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Dienstag, 12. April 2016

Kardinal Burke verärgert seine lehramtstreuen Anhänger mit seinen Äußerungen zu "Amoris Laetitia"

Kardinal Burke hat auf die jüngste Veröffentlichung von Papst Franziskus mit einem Beitrag im "National Catholic Register" reagiert. (Nachtrag: Deutsche Übersetzung hier)
(Vorab: Er sagt, keiner muss sich an "Amoris Laetitia" halten, siehe unten.) 

Was er noch gesagt hat, hat zu nicht wenig Verstimmung unter seinen treuen Anhängern im anglo-amerikanischen Sprachraum geführt (siehe hier, hier und hier), die ihm bislang nicht übel genommen hatten, dass er sie mit dem Desaster in Rom seit drei Jahren weitgehend allein gelassen hat. 

Jetzt sind sie jedoch enorm verstimmt, weil sie sich von ihm mit dem Vorwurf angegriffen fühlen, sie sähen, wie die säkularen Medien auch, in dem Dokument eine „Revolution“ und eine „Abweichung vom Lehramt“ und verwirrten damit zusätzlich andere Katholiken.


Quelle
Ich hoffe zwar, dass Kardinal Burke mit seiner Kritik an denjenigen, die in der Apostolischen Exhortation eine „Revolution“ sehen, in erster Linie die progressiven Katholiken gemeint hat, die mit Unterstützung von P. James Martin SJ, einem der Herausgeber des Jesuiten- Magazins „America“, jubilieren, weil sie ihre Homosex-Betätigung in dem Dokument nicht mehr als Sünde bezeichnet finden. (siehe die Tweets links)

Kardinal Burke hat seine Kritik jedoch so unglücklich formuliert, dass diejenigen Katholiken, die der katholischen Tradition treu sind, treu bleiben wollen und diese auch verteidigen wollen, sich von ihm angegriffen sehen.

Ansonsten versucht Kardinal Burke in seinem Beitrag im National Catholic Register wortreich zu erklären, dass sich keiner an die post-synodale Apostolische Exhortation „Amoris Laetitia“ halten muss, weil es kein lehramtliches Dokument darstellt, sondern der Papst darin nur seine persönliche Meinung und das Geschehen auf der Bischofssynode wiedergibt. 
Man müsse sich lediglich an das kirchliche Lehramt halten und "Amoris Laetitia" auch in diesem Licht lesen. Wie letzteres gehen soll, hat er nicht gesagt.

Warum ein Papst ein Dokument mit
 256 Seiten Umfang, lediglich mit seiner persönlichen Meinung als Inhalt, herausgibt, an das sich keiner halten muss, weil es nicht zum Lehramt zählt, erklärt Kardinal Burke leider nicht. 

Er erklärt auch nicht, wie es sein kann, dass die persönliche oder private Meinung des Papstes offensichtlich in weiten Zügen nicht mit dem kirchlichen Lehramt übereinstimmt, denn wenn beides beständig deckungsgleich wäre, kämen ja weder die säkularen Medien, noch die „progressiven“ Katholiken, noch die lehramtstreuen Katholiken auf die gemeinsame Idee, es handele sich um eine „Revolution“…


Ist tatsächlich ein Mann, der „privat“ nicht mit dem kirchlichen Lehramt übereinstimmt, von einer Mehrheit der Kardinäle zum Papst gewählt geworden?

Wo also ist der schon lang ersehnte Helden-Kardinal, der den lehramtstreuen Katholiken im diesem Kampf zu Hilfe kommt?

Ich bin sch
on lange der Meinung von Hilary White, es gibt ihn nirgends:

"I am acquainted with Cardinal Burke, at least a little, and honestly folks, he’s a good guy but a company man to the core. In all the outrages of the last three years, he has done the same thing over and over. He has either remained silent (Lalalalala Laudato Si… I can’t heeeaaar yooooouuu!) And, as Steve said above, each time he has said something publicly that has been taken by the press or anyone else as critical, he has instantly dived for the phone to backpedal as fast as he could.

I know people who have worked with him, and who probably will continue to do so. He did some pretty fun stuff at Synod 1, reportedly calling Walter Kasper a liar to his face in front of a bunch of other bishops, but he’s not the Guy. He never was. The really hard truth is, there isn’t one. The clericalist impulse in modern churchmen is just too strong. No one is coming to save us.

I realize it’s a hard habit to give up, but we really, really have to stop looking for a superhero to rescue us. We hate the idea that we’re it. We’re the ones stuck with the task of calling it like it is. The only bishop I think I still have any respect for (for the moment) is Athanasius Schneider, and he came right out and said recently that the task of defending the Faith is being laid on the lay faithful."
Eine Zusammenfassung von Punkten, die lehramtstreue Katholiken weltweit an "Amoris Laetitia" zu kritisieren haben, mit Links zu anderen guten Beiträgen gibt es hier.
Eine ausführliche deutsche Zusammenfassung der Entsetzen erregenden Inhalte kann man hier lesen.

Samstag, 17. Oktober 2015

Synode oder Schwindel?



Synod or Sham? Synode oder Schwindel? ist der Titel des neuen Videos von John Vennari, in dem sein Gesprächspartner Christopher Ferrara, ein Rechtsanwalt, meisterlich das Prozedere der sogenannten Bischofssynode erklärt, in dem die eingeladenen Synodenteilnehmer eigentlich gar nichts zu sagen haben und sie nur Dekoration in einem "Prozess" sind, dessen Ergebnisse schon lange vorher feststehen, weil Papst Franziskus mit seinem nur von ihm ausgewählten Top-Ten-Team offensichtlich schon alles vorher abgekartet hat.

