Posts mit dem Label Buße werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Buße werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 3. Juli 2014

Nützliche Lehre von der bis an das Lebensende verschobenen Buße

Darf sich der Sünder darauf erlassen, dass er sich am Ende des Lebens bekehren werde? 
Durchaus nicht; denn das hieße auf Gottes Barmherzigkeit sündigen, und wäre eine der Sünden wider den Heiligen Geist, die weder in dieser, noch in der anderen Welt nachgelassen werden (Matth. 12,31). 
Gott, sagt der heil. Augustinus, straft auch solche Sünder gewöhnlich, dass sie schließlich ihrer selbst vergessen, weil sie, da sie noch bei guter Gesundheit waren, Gott vergessen haben. Ja, Gott selbst sagt (Jer. 2,27.28): „Sie wenden mir den Rücken zu, und nicht das Angesicht. Aber zur Zeit ihrer Trübsal sprechen sie; Steh auf und rette uns! Aber ich werde zu ihnen sagen: Wo sind eure Götter, die ihr euch gemacht? Lasset sie aufstehen und euch retten in der Zeit euer Trübsal!“ 
Und wenn man auch ein tröstliches Beispiel an der späten Bekehrung an dem bußfertigen Schächer hat; so ist dieses wie der hl. Augustinus bemerkt, doch nur eines, damit kein Sünder verzweifle: es ist aber auch das einzige; damit kein Sünder die Buße aus Vermessenheit verschiebe. 
Was soll man von denen hoffen, die sich erst am Lebensende bekehren? 
Alles Gute, vorausgesetzt, dass sie sich auch wirklich wahrhaft bekehren. Dies ist aber etwas Seltenes. 
Aus Hunderttausenden, deren Leben gottlos war, schreibt der heilige Hieronymus, wird kaum ein Einziger im Tode wahrhaft bekehrt werden, und die Verzeihung seiner Sünden erlangen; und der heilige Vincenz Ferrer sagt, es sei ein größeres Wunder, wenn einer, der übel gelebt habe, gut sterbe, als wenn ein Toter erweckt werde. 
Man darf sich auch nicht darüber wundern; denn die Buße am Lebensende ist gewöhnlich nur eine erzwungene Buße. Der Sünder verlässt nicht seine Sünden ,sondern seine Sünden verlassen ihn (Anmerk.: Soll heißen, weil der Sünder aus Kraftmangel nicht mehr sündigen kann). Und er würde gewiss nicht den Vorsatz der Besserung fassen, wenn ihn die Todesangst nicht dazu triebe, wie er auch nicht zu sündigen aufhören würde, wenn er nicht zu leben aufhören müsste. Was soll man von einer solchen Buße hoffen?
Das oben im Zitat aus einem Goffine Gesagte findet man in allen alten Büchern. Kein Kirchenlehrer hat etwas anderes gesagt. Besonders anschaulich wird in der Predigt des heiligen Kirchenlehrers Alphons Maria von Liguori „Tod eines Weltmenschen“ erklärt, warum es fast unmöglich ist, sich kurz vor dem Tod noch zu bekehren. 

Tod des hl. Kirchenlehrers
Beda Venerabilis.
Hier muss man sich über
die übernatürliche Reue
keine Gedanken machen
Ob bei diesem Sterbenden der Gnadenstand vorhanden
 ist scheint ungewiss.
Immerhin sieht es aus,
als würde sich der Teufel geschlagen abwenden.
Das Hauptproblem ist nämlich die Reue, die der Sterbende erwecken muss, denn übernatürliche (!) Reue über seine Sünden ist die Vorbedingung für das Bußsakrament, um wieder in den Stand der heiligmachenden Gnade zu kommen und auch das Sakrament der letzten Ölung wird würdig nur im Stand der heiligmachenden Gnade empfangen.


Wenn man sich aber im Leben mehr 
um das Weltliche als um Gott gekümmert hat, kann man auch am Lebensende schwerlich an ihn denken, bzw. seine Sünden übernatürlich bereuen. Übernatürlich bereut man Sünden, wenn man sie verabscheut, weil sie Gott beleidigt haben. 

Der hl. Alphons schildert in „Tod eines Weltmenschen“ auch einen Fall, in dem ein Sterbenskranker, der vom herbeigerufenen Priester bei der Beichte vor der letzten Ölung aufgefordert wurde, Reue zu erwecken, erwiderte: 
„Ach Herr Pfarrer sprechen sie mir doch nicht von so hohen Dingen, ich weiß gar nicht was sie meinen.“

Siehe auch:
Die Letzten Dinge - Tod, Gericht, Himmel, Hölle






Montag, 3. Juni 2013

Die aktuelle Sündflut

Hochwasser in Bayern
Es sieht so aus, als sei die Ernte in großen Teilen Deutschlands vernichtet (hier und hier), durch die sündflutartigen Regenfälle, die uns zusätzlich zu den einstelligen Temperaturen, die im größten Teil des Marienmonats Mai über herrschten, heimgesucht haben. 
In den Hochwassergebieten in Bayern, Sachsen und Thüringen ist keine Entspannung in Sicht. Zehntausende müssen ihre Häuser verlassen. Auch die deutsche Wirtschaft leidet unter dem Hochwasser. 
Ein Metereologe spricht von einer "außergewöhnlichen Anomalie", die nicht nur Mitteleuropa erfasst hat, sondern bis ins Polargebiet hineingeht und schon seit dem Winter beobachtet wird. Die "große Apokalypse" will er aber noch nicht an die Wand malen.

