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Montag, 25. Mai 2015

Über den Umgang mit gefährlichen und schlechten Beziehungen

"§ IV Die Heiligung gesellschaftlicher Beziehungen 
Allgemeine Grundsätze 
585. Nach dem ursprünglichen Plane sollten die Geschöpfe uns zu Gott führen, da sie uns erinnern, dass Er der Urheber und die vorbildliche Ursache (causa exemplaris) aller Dinge ist.  
Seit der Erbsünde üben sie jedoch einen solchen Einfluss auf uns aus, dass sie uns, wenn wir uns nicht in Acht nehmen, von Gott abwendig machen oder wenigstens auf unserem Weg zu Ihm ein Hindernis sind.  
Wir müssen darum diese Neigung bekämpfen und im Geiste des Glaubens und des Opfers uns nur insofern der Menschen und Dinge bedienen, als sie uns Mittel sind, um zu Gott zu gelangen. 
(…) 
587. Es gibt aber auch gefährliche und schlechte Beziehungen, die uns zur Sünde verleiten. 
Entweder rufen sie in uns den Geist der Welt wach oder sie fesseln uns durch Empfindungen, die der Sinnlichkeit schmeicheln, so oft wir uns im Umgang mit diesen Personen befinden, und denen wir leicht zustimmen könnten.  
Diese Gelegenheiten müssen wir nach Möglichkeit meiden 
Kann man das nicht, so ist man verpflichtet, sie insofern weniger gefährlich zu gestalten, indem man durch größere Anstrengung des Willens die ungeordnete Anhänglichkeit an jene Personen bekämpft.  
Anders handeln, hieße seine Heiligung und sein Seelenheil in Gefahr bringen. „Denn wer die Gefahr liebt, kommt darin um“. Qui amat periculum, in illo peribit!" (Eccles., III,27)  
Je grösser das Verlangen nach Vollkommenheit ist, desto sorgfältiger muss man gefährliche Gelegenheiten meiden."
Alles aus:
Tanquerey, Adolphe, Grundriss der aszetischen und mystischen Theologie, Societe de Saint Jean l'Evangeliste; Paris 1931, S 418 -419

Adolphe Tanquereys Werke, besonders die zur Dogmatik,  waren fester Bestandteil der weltweiten Priesterausbildung vor dem Vatikanum II.
Mit welchen fadenscheinigen Argumente man deren Abschaffung betrieben hat, kann man hier in einer Gegenschrift von 1963 lesen.

Wie bekämpft man ungeordnete Anhänglichkeiten an Personen, die der Sinnlichkeit schmeicheln können, von Anfang an? Indem man sie gar nicht erst richtig ansieht!

Wie man das am besten macht, und wie es die Heiligen gemacht haben, beschreibt der heil. Kirchenlehrer Alphons Maria von Liguori hier und in den folgenden Kapiteln über "Die Abtötung der Augen" ausführlich. 

Diese allgemein gültigen Ratschläge und Anleitungen dort sind auch heute noch umsetzbar, wenn man (mit der Gnade Gottes) ernsthaft  (mitwirken) will.

Nur was man richtig gesehen hat, das kann einem die Phantasie als begehrenswert vorstellen, und nur über die Phantasie kann der Teufel auf den Willen einwirken
Aber was bzw. wen man gar nicht richtig angesehen hat, darüber kann man nicht phantasieren und es daher auch nicht begehren.






Mittwoch, 24. Juli 2013

Warum man sich unbedingt von lasterhaften Menschen fernhalten muss - Teil II

Der hl. Chrysostomus behauptete, dass, um einen Menschen genau zu kennen, man nur achtgeben müsse, mit wem er Umgang habe, denn die Freundschaft fordert, dass man entweder dem Freunde schon zuvor sehr ähnlich sei, oder dass man ihm ähnlich werde; und dies aus zwei Gründen, erstens weil man, um seinem Freunde zu gefallen, sich bemühen wird, ihn nachzuahmen, und zweitens, wie Seneca bemerkt, weil wir von Natur geneigt sind, das zu tun, was wir andere tun sehen. 
Vor allem lehrt uns dies die Heilige Schrift, in welcher es heißt: Sie vermischten sich mit den Völkern und lernten ihre Werke,* Ps. 105, 35. 
Auch bemerkt der hl. Bernhard, dass der hl. Petrus erst da seinen Herrn verleugnet habe, als er mit den Feinden Jesu beisammen war.
Alles vom hl. Kirchenlehrer Alphons Maria von Liguori aus: Gesammelte Predigten, erster Band, 42. Predigt

*geht weiter Ps. 105, 36: sie dienten deren Götzenbildern; und dies ward ihnen zum Fallstrick.

Warum man sich unbedingt von lasterhaften Menschen fernhalten muss - Teil I

Der Heilige Geist sagt: Der Freund der Toren wird ihnen gleich. Sprichw. 13,20
Jene Christen, die in der Ungnade Gottes dahinleben*, sind Toren, welche nach dem Ausspruch des P. Avila ins Narenhaus eingesperrt zu werden verdienten. Kann es auch nur eine größere Torheit geben, als die, an eine Hölle zu glauben, und dennoch in der Sünde fortzuleben. 
Wer aber mit solchen Toren Freundschaft schließt, wird ihnen binnen kurzem ähnlich sein. Wenn ein solcher auch noch so oft den Predigten selbst heiliger Männer beiwohnen sollte, so wird er dennoch lasterhaft bleiben, nach jenem Ausspruch: das Beispiel bewirkt mehr als Worte. Weshalb der königliche Prophet ausruft: Mit den Heiligen wirst du heilig sein und mit den Verkehrten verkehrt. Ps. 26,27. 
Der hl. Augustinus sagt, dass der vertrauliche Umgang mit lasterhaften Menschen einer Kralle gleiche, die uns zu demselben Laster fortreiße. Fliehen wir, sagt der Heilige, solche bösen Freunde, damit ihre Gesellschaft uns nicht zur Teilnahme an ihren Lastern verleitet. 
Ein ganzes Mittel zur Seligkeit ist es, sagt der heil. Thomas, dass man wisse, wen man fliehen sollte.
Alles vom hl. Kirchenlehrer Alphons Maria von Liguori aus: Gesammelte Predigten, erster Band, 42. Predigt

* D.h.: die im Stand der Todsünde leben.

Teil II: Hier klicken


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