Mich überrascht dass alles kein bisschen, denn wer sich hauptsächlich mit den Spitzenleuten der UN als Beratern umgibt (schon etliche Male in diesem Blog zur Sprache gebracht), der benutzt auch deren Methoden. 

Dass dazu die sogenannte Delphi-Technik gehört weiß ich, weil ich Joan Veon und ihre fundierten Recherchen über die UN ernst nehme.

Die Delphi-Technik dient seit Anfang der 60er Jahre dazu, einem ahnungslosen Publikum durch scheinbare Diskussionsrunden ein schon vorher feststehendes Ergebnis als "Konsens" aufzudrücken. 

Mit hoch professionellen Psycho-Methoden werden dabei die verschiedenen Lager gegeneinander in Stellung gebracht und vor allem wird alles getan, die identifizierten Abweichler von der Meinung, die herauszukommen hat, mundtot zu machen, hauptsächlich, indem man sie vor allen lächerlich macht, oder indem man ihnen die verschiedenen beliebten Stempel aufdrückt: Rassist, Fortschrittsfeind, Ewiggestriger, Dogmatiker usw, usw.

Eine kurze B
eschreibung der Delphi-Technik, entnommen dem Buch von Joan Veon The United Nations Global Strait Jacket gibt es hier.

Das Video unten handelt auch von solchen Techniken. 

Die Musik, mit der dieses Video unterlegt ist, fördert leider nicht die Konzentration auf den Inhalt, abstellen ist daher sehr ratsam. Dass fast jeder weltweit solche Musik hört, ist auch Teil der gewünschten Massenmanipulation, denn rationale Denkprozesse fördert das Anhören solcher Musik nicht. 
Es soll auch keiner mehr rational denken, denn mit dem Anheizen von Emotionen bei gleichzeitigem Vorenthalten von wesentlichen Fakten lassen sich die Leute viel leichter manipulieren.




Siehe auch:
Die "Parallel-Synode" in Santa Marta

und
Papst lädt führende Gegner der katholischen Lehre zur Bischofsynode ein




Freitag, 2. Oktober 2015

Live-Blogging über die schon jetzt abgekartete Synode

Die Journalistin Hilary White, deren Berichten aus Rom man trauen kann, beschreibt im verlinkten Artikel, wie es auf der Synode zugehen wird und dass jetzt schon abgesprochen ist, was herauszukommen hat:

The Synod on the Family: Can the “Good Bishops” Save Us? (Don't Hold Your Breath)

Nachtrag: Man sollte auch ihren Kommentar im Kommentarbereich des obigen Artikels lesen, der neue Erkenntnisse enthält, die sie auf einer Pressekonferenz im Vatikan gewonnen hat. (Screenshots davon am Ende dieses Posts.)

Ihr Blog, extra für die Synode eingerichtet, findet sich hier:

WHAT'S UP WITH THE SYNOD?
Untertitel: 
Live-Blogging während der Apokalypse

Warum sie das Blog eingerichtet hat, beschreibt sie hier und hier.


Ein weiterer sehr guter Artikel von ihr über die Entwicklung der katholischen Kirche seit dem Konzil und speziell unter dem Bergoglio-Pontifikat ist dieser:

Episcopal Mental Abuse and Papal Parental Neglect: How to Make a Neurotic Church

Über Absprachen vor der Synode, über die Hilary White auch berichtet, gibt es auch einen Artikel auf Deutsch:

Mittwoch, 16. September 2015

Papst lädt führende Gegner der katholischen Lehre zur Bischofsynode ein

Die Liste der 279 an der im Oktober stattfindenden Bischofsynode zur "Familie" teilnehmenden Bischöfe, Prälaten und Priester wurde mittlerweile veröffentlicht. 
45 Teilnehmer lud Papst Franziskus persönlich ein.

Zu diesen 45 gehören auch solche, die öffentlich konträre Positionen zur Lehre und Praxis der katholischen Kirche vertreten, wie Voice of the Family es formulierte.

Ich würde es mal weniger vornehm formulieren: er hat Mitglieder der f
ünften Kolonne eingeladen, die schon vor Jahrzehnten in Stellung gebracht wurde, deren Mitglieder sich reichlich Nachfolger herangezogen haben und die die katholische Kirche von innen heraus zerstörten und zerstören, ohne dass dieser überdeutlich erkennbare Abbruch, der von den Progressiven seit Jahrzehnten „Aufbruch“ genannt wird, allzu viele Katholiken gestört hätte und stört. 
Die Zahl der Priester, die öffentlich gegen den Abbruch ihre Stimme erhoben, war leider ebenfalls sehr begrenzt.

Ein Gutes hat das Ganze: nach der Synode wird es schwierig sein, die Katastrophe in der Kirche immer nur auf die „ungehorsamen Bischöfe
 zu schieben. 
Ich bin es nämlich wirklich leid, immer nur "die bösen Bischöfe" als Buhmänner vorgestellt zu bekommen in Predigten, die sich mit der Kirchen- und Gesellschaftskrise beschäftigen.

Für einige Priester und Laien, die den Papst bis dato ständig vor „Fehlinterpretationen durch die Presse“ meinten bewahren zu müssen, wird es ein böses Erwachen geben.

