das göttliche Haus, das Josef wie mit väterlicher Vollmacht leitete, die Anfänge der entstehenden Kirche. Wie die heiligste Jungfrau Gebärerin Jesu Christi ist, so ist sie die Mutter aller Christen, die sie ja am Kalvarienberg unter größten Qualen des Erlösers gebar; und ebenso ist Jesus Christus gleichsam der Erstgeborene der Christen, die ihm durch Annahme an Kindes Statt und die die Erlösung Brüder sind.

Daraus erwächst der Grund, warum der seligste Patriarch fühlt, dass ihm in einer besonderen Weise die Menge der Christen anvertraut ist, aus denen die Kirche besteht, nämlich diese unzählige und in allen Ländern verbreitete Familie, gegenüber der er, weil er der Mann Mariens und der Vater Jesu Christi ist, über beinahe väterliche Autorität verfügt. Es ist also natürlich und des seligen Josef überaus würdig, dass er, wie er einst die Familie zu Nazareth mit allen nötigen Mitteln aufs gewissenhafteste zu beschützen pflegt, so nun mit himmlischem Schutz die Kirche Christi behütet und verteidigt.(...)"

aus: Heinrich Denzinger,Kompendium der Glaubensbekenntnisse und der kirchlichen Lehrentscheidungen

Ganze Enzyklika hier


Freitag, 1. März 2013

Das Konklave im Monat des heiligen Joseph, Schutzpatron der Kirche

Papst Benedikt XVI. tat nichts unüberlegt, wie jüngst Kardinal Arinze feststellte
Sicher kam es dem Papst sehr gelegen, dass das Konklave durch den von ihm ausgewählten Rücktrittstermin ausgerechnet in dem Monat stattfindet, der traditionell dem hl. Joseph, dem Bräutigam der Gottesmutter und dem Nährvater Jesus Christi gewidmet ist, der vom sel. Papst Pius IX. 1870 zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche erhoben wurde.
Bis zur Wahl des neuen Papstes sollte es jedem Katholiken ein Herzensanliegen sein, sich täglich an diesen so mächtigen Fürsprecher bei Gott zu wenden:

Hl. Joseph ,Patron der Kirche, bitte für uns
Gebet zum heiligen Joseph für die Kirche 

V: Zu dir, o heiliger Joseph fliehen wir in unserer Not und bitten voll Vertrauen um deinen Schutz. Bei der Liebe, welche dich mit der unbefleckten Gottesmutter verbunden, und der väterlichen Zärtlichkeit, mit der du das Jesuskind umfangen hast, flehen wir dich an:

A: du wollest in Milde hinblicken auf das Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blute erworben hat.

V: Hilf uns in unserer Not mit deinem mächtigen Beistand, o fürsorglicher Beschützer der Heiligen Familie.

A: und wache über die auserwählte Schar der Jünger Jesu Christi.

V: Halte ferne von uns, o liebreicher Vater, alle Ansteckung durch Irrtum und Verderbnis.

A: Stehe vom Himmel her uns gnädig bei, du unser starker Helfer, im Kampfe mit den Mächten der Finsternis.

V. Wie du einst das Jesuskind aus der höchsten Lebensgefahr errettet hast, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen die Nachstellungen der Feinde und gegen jede Widerwärtigkeit.

A: Nimm uns alle unter deinen beständigen Schutz, auf dass wir nach deinem Beispiel und mit deiner Hilfe heilig leben, selig sterben und die ewige Seligkeit im Himmel erlangen mögen. Amen. 


aus: Gottesdienst, Gebet- und Gesangbuch für das Erzbistum München und Freising, 1950, S. 50