Von Beten und Sühne als Schadensbegrenzung redet natürlich kein einziger Hochwasserexperte. Wozu auch? Die Sünde ist im öffentlichen Bewusstsein und Sprachgebrauch - abgesehen von der "Steuersünde" - schon lange "abgeschafft".
„Wir bit­ten dich, Herr, erhöre die Bit­ten dei­nes Volkes. Um unse­rer Sün­den wil­len wer­den wir mit Recht gezüch­tigt, aber erbarme dich unser und befreie uns um der Ehre dei­nes Namens wil­len.“
(…)
Um unse­rer Sün­den wil­len wer­den wir mit Recht gezüch­tigt.  Wenn die Men­schen das hören, dann müs­sen sie sich der Frage stel­len: Haben wir unser Los ver­dient? Die einen, die unbuß­fer­ti­gen Sün­der, bal­len die Faust gegen Gott und sagen: „Wie haben wir das ver­dient?“ Andere, die Durch­schnitts­bür­ger, wei­sen mit einer berech­ne­ten Spitze gegen Gott auf die vie­len Unschul­di­gen hin, die bei Kata­stro­phen getrof­fen wer­den, vor allem die vie­len Kin­der. Die Hei­li­gen schla­gen an die Brust und sagen: „Wir wer­den mit Recht gezüch­tigt um unse­rer Sün­den wil­len.“ (Quelle des Zitats ist die Predigt: Unsere Sün­den und ihre Fol­gen)
Mir fielen folgende Sünden ein, die im öffentlichen, medial umerzogenen, Bewusstsein keine Sünden mehr sein mögen, aber für den ewig unveränderlichen Gott immer Sünden sind:
In Deutschland arbeiten nach Angaben der Berliner Beratungsstelle „Hydra“ rund 400.000 Prostituierte, die meisten von ihnen unfreiwillig. Der Leiter der Abteilung „Organisierte Kriminalität“ im Landeskriminalamt Niedersachsen, Christian Zahel, geht davon aus, dass neun von zehn Frauen zur Prostitution gezwungen werden. Dennoch seien 2011 nur 482 Ermittlungsverfahren gegen Menschenhändler abgeschlossen worden. Hauptgrund dafür ist die 2002 von der rot-grünen Bundesregierung beschlossene Legalisierung von Prostitution in Deutschland. (…) Laut Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di nehmen täglich 1,2 Millionen Kunden die Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch. Quelle: http://kath.net/news/41503 
Außerdem: Tötung unzähliger Kinder im Mutterleib, Straffreistellung des Ehebruchs, Straffreistellung der gleichgeschlechtlichen Unzucht, das Verderben der Kinder durch Schul-Sexualkundeunterricht, ständige Sonntagsarbeit der Bauern, allgemeine Entheiligung des Sonntags, usw., usw. 

Ich persönlich denke, diese Regenfälle des sogenannten Jahrhunderthochwassers sind erst der Anfang. Schon Noah wurde verlacht.
Für Buße und Umkehr, zu der unsere liebe Frau von Fatima vor knapp 100 Jahren aufgerufen hat, ist es nie zu spät. Mittlerweile haben aber allzu viele Menschen Gott ganz vergessen und wissen gar nicht mehr, was Buße und Umkehr ist.

Update 10. Juni 2013: Im Norden geben die Deiche nach
Die Flutwelle der Elbe bewegte sich weiter Richtung Norden. Die Pegel in Brandenburg stiegen unaufhörlich. In Wittenberge erreichte der Fluss am Sonntagnachmittag einen historischen Höchststand von 7,85 Metern. Am Montag wird ein Wasserstand von 8 Metern erwartet, bis Dienstag sollen es 8,20 Meter sein - so hoch wie nie zuvor. 2002 bei der Jahrhundertflut wurde am Pegel in Wittenberge ein Wert von 7,34 erreicht.



Montag, 27. Mai 2013

Die Genug­tu­ung als erfor­der­li­che Folge der Buße

von Prälat Georg May

Die Reue schließt den Wil­len zur Genug­tu­ung in sich. Denn wer Abscheu hat gegen die Sünde und sie nicht mehr bege­hen will, der muß auch, soviel an ihm liegt, dar­auf bedacht sein, die schlim­men Wir­kun­gen der Sünde zu besei­ti­gen. Die Sünde selbst ist eine Tat der Ver­gan­gen­heit, sie ist nie mehr unge­sche­hen zu machen. 
Aber die Fol­gen, die Aus­wir­kun­gen, die Kon­se­quen­zen der Sünde kann man häu­fig kor­ri­gie­ren, und das eben ist Auf­gabe der Genug­tu­ung. Die Genug­tu­ung ist die Wie­der­gut­ma­chung eines einem ande­ren zuge­füg­ten Unrechts.