Aber sicher wird der eine oder andere auch hierfür eine Lösung finden und sich sagen, der Papst sei eben "falsch beraten" worden oder es kommt wieder die beliebte „Wölfe -Theorie": „Es gibt in Rom so viele böse Wölfe, da kann der Papst gar nicht anders, sonst...“

Vielleicht sollten Anhänger der „Wölfe-Theorie" mal bei seiner Schwester Elena Bergoglio nachfragen. 
Dort hätten sie schon 2013 erfahren können, dass ihr Bruder schon immer sehr durchsetzungsstark war und sich von niemandem von seinen Überzeugungen abbringen lässt, wie der ultraprogressive National Catholic Reporter schon 2013 freudig berichtete, denn dort wusste man schon damals, was das für die Kirche an „Aufbruch“ bedeuten würde.

Wer nicht mitbekommen hat, was auf dem ersten Teil der Bischofsynode schon los war, einfach rechts auf diesem Blog in der Spalte „Labels“ unter Bischofsynode nachlesen. 
Besondere Schmankerl darunter: 

Die Laienvereinigung Voice of The Family weist darauf hin, dass nach geltendem Kirchenrecht jeder Katholik das Recht und die Pflicht hat, die katholische Lehre und Moral gegen Angriffe von Seiten der Hierarchie zu schützen.



Sonntag, 1. Februar 2015

Papst Franziskus genehmigte den Homosexuelle preisenden Synodenzwischenbericht vor Veröffentlichung

Dieser Synodenzwischenbericht, der eine der vier himmelschreienden Sünden schön redete und die Leute, die sich in dieser Sünde freiwillig betätigen, als solche, von denen jeder was lernen kann, hinstellte, war von Papst Franziskus genehmigt worden:
Pope Francis approved family synod’s controversial mid-term report before publication

Wahlweise war bislang Kardinal Erdö  oder dem Synodensekretär Bruno Forte die „Schuld" an diesem Zwischenbericht zugeschoben worden.Einige amerikanische Blogger waren geschockt, dass Papst Franziskus diesen Zwischenbericht vor seiner Veröffentlichung kannte und gut geheißen hat.

Mich wundert bei dem ganzen am meisten, dass es noch nach 50 Jahren dieses Spiels Leute gibt, die offensichtlich ernsthaft annehmen, die Päpste wüssten von den Vorgängen im Vatikan und in den Teilen der "Weltkirche" nichts - während jeder Laie mit einem Internet-Anschluss wissen kann, wenn er will, was alles im Argen liegt - und/oder würden dauernd von „Wölfen“ ausgetrickst.

Übrigens war dieser Synodenzwischenbericht offensichtlich schon vorbereitet worden, da er gleich nach Ende der ersten Woche der Synode perfekt in verschiedene Sprachen übersetzt auf der Vatikanwebsite hochgeladen worden war.

Die himmelschreiende Sünde war nicht die einzige gegen das sechste Gebot verstoßende, die in dem vom Papst genehmigten Zwischenbericht schön geredet wurde:

In its most controversial sections, the Relatio post disceptationem, or “report after the debate,” asked whether “accepting and valuing [homosexuals’] sexual orientation” could align with Catholic doctrine; proposed allowing Communion for divorced-and-remarried Catholics on a “case-by-case basis”; and said pastors should emphasize the “positive aspects” of lifestyles the Church considers gravely sinful, including civil remarriage after divorce and premarital cohabitation.
Mittlerweile bestimmt offensichtlich nicht mehr Gott, was sündhaft ist, sondern der Papst bestimmt, welches Verhalten gefällt und welches nicht. 
Das ist übrigens das Klischee, dass früher immer alle Kirchengegner bedient haben, nämlich, dass es der Papst ist - also ein Mensch -, der willkürlich "die Sünde" festlegt.

Die Grenzen des Papstamtes, die jeden Papst an die göttliche Offenbarung, die uns durch die apostolische Überlieferung überbracht wurde, 
binden, und ihm verbieten eine eigene Lehre zu erfinden, interessieren den jetzigen offensichtlich überhaupt nicht.


Bild oben: Papst Franziskus lässt sich im Juni 2013 das Gesicht tätscheln von Msgr. Ricca, der bis heute Leiter des Domus Sanctae Marthae ist, in dem der Papst lebt.

Welche öffentlich bekannte, hochgradiges Ärgernis den damaligen zahlreichen Augenzeugen gebende Vergangenheit Msgr. Ricca hat, kann man hier lesen. Als er Anfang 2000 in Uruguay war, hat er, neben anderen, einem Schweizer Gardisten wohl nicht nur das Gesicht getätschelt, was übrigens im Vatikan bekannt war, aber ignoriert wurde.


Und hier  gibt es eine von Kardinal Burke angestoßene Petition an den Papst, die man
unterschreiben kann, wenn man dringend möchte, dass der im Synodenzwischenbericht deutlich gewordene Kurs wieder zum göttlichen Recht zurückgelenkt wird.
Absurd, dass man einen Papst daran erinnern muss, aber so sind die Zeiten heute.

Bislang haben knapp 57.500 weltweit unterschrieben.
Immerhin kann mit so einer Petition später keiner im Vatikan sagen, es habe gar keinen Widerstand gegeben.


Dienstag, 30. Dezember 2014

„Das Leben der Frauen heute“ beim Päpstlichen Rat für Kultur und der Familiensynode


Unter amerikanischen Katholiken und Katholikinnen gab es schon vor einiger Zeit ziemliche Aufregung über ein Video mit dem Titel Call #LIFEOFWOMEN, produziert vom Päpstlichen Rat für Kultur. 

