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Donnerstag, 6. November 2014

"Gute Streiter Christi", "manipulierter Synodenzwischenbericht": Was Kardinal Burke und Weihbischof Athanasius Schneider jüngst sagten

Beide äußersten sich vorgestern unabhängig voneinander zur Familiensynode.

Hier Kardinal Burke in Wien und hier Weihbischof Schneider in der englischen Übersetzung eines ursprünglich polnischen Interviews. 

Wie man "positive Werte" in schwer sündhaften Handlungen finden kann, so wie auf der Synode unter den Augen von 192 katholischen Bischöfen und einem Papst geschehen, ist Kardinal Burke Gott sei Dank schleierhaft. 
Da ist er unter den Kardinälen ja fast allein auf weiter Flur, wie es dem ohrenbetäubenden Schweigen der anderen nach scheint.

Außerdem wunderte sich der Kardinal, dass man heutzutage agiere, als müsse die Kirche aus dem Nichts neu erfunden werden und als gäbe es keine 2000 Jahre Kirchengeschichte und -tradition.


Weihbischof Schneider
Neuheidnische Elemente gab es im offensichtlich manipulierten, weil schon vor der Synode bereiteten Text des Synodenzwischenberichts zu lesen, sagte Weihbischof Schneider u. a.
(Anmerk.: Schon Rorate caeli hatte sich damals gewundert, wie es sein kann, dass die 6000 Worte der Zusammenfassung des angebliche  Geschehens in der ersten Woche, zusätzlich übersetzt in vier andere Sprachen, schon am Montag vom Vatikan hochgeladen wurden, wo man sonst im Vatikan für so etwas beinahe ewig braucht.)

Er gibt in dem Interview verzweifelten Gläubigen gute Ratschläge und lobt diejenigen katholischen Blogger und Journalisten, die "als gute Streiter Christi" zu den unglaublichen Vorgängen auf der Synode nicht geschwiegen haben.


Siehe auch:
Synodenzwischenbericht aus dem Vatikan redet himmelschreiende Sünde schön

und
Ein einziger Bischof weltweit trifft den Kern der Familiensynode

und
Papst Franziskus Sieg auf ganzer Linie: Der erste Erzbischof hat den Hauptvorschlag des Synodenprogramms schon umgesetzt
und

Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz findet Synodenzwischenbericht inakzeptabel



Selbsternannter „Bischof“ einer „katholischen Reform-Kirche“ war vom Vatikan zur Teilnahme an der Familiensynode eingeladen - mit Nachtrag


"Bischof" Karl Rodig, erste Reihe ganz links, im Petersdom, 2014
Warum er sich zusätzlich scheinbar für einen Franziskaner hält,
wurde mir beim Googeln nicht ersichtlich
Karl Rodig wurde in Österreich 1986 zum Priester geweiht und verließ schon nach drei Jahren die katholische Kirche, um ein spezielles "Reform"-Süppchen zu kochen. 
Bei ihm wurde der Spruch wahr: "viele Wege führen nach Rom", denn er wurde in seiner Funktion als "Bischof" einer selbstgegründeten "Kirche" zur Familiensynode im Oktober 2014 in den Vatikan eingeladen.
Karl Rodig oben in der linken Bildecke
Zwischenzeitlich hatte er 1998 die "Reformed Roman Catholic and Apostolic Church” gegründet. 2007 hat er den Namen in “The Ecumenical Catholic Church of Christ” geändert. Sie vereint abtrünnige Katholiken aller Riten, sowie ehemalige Mitglieder protestantischer "Kirchen".
Er ist der "Ökumenische Primas" dort, möchte aber nach eigenen Aussagen so nicht genannt werden, sondern nur "Vorstehender Bischof".

Wie es auf seiner Website* 
aussieht, hat er seine „Kirche“ hauptsächlich deshalb gegründet, um das Zölibat zu sprengen, denn er verheiratet seine Priester teils höchstpersönlich. Dem Frauenpriestertum ist er natürlich auch nicht abgeneigt (siehe sein Bild unter diesem Link bei "Ökumenische Freunde in den USA"), ebenso wenig wie den Homo-Paarungen.
Workshop auf der Familiensynode 2014 für Catholic Church Reform
"Bischof" Rodig ist sechster von links
Ihr speziell zur Synode eingerichtetes Blog hier
Hier sind weitere skandalöse Fotos von seinen Aktivitäten im Vatikan, die er auch auf der Website seiner "Kirche" unter der Rubrik "Call for Unity", "Aufruf zur Einheit" hochgeladen hat.