Freitag, 15. Februar 2013

Kardinal Arinze erklärt, wie der Rücktritt des Papstes den Glauben stärken kann



Kardinal Arinze sagt in seiner Stellungnahme zum Rücktritt des Papstes etwa folgendes (ab Min. 2:30): 
" (...) Gott ist immer da, der Heilige Geist geht nicht in Urlaub. Daher: es wird einen anderen Papst geben, er wird gewählt werden, zwei Wochen nach dem 28. Februar etwa. (...)
Manche Leute werden jetzt so erschüttert sein, dass es ihre Sichtweise ändert.
Meine Hoffnung und mein Gebet ist, dass dieser Rücktritt vielen helfen wird, in unserem Glauben wesentlich gefestigter zu werden. Unser Glaube gründet nicht auf den Papst, er gründet sich auf Christus, der die Grundlage der Kirche ist, Christus ist derselbe gestern, heute und derselbe für immer.  
Wir sind alle nur Diener, wir kommen und gehen. Christus kommt und geht nicht, er bleibt immer. Ohne Christus hat die Kirche keine Bedeutung. 
Der Papst ist nur Diener, und tatsächlich ist einer seiner Titel "Diener der Diener Gottes". Er ist nicht für sich selbst da, oder zum eigenen Ruhm. Daher war seine Handlung gestern etwa so wie: „Ich bin ein Diener und ich denke, jetzt sollte der nächste Diener kommen.“ Sehr gut für die Kirche und sehr nobel von ihm.

So kann dieses Ereignis uns allen helfen, unseren Glauben zu vertiefen und auch weniger sentimental zu werden. Gefühle sind nichts schlechtes, aber die Leute können es damit übertreiben.
Viele Leute gehen leicht über zum „mögen“ über . Ich mag dieses, ich mag dieses Gesicht, ich mag den Stil von diesem. O, (lacht) nicht alle Päpste werden das gleiche Gesicht haben. Nicht jeder Papst kann den gleichen Stil haben. Der sel. Papst Johannes Paul II. ist nicht derselbe wie Papst Paul VI. und ist nicht derselbe wie Pius XII. und nicht derselbe wie der sel. Johannes XXIII., aber: alle von ihnen sind Nachfolger des hl. Petrus 
(...) So kann dieses Ereignis für alle von uns Stärkung und Reinigung unseres Glaubens werden. Das ist sehr wichtig. Ich würde sagen: Papst Benedikt lehrt uns wohl vieles mehr, als wir bemerken."
Auch der Heilige Vater hat in den letzten Tagen mindestens zweimal betont, dass Christus immer für Seine Kirche sorgt.
"Wie ihr wißt – [Applaus] Danke für eure Zuneigung! –, habe ich mich dazu entschlossen, auf das Amt, das mir der Herr am 19. April 2005 anvertraut hat, zu verzichten. Ich habe dies in voller Freiheit zum Wohl der Kirche getan, darüber habe ich lange gebetet und vor Gott mein Gewissen geprüft. Ich bin mir der Schwere dieses Aktes sehr bewußt, aber ich bin mir ebenso bewußt, nicht mehr in der Lage zu sein, das Petrusamt mit der dafür erforderlichen Kraft auszuüben. 
Mich trägt und erleuchtet die Gewißheit, daß es die Kirche Christi ist und der Herr es ihr nie an seiner Leitung und Sorge fehlen lassen wird. Ich danke euch allen für die Liebe und für das Gebet, mit dem ihr mich begleitet habt. [Applaus] Danke! Ich habe in diesen für mich nicht leichten Tagen gleichsam physisch die Kraft des Gebets verspürt, die mir die Liebe der Kirche, euer Gebet bringt. 
Betet weiter für mich, für die Kirche und für den kommenden Papst. Der Herr wird uns führen. 
Quelle: http://kath.net/detail.php?id=40077

Dienstag, 1. Januar 2013

... heilig musst du werden - und fange heute noch an!