Vielleicht ist das der Grund, warum der Vatikan die englische Version von YouTube zurückgezogen hat und nur noch die italienische Version auf der Vatikanwebsite zu sehen ist, allerdings zusammen mit dem Text des englischen Videos erklärt

John Vennari von Catholic Family News  hat aber die oben zu sehende Kopie des englischsprachigen Videos „gerettet" und auf seinem YouTube Kanal hochgeladen.

Die Frau, die im Video zu sehen ist, entspricht in keiner Hinsicht dem überlieferten katholischen Frauenbild. Die unglaublichen künstlichen Wimpern, die wulstigen, weil aufspritzen Lippen und die offensichtlich operierte Nase zusammen mit den blond gefärbten Haaren erinnern eher an eine gealterte Version der „Barbie“-Puppe. 

Eine Zeit lang habe ich mich sogar gefragt, ob das überhaupt eine Frau ist, in Zeiten von weltweit verbreiteten Transgender-OPs, mit deren Ergebnissen das Modell im Video erstaunliche Ähnlichkeit hat.

Diese blondierte Frau ruft im Video dazu auf, Links zu Bildern oder Kurzfilmen in den Vatikan zu senden, die Frauen in ihrem modernen Leben zeigen und die sie vorher im Internet hochgeladen haben. 

Aus diesen Beiträgen werden dann einige ausgesucht und auf dem zweiten Teil der Familiensynode im Februar 2015 den Bischöfen vorgestellt und auch in einen Kurzfilm für YouTube eingeschnitten.

Wenn man sieht, woraus der päpstliche Rat für Kultur entstanden ist und wenn man den Text dieses Aufrufs liest, sieht es so aus, als richte sich der Aufruf sogar nicht nur an Katholikinnen.

Mit "You are important!", Du ist wichtig! schließt der Aufruf.

Ganz klar handelt es sich hier wieder um ein induktives Herangehen an bestimmte Problemstellungen, d. h. aus Einzelfällen wird auf das Ganze verallgemeinert. 
Aus den eingeschickten Filmen und Fotos sollen laut Vatikan von einer Jury die passenden ausgesucht werden. Es ist unschwer zu erahnen, dass diejenigen ausgesucht werden, die in die Richtung zeigen, die in diesem Jahr schon überdeutlich vorher gezeichnet wurde.

Katholisch wäre ein deduktives Vorgehen, d. h. man stellt das katholische Frauenbild, das sich seit 2000 Jahren nicht verändert hat und das seine Wurzeln schon im Alten Testament hat, den heutigen, von der modernen Pop-Kultur seit Jahrzehnten indoktrinierten Frauen vor.  
Dann sagt man ihnen, wo sich sich diesem von den Aposteln überlieferten Frauenbild angleichen sollen und müssen, wenn sie in den Himmel kommen wollen. 
Man leitet also aus dem letztlich von Gott vorgegebenen Ideal entsprechende Verhaltensregeln für den Einzelfall ab.

Dieses deduktive katholische Vorgehen ist aber nicht mehr gewünscht, denn heutzutage soll sich die Kirche der modernen Welt angleichen oder wie es mittlerweile offensichtlich wird, soll die Kirche nach dem Willen einflussreicher hoher Kirchenmänner die Grundsätze der vollkommen unsittlich gewordenen Welt sogar verkünden, und zwar unter dem Tarnmäntelchen der "Kasper´schen Barmherzigkeit". 

Die Angleichung an die Grundsätze der Welt geht schon seit über 50 Jahren so, aber unter Papst Franziskus hat dieser Zug noch mal zusätzliche Fahrt aufgenommen.

Nicht zufällig entspricht das Frauenbild, das die sprechende Barbiepuppe im modernen vatikanischen "Kultur"-Video verkörpert, demjenigen, das die UN seit ihrer Gründung 1945 in Europa, Amerika, Australien und in Teilen Asiens via UNESCO und ihrer anderen Sonderorganisationen hat propagieren lassen.



Nachtrag: Wer an einem Kurzfilm mitmachen möchte mit dem Inhalt, wie für ihn als traditionstreuem Katholiken das Leben unter dem Pontifikat von Papst Franziskus ist, der kann bis zum 20. Januar 2015 seine Links an die in dem zweiten Video "#Life ofCatholics" hier angegebene E-Mail senden. ;-)

Nachtrag II: Das Video oben wurde nicht für die Familiensynode produziert, sondern vom Päpstlichen Rat für Kultur für die (inhaltlich aber verbundene) "Plenary Assembly", die sich mit "Women's cultures: equality and difference" beschäftigt vom 4-7 Februar 2015.

Siehe auch:
Vatikan: Input für Bischofssynode 2015 soll nicht nur auf Doktrin basieren
und 

Papst Franziskus "induktiver" Kampf gegen "die rechte Szene in der Kirche"
und
Was haben das Konzilsdokument "Gaudium et Spes" und die Enzyklika "Mater et Magistra" mit der Familiensynode zu tun?

und
Papst Franziskus Sieg auf ganzer Linie: Der erste Erzbischof hat den Hauptvorschlag des Synodenprogramms schon umgesetzt
und
Nur Röcke
und
'Bildung für das Leben in der Weltgesellschaft'




Mittwoch, 10. Dezember 2014

Vatikan: Input für Bischofssynode 2015 soll nicht nur auf Doktrin basieren

Das berichtete das ultraprogressive und immer bestens informierte Magazin National "Catholic" Reporter gestern freudig.