Wenn man auf seiner Website surft, kann man lesen, dass er für Catholic Church Reform** Berater ist, was auch sehr wahrscheinlich gleichzeitig die Frage beantwortet, woher er das ganze Geld für sein umfangreiches weltweites "Apostolat" hat. 

Mitglieder bei CCR sind, wie "Bischof" Rodig schreibt, auch Hans Küng und die notorische Schwester Joan Chittister; zu den unglaublichen, anti-katholischen Agit-Prop-Werken der letztgenannten, die jeden Absolventen des Roten Klosters hätten vor Neid erbleichen lassen (Schule für subversive Journalisten der DDR , interessantes Insider-Buch einer Absolventin hier), verlinke ich jetzt nicht.

*http://www.ecumenicalccc.org/
**ist so etwas ähnliches wie die von Hans Küng mitgegründete "Reform"-Bewegung "Wir sind Kirche"

Nachtrag: Wer hat Karl Rodig zum Priester geweiht? "Zufällig" Papst Franziskus UN-Umwelt-Spezialberater Bischof Erwin Kräutler, der schon früh erklärte, Papst Franziskus benutze das Vokabular der Befreiungstheologie. (Bild  der Priesterweihe hier)

Nachtrag IIHier steht "Bischof" Rodig neben einer "Bischöfin", die in Österreich gerade wieder Schlagzeilen macht, weil eine englische Zeitung nachgeforscht hatte, was aus ihr geworden ist. 
In diesem Interview lobt sie Papst Franziskus, der "sehr hart arbeite" um die Dinge zu ändern, aber  es sei eine harte Strecke. Und sie hoffe, dass die Anwesenheit von Leuten wie ihr die Dinge etwas einfacher machten.


Freitag, 31. Oktober 2014

Zumindest englische Version des Synodenschlussberichts endlich online - mit Nachtrag

Nachdem im anglo-amerikanischen Sprachraum gestern schon von weiterer Manipulation der Familiensynode gesprochen wurde, weil der extrem tendenziöse Zwischenbericht zwar weiterhin in vielen Sprachen zugängig war, aber zwei Wochen nach Abschluss der Synode immer noch keine Übersetzung des italienischen Texts der "Relatio Synodi", des Abschlussberichts, vorlag, lud der Vatikan zufällig gestern das englische Dokument hoch, rückdatiert auf den 18. Oktober.

Auf andere Sprachen wartet man immer noch.


Wie schon hier gesagt: Der Riesenerfolg für Progressive ist, dass "Homosexualität" mittlerweile unter der Rubrik Familie geführt wird. Der entsprechende Paragraph wurde auf Wunsch von Papst Franziskus in das Abschlussdokument eingefügt und an die "Ortskirchen" zur Diskussion während des nächsten Jahres ausgesendet, obwohl keine zwei Drittel Mehrheit der Bischöfe dafür gestimmt hatte.


Und auch andere zeitgenössische menschliche Erfahrungen werden jetzt unter "Familie" geführt, ganz offiziell in einem Dokument des Vatikan.

Im englischen  Abschlussbericht kann man übrigens gut den Dreischritt: Sehen, Urteilen, Handeln erkennen:
I. Listening: The Context and the Challenges of the Family 
II: Looking at Christ: The Gospel of the Family 
III: Facing the Situation: Pastoral Perspectives 
Was sagt Kardinal Marx, Mitglied des C8-Rates, zu dem Schlussbericht:
Frage: Wie geht es jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte zur zweiten Synode im kommenden Jahr? 
Marx: Der Papst hat seiner Abschlussansprache deutlich gemacht, dass die Relatio, das Schlussdokument der Synodenberatungen, die Vorbereitung für die nächste Synode ist. 
Er sprach ja von einem Jahr bis zur kommenden Synode, um die hier in Rom diskutierten Ideen «in einer wirklichen geistlichen Unterscheidung reifen zu lassen» und Lösungen für alle Schwierigkeiten zu finden. Ich nehme es als Auftrag an, dass unsere Bischofskonferenz und die einzelnen Diözesen die in dem Bericht aufgeführten Themen aufgreifen - und zwar im Sinne einer Vertiefung und Konkretisierung. 
Der vorliegende Text ist kein Endpunkt, sondern ein Doppelpunkt. Er kann nicht die Lehre der Kirche zu Ehe, Familie und Sexualität samt der dazugehörenden pastoralen Praxis abschließend darstellen. 
Wir müssen uns also nochmals an die Arbeit begeben. Nach der Synode ist vor der Synode!