Ein Katholik bist auch du, lieber Leser, bedenke dieses wohl! Du bist ein Mitglied jener allgemeinen oder katholischen Kirche, welche die ganze Erde umfasst, in den Himmel reicht und dort in ihren Heiligen triumphiert. — 

Du bist ein Katholik, und somit ein Mitbruder, ein Mitgenosse jener Schar von Heiligen, welche die katholische Kirche, diese heilige, liebende Mutter, in ihrem Schoße durch die heilige Taufe wiedergeboren und durch ihre Sakramente geheiligt hat. In der heiligen, katholischen Kirche sind die Heiligen geboren, deren Leben du gelesen und betrachtet hast. — 

Nur die katholische Kirche hat Heilige, nur sie hat von Christus die Kraft und die Macht, aus ihren Kindern Heilige zu bilden. Keine andere Religion, als allein die katholische, hat Heilige. Von dem Tage an, wo die Irrgläubigen sich von der katholischen Kirche getrennt, haben sie die Gnade verloren, Heilige zu bilden und zu besitzen. 

Du bist in der Kirche geboren und erzogen, die heilig ist, heilig in ihrem Stifter Jesus Christus, heilig in ihren Sakramenten, heilig in den Auserwählten, die sie in den Himmel gesendet, und in dieser Kirche kannst auch du ein Heiliger werden. Und heilig mußt du werden, willst du eingehen in das Himmelreich. Unheiliges, Unreines kommt nicht in den Himmel. 

Du kannst heilig werden, wenn du nur willst, sagt der heilige Thomas von Aquin. 
Es gilt für dich das gleiche Wort, welches der heilige Augustinus ausgesprochen, als er das Leben des heiligen Antonius erzählen hörte und vernommen hatte, dass, von dem schönen Beispiele dieses Heiligen gerührt, zwei kaiserliche Beamte ihre angelobten Bräute verließen und dem Dienste Gottes sich weihten: „Können es diese, warum nicht auch ich?" Haben die Heiligen heilig werden können, warum nicht auch du und ich? 

Sie waren Menschen wie wir, sie hatten mit ihren Neigungen, mit der Welt, mit den Versuchungen des Satans zu kämpfen wie wir, sie mussten leiden wie wir, arbeiten wie wir, kurz sie waren, ob auf dem Throne, ob im Bettlergewande, ob reich oder arm, schwache Menschen wie wir, aber mit der Gnade Gottes, die ihnen immer zur Seite war, kämpften sie einen guten Kampf, siegten und errangen die Krone.

Und diese unvergleichliche, unvergängliche Krone ist auch dir von Gott bestimmt. Sollst du sie nicht auch erlangen können? Es ist nicht so schwer, als du meinst. 
Den Weg zum Himmel kennst du. Christus, das Haupt der Heiligen, hat ihn gezeigt und ist ihn vorangegangen, die Heiligen, seine glorwürdige, ohne Makel der Sünde empfangene Mutter an der Spitze, sind ihm nachgefolgt. 
Jetzt ist der Weg ausgetreten und geebnet, du darfst nur in die Fußstapfen der Heiligen treten und kannst nicht irre gehen. Die Nachfolge der Heiligen ist die Hauptsache. Hierzu ist diese Legende, welche du durchgelesen, geschrieben. 

Was hilft es dir, wenn du in diesem Buche gerne liest, die schönen Beispiele der Heiligen kennen lernst, sie verehrst und um Fürbitte anrufst, wenn du ihnen nicht nachwandelst, ihre Tugenden nicht nachahmst? 
"Die vornehmste Ehre eines Märtyrers ist die Nachfolge des Märtyrers," sagt der heil. Chrysostomus. „Weiche nicht ab von dem Beispiele des Wandels der Heiligen, damit du ihrer Fürbitte teilhaftig werdest," ermahnt der heilige Bernhard, denn, "sie müssen etwas von ihren Tugenden in uns sehen, damit sie sich würdigen, bei Gott für uns zu bitten," schreibt der heilige Augustinus. 
Und „wenn wir mit den Heiligen eine Gemeinschaft haben wollen im Himmel, so müssen wir an ihre Nachfolge denken," sagt der gleiche Heilige....

So ermutige dich denn, lieber Leser, mit diesem Heiligen und sage zu deiner Seele: Wohlan, können es diese und diese, warum nicht auch ich? 
Flehe zu Jesus um seinen Beistand, rufe zu Maria um ihre Fürbitte, und fange heute noch an, den Weg zu gehen, den die Heiligen gegangen. 