Meine Übersetzung, kursive Hervorhebungen auch von mir:

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren hat der Vatikan die nationalen Bischofskonferenzen aufgefordert, Input von Katholiken "auf allen Ebenen" zu suchen, wie die Kirche auf manchmal schwierige Fragen des modernen Familienlebens wie Scheidung und Wiederheirat reagieren sollte. 
In einem Vorbereitungsdokument für ein weltweites zweites Treffen der katholischen Bischöfe zum Familienleben, hat der Vatikan außerdem betont, dass Barmherzigkeit benötigt wird, um auf solche schwierigen Situationen zu reagieren - und hat die Bischöfe sogar aufgefordert, zu vermeiden, dass ihre pastorale Sorge ausschließlich auf der derzeitigen katholischen Lehre basiert.
 (später in dem Artikel - siehe Verlinkung oben - wird die betreffende Stelle aus dem vatikanischen Vorbereitungsdokument zitiert)
Mein Kommentar: Papst Franziskus lässt gerade Brandbomben auf die Kirche werfen.

Katholisches.info berichtet auch darüber und fragt:

„Gibt es eine von der Lehre unabhängige Pastoral?“

Mein Kommentar
dort:

Ja, die gibt es, leider. 
Es ist die "Sehen, Urteilen, Handeln"-Methodik oder "see, judge, act"-method, mit der seit 50 Jahren die Kirche gesprengt wird und die besonders von der Befreiungstheologie (bedeutet übersetzt "Befreiung von der Theologie") benutzt wird.

Jeder "progressive Katholik" weiß das und kennt diese Methode. Bei diesen bzw. in einem Buch des Papstlehrers J. C. Scannone S.J., dem Erfinder der argentinischen Befreiungstheologie "Theologie des Volkes" (interessanter Begriff), habe ich das auch zum ersten Mal gelesen und dann gegoogelt. 

(Beim zweiten Papstlehrer, Lucio Gera, "erwächst die Theologie sogar gleich aus der Pastoral".)

Bei dieser "sehen, urteilen, handeln"-Methode wird nicht von der katholischen Lehre (deduktiv) ausgegangen und die entsprechende Lösung des Falles abgeleitet, sondern von Einzelfällen ausgehend (induktiv) wird verallgemeinert.

Beispiel: 


„Wiederverheiratete Geschiedene“ sind Ehebrecher, denn eine gültige Ehe kann nicht geschieden werden. Sie müssen daher ihren Ehebruch beenden (!) und bereuen und beichten, wie die katholische Lehre sagt und fordert. 
Dann können sie jederzeit wieder zur heil. Kommunion gehen, sofern sie sich nicht einen neuen Ehebruch suchen oder den alten wieder auffrischen oder eine andere Todsünde begehen.
Das wäre die deduktive Vorgehensweise, die aus der Doktrin die Pastoral ableitet.

Warum müssen generell Todsünder sofort aufhören zu sündigen? 

Weil Gott unser aller Heiligung will und es ein Dogma ist, dass eine einzige unbereute ungebeichtete Todsünde ausreicht, um jemanden nach seinem Tod auf ewig in die Hölle zu bringen. Denn eine Todsünde löscht sofort die heiligmachende Gnade aus, ohne die keiner den unvorstellbar heiligen Gott in der Ewigkeit wird sehen können.
Und da niemand weiß, wann er sterben muss, sollte man einen Todsünder schon drängen sich zu bekehren, das ist ein Akt der geistlichen Barmherzigkeit.
Einfach zu verstehen und einleuchtend oder? Nicht für die heutige Besetzung des Vatikans, denn:

Das gefällt nicht mehr, weil zu hart, wie Kardinal Kasper, der handverlesene Chef-Theologe der päpstlichen "neuen Barmherzigkeit", ja im Video neulich zugab und daher sind „wiederverheiratete Geschiedene“ durch die induktive Vorgehensweise jetzt Menschen, die einen "gescheiterten Lebensentwurf" hinter sich haben, denn: scheitert nicht jedem mal was? 
Dieses Scheitern bereuen sie zwar , aber jetzt haben sie auch Kinder mit dem "neuen Ehepartner" und man "liebt sich" doch und kann sich nicht trennen und alle leiden so furchtbar, dass sie nicht zur Kommunion gehen dürfen, da kann man ihnen nicht auch noch sagen, dass sie in fortgesetzter Todsünde leben, sondern da muss der „Pastor der Kasper´schen neuen Barmherzigkeit“ einspringen, um sie zu "integrieren". 
So Kardinal Kasper im Video, außer dass er natürlich nicht gesagt hat, dass das eine induktive Vorgehensweise ist, die die katholische Lehre völlig außer Acht lässt.

Wie das „Integrieren“ dann geht, erklärt Papst Franziskus im neuesten argentinischen Interview:

„Im Fall der wiederverheiratet Geschiedenen: Was machen wir mit ihnen, welche Tür kann man öffnen? 
Es gibt eine pastorale Unruhe: Also geben wir ihnen die Kommunion? Es ist keine Lösung, ihnen die Kommunion zu geben. Das allein ist nicht die Lösung. Die Lösung ist die Integration. 
Sie sind nicht exkommuniziert, sicher. Aber sie dürfen nicht Taufpaten sein, sie dürfen in der Messe die Lesungen nicht lesen, sie dürfen die Kommunion nicht austeilen, sie dürfen den Katechismus nicht lehren, sie dürfen sieben Dinge nicht tun. Ich habe die Liste hier. Schluß! Wenn ich das erzähle, würden sie wirklich wie Exkommunizierte wirken! Also, die Türen etwas weiter öffnen.“ 
(Quelle für die deutsche Übersetzung)
Papst Franziskus arbeitet immer so und hat dieses Vorgehen früher schon per CELAM (Lateinamerikanische Bischofskonferenz) in ganz Lateinamerika eingeführt.