Nachtrag: Die beiden Links zu dem Synodenbericht funktionieren nicht mehr, man wird nur zur Vatikanhomepage geleitet. Nachdem ich fünf Minuten nach dem Bericht auf der Vatikanseite gesucht habe, muss ich für den Moment aufgeben.

Nachtrag II: Unter einem anderen Link des Vatikan gibt es das Dokument noch.


Siehe zu diesem "Dreischritt" auch:
Papst Franziskus "induktiver" Kampf gegen "die rechte Szene in der Kirche"

und
Was haben das Konzilsdokument "Gaudium et Spes" und die Enzyklika "Mater et Magistra" mit der Familiensynode zu tun?

und
Synodenzwischenbericht aus dem Vatikan redet himmelschreiende Sünde schön




Donnerstag, 23. Oktober 2014

Papst Franziskus Sieg auf ganzer Linie: Der erste Erzbischof hat den Hauptvorschlag des Synodenprogramms schon umgesetzt

Wie schon hier beschrieben, fanden einige konservative und/oder traditionelle Katholiken, dass Papst Franziskus und seine Freunde auf der Familiensynode eine schwere Niederlage einstecken mussten.
Lei
der ist dabei offensichtlich der Wunsch der Vater des Gedanken, denn wie es scheint, hat kaum einer die Abstimmungsergebnisse gesehen, wo eine Mehrheit der Bischöfe für die strittigen Punkte gestimmt hat, aber eben noch nicht die erforderliche zwei Drittel-Mehrheit. 

Eine Mehrheit der Synodenbischöfe also stimmt für bis dato revolutionäre Themen? Wo ist da die Niederlage?

Wir durften uns kürzlich von einem Priester (der, wie es scheint nur „Tagespost“ liest, wo man natürlich nicht viel erfahren kann) das Übliche anhören: 

Die bösen Medien erzeugen einen Druck und erwecken falsche Hoffnungen für die Synode; wir sollen uns alle nicht irre machen lassen, denn: es ist auf der Synode noch kein lehramtliches Dokument herausgekommen!!! 
Na wunderbar, dann können wir uns ja alle, wie schon seit 50 Jahren, beruhigt weiter schlafen legen.

Ich muss sagen, dass mich Aussagen solcher Priester, die die Gläubigen in falscher Sicherheit wiegen, mittlerweile zorniger machen als all die Progressiven im Vatikan und anderswo, die übrigens sehr interessante Leute sind

Gab es zur Durchsetzung der weltweiten Handkommunion etwa ein „lehramtliches Dokument“? 
Nein, im Gegenteil, bis heute gibt es keines, wohl aber ein lehramtliches Dokument, das besagt, dass auch im Novus Ordo die Mundkommunion weiterhin die ordentliche Form des Kommunionempfangs ist. 

Für Handkommunion gibt es nur eine Ausnahmeregelung (Indult), in der steht, dass nicht der Priester oder Bischof über die Handkommunion entscheidet, sondern der einzelne Gläubige.  Und trotzdem wird allen die Handkommunion von Priestern oder Bischöfen aufgedrückt, obwohl diese Ausnahmeregelung nicht einmal für alle Teile der Weltkirche in Kraft ist. 
Es gibt seit Jahrzehnten auch ungezählte Fälle in denen, in Ungehorsam gegen die Bestimmungen des Vatikan, den Gläubigen sogar die gewünschte Mundkommunion von Priestern verweigert wird, natürlich ohne disziplinäre Folgen für solche Priester.

Nach fünfzig Jahren „Kirchenaufbruch“ durch Progressive müsste man doch mittlerweile auf der „konservativen“ Seite gemerkt haben, wie der Hase läuft.