Du kannst zwar in deinem Stande nicht in allen Stücken die Heiligen nachahmen, z.B. in Verlassung der Welt und alles Zeitlichen, in Erduldung der grausamen Peinen usw., du kannst aber ihre schönen Tugenden: ihren Glauben, ihr Vertrauen auf Gott und ihre Liebe zu den Nächsten, ihren Abscheu vor jeder Sünde, ihre Barmherzigkeit, ihre Keuschheit, ihre Sanftmut, ihre Abtötung und Bußfertigkeit, ihre Geduld im Kreuz und Leiden üben und dadurch heilig und selig werden. 

Gut wird es sein, wenn du irgend einen Heiligen, dessen Stand und Alter zu dem deinen passt und dessen schönes Beispiel auf dich den größten Eindruck macht, zu deinem Vorbilde und besondern Patron auswählst und dich bemühst, ihm nach Kräften nachzufolgen. —

O folge meinem Rat, ich bitte dich! denn heilig mußt du werden, willst du eingehen in das Himmelreich.

Quelle: Schlusswort von Pfarrer Ott zu dieser Heiligenlegende, die zu großen Teilen online zu lesen hier



Samstag, 29. Dezember 2012

Über die Freiheit der Kirche - zum Fest des hl. Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury und Märtyrer

hl. Thomas Becket
Der hl. Thomas Becket lebte von 1118 bis 1170. Er wurde bereits wenige Jahre nach seinem Märtyrertod 1173 von Papst Alexander III. heiliggesprochen. Sein Feiertag ist der 29. Dezember.

Ausführliche Heiligenlegende hier
passende Brevierlesung hier


Die Freiheit der Kirche, 

für welche der heilige Thomas bis aufs Blut gekämpft, für die er sein Leben geopfert, ist so notwendig, dass ohne sie die Kirche, wie sie Jesus Christus gestiftet und geordnet, nicht bestehen kann. Christus, Gottes Sohn, hat seinen Aposteln und in ihnen ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern befohlen, allen Völkern das Evangelium zu verkünden und die Sakramente zu spenden.

Die gleiche Gewalt, die er hatte, gab er auch ihnen, um ihre große Aufgabe, alle Menschen in seine heilige Kirche einzuführen, sie zu lehren, zu heiligen, zu beseligen, lösen zu können. Die Apostel taten, wie ihnen der Herr geheißen; sie predigten Juden und Heiden das Evangelium, spendeten denen, die glaubten, die heiligen Sakramente, stifteten Gemeinden, feierten das heilige Opfer, weihten und sendeten Bischöfe und Priester, hielten Konzilien, ordneten den Gottesdienst und die gottesdienstlichen Gebräuche, sammelten und empfingen Almosen, pflegten die Armen durch ihre Diakonen und verwalteten das Gut der Kirche, welches die Gläubigen zu ihren Füssen niederlegten. — 

Sie ließen sich in ihrem Wirken als Diener des Herrn, als Verkünder seines Wortes, als Ausspender seiner heiligen Geheimnisse, durch keine weltliche Macht hindern. 
Als der hohe Rat zu Jerusalem dem heiligen Petrus und Johannes das Predigen verbot, sagten sie: „Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen," und ließen sich nicht hindern, obschon sie in das Gefängnis geworfen und gegeißelt wurden. 
Sie gestanden also der weltlichen Macht nicht das Recht zu, die freie Ausübung ihres heiligen Amtes zu verbieten. — 

Als das Christentum sich immer weiter verbreitete, immer mehr christliche Gemeinden entstanden, weihten die Apostel Bischöfe und Priester, und gaben ihnen den Auftrag und die Vollmacht, die Gemeinden oder Kirchen zu regieren, ohne dass eine weltliche Macht sie hinderte. 
Die Apostel starben, Petrus, das Haupt der Kirche, wurde zu Rom gemartert, aber an seine und der übrigen Apostel Stelle traten ihre Nachfolger, und verwalteten ungehindert ihr heiliges Amt; sie predigten, spendeten die heiligen Sakramente, weihten und sendeten Priester, errichteten neue Gemeinden, brachten das heilige Opfer dar, und ordneten alles, was zum Heile der Kirche und der Gläubigen diente. Keine weltliche Macht redete ihnen etwas ein. 