Wer das alles weiß, muss nicht mehr so viel rätseln und wird sich auch nicht von der neuen anti-katholischen induktiven "Pastoral" verführen lassen:

Papst Franziskus "induktiver" Kampf gegen "die rechte Szene in der Kirche"

Schon vor über fünfzig Jahren wurde dieses anti-katholische und nicht von der kirchlichen apostolischen Tradition gedeckte, induktive "Fallstudienverfahren", das aus Harvard (!) kommt, eingeführt:
Was haben das Konzilsdokument "Gaudium et Spes" und die Enzyklika "Mater et Magistra" mit der Familiensynode zu tun?


Es war diese Einführung ein genialer Streich, um komplett die katholische Lehre aus den Köpfen der Laien und auch der Priester auszuradieren. Die letzten noch verbliebenen Reste der katholischen Lehre in den Köpfen werden jetzt ganz "offiziell" im Namen der "neuen Barmherzigkeit" ausradiert. 

Wer weiß schon noch, dass "die Sünder zurechtweisen" und "die Unwissenden belehren", zwei echte Werke der geistlichen Barmherzigkeit entsprechend der mittlerweile selbst im Vatikan verpönten katholischen Lehre sind?

Die "neue Barmherzigkeit" jedenfalls kommt vom falschen Geist und führt Scharen in die Hölle, wo es auch schon genügend Bischöfe und Priester geben soll.

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe.










Donnerstag, 6. November 2014

"Gute Streiter Christi", "manipulierter Synodenzwischenbericht": Was Kardinal Burke und Weihbischof Athanasius Schneider jüngst sagten

Beide äußersten sich vorgestern unabhängig voneinander zur Familiensynode.

Hier Kardinal Burke in Wien und hier Weihbischof Schneider in der englischen Übersetzung eines ursprünglich polnischen Interviews. 

Wie man "positive Werte" in schwer sündhaften Handlungen finden kann, so wie auf der Synode unter den Augen von 192 katholischen Bischöfen und einem Papst geschehen, ist Kardinal Burke Gott sei Dank schleierhaft. 
Da ist er unter den Kardinälen ja fast allein auf weiter Flur, wie es dem ohrenbetäubenden Schweigen der anderen nach scheint.

Außerdem wunderte sich der Kardinal, dass man heutzutage agiere, als müsse die Kirche aus dem Nichts neu erfunden werden und als gäbe es keine 2000 Jahre Kirchengeschichte und -tradition.


Weihbischof Schneider
Neuheidnische Elemente gab es im offensichtlich manipulierten, weil schon vor der Synode bereiteten Text des Synodenzwischenberichts zu lesen, sagte Weihbischof Schneider u. a.
(Anmerk.: Schon Rorate caeli hatte sich damals gewundert, wie es sein kann, dass die 6000 Worte der Zusammenfassung des angebliche  Geschehens in der ersten Woche, zusätzlich übersetzt in vier andere Sprachen, schon am Montag vom Vatikan hochgeladen wurden, wo man sonst im Vatikan für so etwas beinahe ewig braucht.)

Er gibt in dem Interview verzweifelten Gläubigen gute Ratschläge und lobt diejenigen katholischen Blogger und Journalisten, die "als gute Streiter Christi" zu den unglaublichen Vorgängen auf der Synode nicht geschwiegen haben.


Siehe auch:
Synodenzwischenbericht aus dem Vatikan redet himmelschreiende Sünde schön

und
Ein einziger Bischof weltweit trifft den Kern der Familiensynode

und
Papst Franziskus Sieg auf ganzer Linie: Der erste Erzbischof hat den Hauptvorschlag des Synodenprogramms schon umgesetzt
und

Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz findet Synodenzwischenbericht inakzeptabel



Selbsternannter „Bischof“ einer „katholischen Reform-Kirche“ war vom Vatikan zur Teilnahme an der Familiensynode eingeladen - mit Nachtrag


"Bischof" Karl Rodig, erste Reihe ganz links, im Petersdom, 2014
Warum er sich zusätzlich scheinbar für einen Franziskaner hält,
wurde mir beim Googeln nicht ersichtlich
Karl Rodig wurde in Österreich 1986 zum Priester geweiht und verließ schon nach drei Jahren die katholische Kirche, um ein spezielles "Reform"-Süppchen zu kochen. 
Bei ihm wurde der Spruch wahr: "viele Wege führen nach Rom", denn er wurde in seiner Funktion als "Bischof" einer selbstgegründeten "Kirche" zur Familiensynode im Oktober 2014 in den Vatikan eingeladen.
Karl Rodig oben in der linken Bildecke
Zwischenzeitlich hatte er 1998 die "Reformed Roman Catholic and Apostolic Church” gegründet. 2007 hat er den Namen in “The Ecumenical Catholic Church of Christ” geändert. Sie vereint abtrünnige Katholiken aller Riten, sowie ehemalige Mitglieder protestantischer "Kirchen".
Er ist der "Ökumenische Primas" dort, möchte aber nach eigenen Aussagen so nicht genannt werden, sondern nur "Vorstehender Bischof".