Um ihre "aufbrechenden" Ziele durchzusetzen, brauchen die Progressiven nämlich nicht einmal ein „lehramtliches Dokument“, wie die Geschichte reichlich zeigt. 

Im Gegenteil, davon wollen sie ja wegkommen, es soll ja möglichst vom Lehramt und besonders von Dogmen niemand mehr reden und am besten gar nicht wissen, dass so was überhaupt existiert.

Die Progressiven wissen seit Jahrzehnten genau, auf welche nur ihnen bekannten Zauberworte 
(weil sich kein Konservativer für ihren Sprachcode interessiert) aus Rom hin sie loslegen müssen. 

Ein aktuelles und vom Papst selbst oft gebrauchtes Zauberwort heißt „Öffnung“ oder – ganz deutlich  Keine Angst vor Neuem“. 

Und schon geht es los, alle Progressiven haben den Startschuss gehört, so wie z. B. in der Diözese Atlanta, wo der Erzbischof persönlich einen „Gay Pride March“ unterstützt. Der „Schwulenstolz-Marsch“ fand am 14. Oktober 2014 statt. Das dazu passende Einladungs-Flugblatt der Diözese in Regenbogenfarben kann hier besichtigt werden.

Das war übrigens acht Tage, nachdem ein Ehepaar auf der Bischofssynode vom Papst ermutigt, forderte:

Pfarreien sollen "gleichgeschlechtliche Paare" willkommen heißen.

Offensichtlich hat auch kaum einer der „Konservativen", die meinen, der Papst hätte eine Niederlage erlitten, gemerkt, was der wirkliche Sieg der Synode war: 
Seitdem wird nämlich „Homosexualität“ sogar vom Vatikan unter der Rubrik „Familie“ geführt. Ein Supercoup!

Zusätzlich kann man u. a. im Synodenabschlussbericht bei den zahlreichen ohne Trauschein lebenden „Paaren" 
(heute im Vatikan "irrreguläre Beziehung" genannt) , zu Deutsch: Todsündern gegen das 6. Gebot, „positive Werte finden. 
Solche „Paare“ werden natürlich auch von nun an unter der Rubrik "Familie“ geführt.

Aber, alles kein Grund zur Beunruhigung, es gibt dazu kein lehramtliches Dokument!

Übrigens: Obwohl der Bischof von Rom sonst soooo kollegial ist, hat er, gegen den Mehrheitswillen seiner Kollegen, diejenigen Passagen des Synodenabschlussdokuments, für die es keine Mehrheit unter den Synodenvätern gab, dennoch zur Aussendung an die „Ortskirchen“ bestimmt, wo sie jetzt ein Jahr lang mitdiskutiert und bearbeitet werden:

Insgesamt drei Abschnitte bekamen nicht die qualifizierte Mehrheit von über 123 Stimmen, bei zweien ging es um die wiederverheirateten Geschiedenen und beim dritten um die Einstellung gegenüber Homosexualität. 
Eine Mehrheit der Synodenväter hieß sie gut, aber nicht die notwendige zwei Drittel Mehrheit. 
Die Entscheidung des Papstes zur Veröffentlichung zeigt aber, dass das Teil der Debatte sein soll, wenn auch der Wille der Bischöfe sich deutlich geäußert hat. 
Nun geht der synodale Prozess weiter, die Ortskirchen sind am Zug.
Man sieht deutlich, was Papst Franziskus wichtig ist. 

Aber wie gesagt, diese Aussendung ist ja kein lehramtliches Dokument. Schlaft alle weiterhin gut!

Wer nicht schlafen will, sondern im Sinne von Papst Franziskus mitarbeiten, kann bei diesem englischen Blogger lesen, wie man „Schwule und Lesben“ und sogar noch weitere „LGBT“ler am besten in den „Ortskirchen“ willkommen heißen kann.

Wer stattdessen lieber lesen möchte, wie die Progressiven weltweit feiern und warum: hier und hier oder hier, in einem berühmten Jesuitenmagazin.


Siehe auch:
Synodenzwischenbericht aus dem Vatikan redet himmelschreiende Sünde schön
und

Das Schweigen der Priester zu den Vorgängen im Vatikan
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