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Sonntag, 21. Dezember 2014

Die Menschheit vor der Ankunft des Messias Jesus Christus

Frage: Haben die Menschen während der viertausend Jahre vor der Ankunft des Erlösers selig werden können?

Antwort: Ja, sie konnten durch die zukünftigen Verdienste des Welterlösers selig werden.

Erklärung:
Während der viertausend Jahre bis zur Ankunft des Erlösers Jesus Christus eignete Gott in seiner Barmherzigkeit den Menschen im Voraus die künftigen Verdienste seines Sohnes zu; er gewährte ihnen Gnaden, und sie konnten durch weise Benützung dieser Gnaden heilig und gerecht leben.


Es sind in der Tat unter den Juden mehrere heilig geworden: Abel, Seth, Noe, Abraham, Isaak, Jakob usw. und selbst unter den Heiden*), unter letzteren führt man Melchisedech und Job an. – 

Um aber vor der Ankunft des Erlösers selig werden zu können, musste man: 
1) den wahren Gott kennen, lieben und ihm dienen; 
2) dem Lichte der Vernunft folgen; 
3) an den verheißenen Messias glauben und auf seine künftigen Verdienste hoffen; 
ebenso wie die Menschen, nachdem es Gott gefallen hat, seine herrliche Verheißung auszuführen, glauben müssen, dass der Messias gekommen ist und ihr ganzes Vertrauen auf die überreichen Verdienste seiner Erlösung zu setzen haben.

So war der erwartete oder der gegebene Erlöser zu allen Zeiten der Trost und die Hoffnung der Kinder Gottes; und die Religion ist immer einförmig, oder vielmehr immer dieselbe vom Anfang der Welt an; man hat immer denselben Gott als Urheber, und denselben Jesus Christus als Erlöser des Menschengeschlechtes anerkannt.

*) Man nennt so die vom Volke Gottes verschiedenen Völker

Alles aus: Historische, dogmatische, moralische und liturgische Erklärung des Katechismus nebst Widerlegung der Haupteinwürfe der Ungläubigen gegen die Religion von Ambrosius Guillois, Pfarrer zu Mans, mit Approbation, Verlag G.J. Manz, 1848

So viel zu der Frage, die ich schon öfter im Internet gelesen habe, ob der Gott des Alten Testamentes derselbe ist wie der des Neuen Testamentes. 
Antwort: natürlich ist es derselbe Gott, nur war im Alten Testament noch vieles dunkel, was durch das Erscheinen des Lichtes der Welt, des göttlichen Messias Jesus Christus hell und klar geworden ist. 

Leider haben sich viele Juden von dem speziell ihrem Volk angekündigten Erlöser abgewandt, als er vor 2000 Jahren endlich erschienen war, weil sie sich einen anderen, einen mächtigen Erlöser, der sie aus irdischem Elend erlösen würde, vorgestellt hatten. Diese Juden wollten einen Messias mit einem Reich von dieser Welt. 


Auf so einen mächtigen, irdischen Messias warten die heutigen Juden interessanterweise immer noch, was man leicht feststellten kann, wenn man mal ein halbes Jahr ihre auf Englisch veröffentlichten Zeitungen im Internet und besonders ihre eigene Berichterstattung über ihren aktuellen Kampf um den Tempelberg liest.

Siehe auch:
Was bedeutet Testament im religiösen Sinn?
und

Christus wurde erwartet
und
Die Offen­ba­rung Got­tes im Alten Bund
und
Die Offen­ba­rung Got­tes in Jesus Chris­tus
und

Sonntag, 31. März 2013

Wenn uns Jesus erlöst hat, warum muss ich dann noch beich­ten?

Folgender Predigtabschnitt behandelt ein heute auch unter Katholiken sehr weit verbreitetes Missverständnis, das besagt, Jesus Christus hat alle erlöst und außer mich zurückzulehnen und diese Vorstellung süßlich zu genießen, muss ich mich nicht weiter anstrengen, bzw. ich kann sogar tun, was ich will, meist das, was mir mein Bauch eingibt, denn Gott ist „barmherzig“. 
Leider ist das die falsche Vorstellung, die so noch nicht einmal Martin Luther hatte und der hat schon einiges schwer durcheinander gebracht.

Wie es um die von Jesus Christus verdiente Erlösungsgnade wirklich bestellt ist, und dass es sein kann, wenn ich nicht aufpasse, dass Christus für mich umsonst gestorben ist, erklärt hier Prälat Georg May:


Wäh­rend der hei­li­gen Beicht fragte mich ein­mal ein Herr: „Wenn uns Jesus erlöst hat, warum muss ich dann noch beich­ten? Beken­nen wir nicht: Wir prei­sen dich, Herr Jesus Chris­tus und bene­deien dich, denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst. Warum dann noch beich­ten?“ 

Ich gab ihm zur Ant­wort: „Sie müs­sen die Erlö­sung im objek­ti­ven und die Erlö­sung im sub­jek­ti­ven Sinne unter­schei­den. 

Jesus hat durch sein Erlö­sungs­werk, durch seine Men­schwer­dung, durch sein gan­zes gott­men­sch­li­ches Leben, Lei­den und Ster­ben und Auf­er­ste­hen tat­säch­lich die Erlö­sungs­gnade für die gesamte Mensch­heit beschafft. 
Durch seine stell­ver­tre­tende Genug­tu­ung und sein Erlö­sungs­ver­dienst hat er die Wie­der­ver­söh­nung der Mensch­heit mit Gott prin­zi­pi­ell und objek­tiv bewirkt. 

Aber die objek­tive Erlö­sung muss vom Men­schen ange­eig­net wer­den. Der Mensch muss sie in der sub­jek­ti­ven Erlö­sung ergrei­fen. 
Die Ver­wirk­li­chung der Erlö­sung im Ein­zel­men­schen geschieht durch die Zuwen­dung des Erlö­sungs­ver­diens­tes Jesu im ein­zel­nen Men­schen.“

Das soeben Gesagte ist leicht zu ver­ste­hen, meine lie­ben Freunde: Wenn jemand eine Dusche in sein Haus ein­baut, dann wird er davon nicht rein.
Er muss sich unter die Dusche stel­len. 

Ähn­lich-unähn­lich ist es mit der objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Erlö­sung. Der Strom der Gnade fließt, aber man muss sich zu ihm bege­ben. Die objek­tive Erlö­sung ist ohne uns gesche­hen, die sub­jek­tive Erlö­sung geschieht nicht ohne uns. 

„Der dich ohne dich geschaf­fen hat, recht­fer­tigt dich nicht ohne dich.“ Ein eher­nes Wort des hei­li­gen Augus­ti­nus. Der dich ohne dich geschaf­fen hat, recht­fer­tigt dich nicht ohne dich. 
Das heißt, bei Erwach­se­nen erfor­dert die Recht­fer­ti­gung, also die Erlö­sung, die Hei­lung von der Sünde, die Begna­di­gung die eigene freie Tätig­keit. Unser schle­si­scher Dich­ter Scheff­ler drückt es auf seine Art aus: 
„Es ist zwar wahr, dass Gott dich selig machen will. Glaubst du, er will’s ohne dich, so glau­best du zuviel.“
weiter hier 

Siehe auch:
Wer nicht im Stand der heiligmachenden Gnade stirbt, für den ist Christus umsonst gestorben
und
Welcher Glaube und welche Werke zur Rettung erforderlich sind



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