Wie es auf seiner Website* 
aussieht, hat er seine „Kirche“ hauptsächlich deshalb gegründet, um das Zölibat zu sprengen, denn er verheiratet seine Priester teils höchstpersönlich. Dem Frauenpriestertum ist er natürlich auch nicht abgeneigt (siehe sein Bild unter diesem Link bei "Ökumenische Freunde in den USA"), ebenso wenig wie den Homo-Paarungen.
Workshop auf der Familiensynode 2014 für Catholic Church Reform
"Bischof" Rodig ist sechster von links
Ihr speziell zur Synode eingerichtetes Blog hier
Hier sind weitere skandalöse Fotos von seinen Aktivitäten im Vatikan, die er auch auf der Website seiner "Kirche" unter der Rubrik "Call for Unity", "Aufruf zur Einheit" hochgeladen hat.

Wenn man auf seiner Website surft, kann man lesen, dass er für Catholic Church Reform** Berater ist, was auch sehr wahrscheinlich gleichzeitig die Frage beantwortet, woher er das ganze Geld für sein umfangreiches weltweites "Apostolat" hat. 

Mitglieder bei CCR sind, wie "Bischof" Rodig schreibt, auch Hans Küng und die notorische Schwester Joan Chittister; zu den unglaublichen, anti-katholischen Agit-Prop-Werken der letztgenannten, die jeden Absolventen des Roten Klosters hätten vor Neid erbleichen lassen (Schule für subversive Journalisten der DDR , interessantes Insider-Buch einer Absolventin hier), verlinke ich jetzt nicht.

*http://www.ecumenicalccc.org/
**ist so etwas ähnliches wie die von Hans Küng mitgegründete "Reform"-Bewegung "Wir sind Kirche"

Nachtrag: Wer hat Karl Rodig zum Priester geweiht? "Zufällig" Papst Franziskus UN-Umwelt-Spezialberater Bischof Erwin Kräutler, der schon früh erklärte, Papst Franziskus benutze das Vokabular der Befreiungstheologie. (Bild  der Priesterweihe hier)

Nachtrag IIHier steht "Bischof" Rodig neben einer "Bischöfin", die in Österreich gerade wieder Schlagzeilen macht, weil eine englische Zeitung nachgeforscht hatte, was aus ihr geworden ist. 
In diesem Interview lobt sie Papst Franziskus, der "sehr hart arbeite" um die Dinge zu ändern, aber  es sei eine harte Strecke. Und sie hoffe, dass die Anwesenheit von Leuten wie ihr die Dinge etwas einfacher machten.


Freitag, 31. Oktober 2014

Zumindest englische Version des Synodenschlussberichts endlich online - mit Nachtrag

Nachdem im anglo-amerikanischen Sprachraum gestern schon von weiterer Manipulation der Familiensynode gesprochen wurde, weil der extrem tendenziöse Zwischenbericht zwar weiterhin in vielen Sprachen zugängig war, aber zwei Wochen nach Abschluss der Synode immer noch keine Übersetzung des italienischen Texts der "Relatio Synodi", des Abschlussberichts, vorlag, lud der Vatikan zufällig gestern das englische Dokument hoch, rückdatiert auf den 18. Oktober.

Auf andere Sprachen wartet man immer noch.


Wie schon hier gesagt: Der Riesenerfolg für Progressive ist, dass "Homosexualität" mittlerweile unter der Rubrik Familie geführt wird. Der entsprechende Paragraph wurde auf Wunsch von Papst Franziskus in das Abschlussdokument eingefügt und an die "Ortskirchen" zur Diskussion während des nächsten Jahres ausgesendet, obwohl keine zwei Drittel Mehrheit der Bischöfe dafür gestimmt hatte.


Und auch andere zeitgenössische menschliche Erfahrungen werden jetzt unter "Familie" geführt, ganz offiziell in einem Dokument des Vatikan.

Im englischen  Abschlussbericht kann man übrigens gut den Dreischritt: Sehen, Urteilen, Handeln erkennen:
I. Listening: The Context and the Challenges of the Family 
II: Looking at Christ: The Gospel of the Family 
III: Facing the Situation: Pastoral Perspectives 
Was sagt Kardinal Marx, Mitglied des C8-Rates, zu dem Schlussbericht:
Frage: Wie geht es jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte zur zweiten Synode im kommenden Jahr? 
Marx: Der Papst hat seiner Abschlussansprache deutlich gemacht, dass die Relatio, das Schlussdokument der Synodenberatungen, die Vorbereitung für die nächste Synode ist. 
Er sprach ja von einem Jahr bis zur kommenden Synode, um die hier in Rom diskutierten Ideen «in einer wirklichen geistlichen Unterscheidung reifen zu lassen» und Lösungen für alle Schwierigkeiten zu finden. Ich nehme es als Auftrag an, dass unsere Bischofskonferenz und die einzelnen Diözesen die in dem Bericht aufgeführten Themen aufgreifen - und zwar im Sinne einer Vertiefung und Konkretisierung. 
Der vorliegende Text ist kein Endpunkt, sondern ein Doppelpunkt. Er kann nicht die Lehre der Kirche zu Ehe, Familie und Sexualität samt der dazugehörenden pastoralen Praxis abschließend darstellen. 
Wir müssen uns also nochmals an die Arbeit begeben. Nach der Synode ist vor der Synode!

Nachtrag: Die beiden Links zu dem Synodenbericht funktionieren nicht mehr, man wird nur zur Vatikanhomepage geleitet. Nachdem ich fünf Minuten nach dem Bericht auf der Vatikanseite gesucht habe, muss ich für den Moment aufgeben.

Nachtrag II: Unter einem anderen Link des Vatikan gibt es das Dokument noch.