Wenngleich die heidnischen Kaiser die Kirche 300 Jahre blutig verfolgten, so dachten sie doch nicht daran, in die innere Einrichtung der Kirche, in ihre Regierung und Verwaltung einzugreifen. Die Kirche hatte in dieser Beziehung ihre volle Freiheit. Die Päpste zu Rom z. B. waren in den ersten Jahrhunderten ihres heiligen Glaubens wegen nicht sicher, aber sie konnten ungehindert Bischöfe weihen und senden, Verordnungen erlassen, neue Einrichtungen treffen etc., hierin redeten ihnen die Feinde des Christentums nichts ein. 
Und diese notwendige Freiheit der Kirche war auch Ursache, dass sich das Christentum verbreiten, befestigen, ihre heilsamen, segenbringenden Wirkungen überall äußern konnte. 

Als aber die Mächtigen der Erde, die Kaiser, Könige und Fürsten das Christentum annahmen, da geschah es, dass dieselben, nicht mit ihrer weltlichen Macht zufrieden, es auch versuchten, in die Regierung der heiligen Kirche, welche doch allein dem Papste und den Bischöfen zusteht, sich einzumischen, ja die Freiheit der Kirche, ihre Rechte, die ihr Gott verliehen, zu beeinträchtigen, zu hemmen und zu unterdrücken. 
Sie maßten sich Rechte an, die ihnen Gott nicht verliehen, bedrückten und verfolgten deshalb die Päpste und die Bischöfe, welche sich nach dem Beispiele der Apostel dagegen erhoben, und hemmten so die Lebensäußerung der Kirche, hinderten sie, ihre Kraft zum Heile der Völker zu entwickeln, und schlugen der Kirche dadurch große Wunden. 

Die Kirche kann sich aber dieses nicht gefallen lassen, sie muss dagegen protestieren, kämpfen und ihre Diener, die Päpste, die Bischöfe usw., müssen bereit sein, dafür, wie der heilige Thomas, selbst das Leben hinzugeben. 
Wo die katholische Kirche keine Freiheit hat, wo sie an ihrer himmlischen Sendung von der weltlichen Gewalt gehindert wird, da bricht geistliches Verderben ein und die Herden Christi gehen zu Grunde.

Aus dem Gesagten kannst du also einsehen, wie der hl. Thomas gegen den König Heinrich kämpfen musste bis auf den Tod; und wie auch in neuerer Zeit der Papst und die Bischöfe überall ihre Stimme erheben und feierlich protestieren, wo in ihre göttlichen Rechte eingegriffen wird, wo sie an der Ausübung ihres Amtes gehindert werden. 

Sie müssen es tun, wollen sie nicht Verräter der heiligen Sache Gottes sein. Die Waffen aber, womit sie kämpfen, sind Bitten, Tränen, Leiden, und mit diesen Waffen haben sie immer gesiegt; denn Christus, das Haupt der Kirche, verlässt sie nicht, und führt sie immer zum Siege. —

Wenn du daher, lieber Leser, hörst, dass in irgend einem Lande die katholische Kirche von der weltlichen Gewalt in ihren Rechten und Freiheiten gekränkt und bedrückt wird, dann leide auch du mit, und flehe zu Jesus, dass er sich erheben und seiner heiligen Kirche Schutz und Schirm sein wolle. 
Verrichte auch öfters folgendes
Gebet. O Jesus, der du mit einem Worte Stürmen und Wellen geboten und sie gestillt hast, komme deiner heiligen Kirche, über welche sich die Stürme der Verfolgung erhoben haben, zu Hilfe; demütige ihre Feinde, und stärke ihre Hirten, dass sie unerschütterlich festhalten an der Ordnung, die du festgesetzt hast, und eher das Leben lassen, als die Treue brechen, die sie deiner heiligen Kirche geschworen haben. Amen.
Alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858 
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