Siehe zu diesem "Dreischritt" auch:
Papst Franziskus "induktiver" Kampf gegen "die rechte Szene in der Kirche"

und
Was haben das Konzilsdokument "Gaudium et Spes" und die Enzyklika "Mater et Magistra" mit der Familiensynode zu tun?

und
Synodenzwischenbericht aus dem Vatikan redet himmelschreiende Sünde schön




Was haben das Konzilsdokument "Gaudium et Spes" und die Enzyklika "Mater et Magistra" mit der Familiensynode zu tun?

Die Familiensynode unter Papst Franziskus benutzte ausschließlich den Dreischritt: Sehen, Urteilen, Handeln.

Das Konzilsdokument Gaudium et Spes (Über die Kirche in der modernen Welt) führte diesen Dreischritt "Sehen, Urteilen, Handeln", der, wie hier beschrieben, ursprünglich von den "Harvard-Case-Studies" kommt, zum zweiten Mal "offiziell" in die katholische Kirche in. 


Dass das in diesem Konzilsdokumemt eingebaut ist, kann man allerdings nur erkennen, wenn interessante Progressive erklären (z.B. in diesem Buch*), was dort wirklich steht, und dass das für sie ungeheuer wichtig, weil ungeheuer revolutionär war und eine "monumentale Änderung der Methodik" darstellte. 


Was war die monumentale Änderung? 

Damit wurde von der bis dahin immer angewendeten deduktiven Methode, die die katholische Lehre in den Mittelpunkt stellt und nur von dieser Lehre Anweisungen für den Einzelfall ableitet (top-to-bottom) zur induktiven Methode gewechselt, die den Einzelfall in den Mittelpunkt stellt und von ihm Anweisungen ableitet (bottom-to-top).

Hier das Konzilsdokument, fett ist der darin erkennbare Dreischritt:

DIE SITUATION DES MENSCHEN IN DER HEUTIGEN WELT

4. Hoffnung und Angst

Zur Erfüllung dieses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, 

nach den Zeichen der Zeit zu forschen 

und sie im Licht des Evangeliums zu deuten. 

So kann sie dann in einer jeweils einer Generation angemessenen Weise auf die bleibenden Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und des zukünftigen Lebens und nach dem Verhältnis beider zueinander Antwort geben

Es gilt also, die Welt, in der wir leben, ihre Erwartungen, Bestrebungen und ihren oft dramatischen Charakter zu erfassen und zu verstehen.

http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html

Die "Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu deuten", bedeutet in der Praxis leider Teile des Evangeliums - im protestantischer Manier -  ohne die dazugehörige lehramtliche Erklärung zu verwenden und dadurch den Sinn so zu verdrehen, dass er zum Einzelfall passt. 
Aktuell ist das z. B. bezüglich "wiederverheirateter Geschiedener" die Behauptung, Gott sei immer allen Sündern barmherzig, wobei tunlichst verschwiegen wird, dass das nur für reumütige Sünder gilt, die vollkommen umkehren, d. h. von ihrer bisherigen Sünde in Zukunft lassen wollen.


In "Mater et Magistra" wurde der Dreischritt schon eingeführt

Zuerst wurde die induktive Methodik und damit der Dreischritt Sehen, Urteilen, Handeln in "Mater et Magistra" von Papst Johannes XXIII. eingeführt:
236. Die Grundsätze der Soziallehre lassen sich gewöhnlich in folgenden drei Schritten verwirklichen:  
Zunächst muß man den wahren Sachverhalt überhaupt richtig sehen 
dann muß man diesen Sachverhalt anhand dieser Grundsätze gewissenhaft bewerten 
schließlich muß man feststellen, was man tun kann und muß, um die überlieferten Formen nach Ort und Zeit anzuwenden 
Diese drei Schritte lassen sich den drei Worten ausdrücken: sehen, urteilen, handeln.
http://www.vatican.va/holy_father/john_xxiii/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_15051961_mater_ge.html

Mater et Magistra wurde übrigens weltweit viel beklatscht von Progressiven, Freimaurern und Kommunisten.

Mit diesem Dreischritt wurde der Einzelfall und vor allem dessen subjektive Gefühle und "menschliche Erfahrungen in der jeweiligen Zeit" in den Mittelpunkt gestellt.

Die Anwendung dieses Dreischrittes in der Familiensynode führt dann in "der Welt, in der wir leben", dazu, dass Progressive titeln:
The biggest unreported synod influence: human experience.
übersetzt: 
Der größte Einfluss auf die Synode, über den nicht berichtet wurde: menschliche Erfahrung.

"Echte" menschliche Erfahrung im "hier und jetzt" war ja auch das, was Papst Franziskus mit seiner die Familiensynode einleitenden weltweiten Umfrage sammeln wollte.
Ewige Sammlung von rein subjektiven Einzelmeinungen und anschließende ewige Diskussion gehört nämlich zum Dreischritt-Teil "Sehen" dazu. 

Von der Verlagerung auf die subjektive Situation und Meinung werden wir in Zukunft wohl noch mehr sehen, denn damit kann man prima die immer objektive katholische Lehre schachmatt setzen.

* entsprechendes Zitat aus oben verlinktem Buch:
The same CELAM meeting brought another structural change of note: the conference would use a now famous methodology that would follow the trinomial of the Vatican Council Gaudium et Spes (The Church in the Modern World): facts/reflection/ recommendations. 
The change in methodology was monumental: it represented a shift from a perspective that was dogmatic, deductive and top-to-bottom to one that was exploratory, inductive, and bottom-to-top. 
If nothing more than this structural change had been made, a giant step would have been taken. In fact, much more advancement than just methodological would be achieved.
http://opcentral.org/resources/2014/09/05/chapter-2/

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