Viele Sün­den sind so gear­tet, daß sie dem Nächs­ten Unrecht zufü­gen. Ich erin­nere bei­spiels­weise an die Eigen­tums­de­likte. Man kann nor­ma­ler­weise mit sei­nen Mit­teln den Scha­den, den man durch Dieb­stahl, Raub, Betrug, Unter­schla­gung ange­rich­tet hat, wie­der­gut­ma­chen. Jeden­falls ist man dazu ver­pflich­tet. Ich habe ein­mal in Mainz erlebt, daß mir jemand in den Beicht­stuhl ein Radio brachte, das er aus dem Kauf­haus ent­wen­det hatte. Das ist Wie­der­gut­ma­chung des einem ande­ren zuge­füg­ten Unrechts. 
Andere Ver­feh­lun­gen sind schwe­rer wie­der­gut­zu­ma­chen. Wie will man bei­spiels­weise die Ver­wüs­tun­gen, wel­che die Ver­füh­rung zum Unglau­ben in den See­len ange­rich­tet hat, wie­der­gut­ma­chen?

Die Kir­che hat frü­her auf stren­ger Wie­der­gut­ma­chung bestan­den. Der Autor eines schlech­ten Buches konnte die Los­spre­chung in der Beichte regel­mä­ßig nur emp­fan­gen, wenn er sich bereit erklärte, nach sei­nem Ver­mö­gen die im Umlauf befind­li­chen schlech­ten Bücher auf­zu­kau­fen. Das konnte eine teuere Ange­le­gen­heit wer­den. Aber so ernst hat die Kir­che die Pflicht zur Wie­der­gut­ma­chung genom­men. Wir sind gehal­ten, Genug­tu­ung zu leis­ten für unsere Sün­den, weil sonst unsere Reue nicht echt und nicht voll­stän­dig ist.

Die Genug­tu­ung rich­tet sich aber nicht nur gegen Men­schen, sie rich­tet sich auch gegen Gott. Die Sünde ist ja zual­ler­erst ein Unrecht gegen Gott. Und auch hier trifft die Defi­ni­tion zu: Wir müs­sen Genug­tu­ung leis­ten, das heißt wir müs­sen ver­su­chen, das Gott zuge­fügte Unrecht wie­der­gut­zu­ma­chen.


weiter hier




Dienstag, 9. April 2013

Die heilige Maria von Ägypten, Büßerin

Es ist ein entsetzliches Unglück, in schwere Sünden zu fallen und vom Herzen Gottes sich loszureißen, um eine kurze Zeit der Lust zu dienen, dafür aber Scham und Reue, Schmach und Elend und endlich ewige Qual zu ernten. 

Doch auch der größte Sünder darf nicht verzweifeln, wenn er nur nicht in der Sünde boshaft verharrt, sondern sich bekehrt und zu Gott sich wieder wendet. 

Gott hat ja bei sich selbst geschworen, dass er den Tod des Sünders nicht will; und wie ein liebender Vater den verlorenen Sohn wiederaufnimmt, so nimmt auch Gott den Sünder auf, der sich zu ihm in Reue wendet; ja sein Erbarmen ist so groß, dass er dem Sünder gleichsam nachgeht, um ihn zu sich zu rufen. 

Einen Beweis von dieser grenzenlosen Barmherzigkeit Gottes gegen die Sünder liefert uns das Leben der heiligen Büßerin Maria.

Ägypten war ihr Geburtsland; als sie zwölf Jahre alt geworden, verließ sie Vater und Mutter und zog wider deren Willen nach Alexandrien, einer reichen Handelsstadt, um dort den wilden Begierden ihres Fleisches zu dienen. 

Siebzehn Jahre führte sie hier das schändlichste Leben; all ihr Sinnen und Trachten ging bloß auf die Genüsse der Lust; sie hatte gar keinen Sinn für die Schönheit der Tugend; ohne an Gott, an sein Gebot und seine schrecklichen Gerichte zu denken, verlebte sie in wildem Taumel ihre Tage. 

Eines Tages sah sie am Ufer des Meeres viele Personen ein Schiff besteigen; auf die Frage, wohin sie ziehen, vernahm sie, daß sie eine Wallfahrt nach Jerusalem machen, um dort in der heiligen Kreuzkirche dem Feste der Kreuzerhöhung beizuwohnen. Da kam ihr der Gedanke mitzufahren, aber nicht, um im Geiste der Buße dem göttlichen Heiland, der für die Sünder gestorben, ihre Huldigung darzubringen, nein, sondern um dort unter der Menge der Pilger ihr feiles Sündengewerbe fortzusetzen. 
Sie bestieg das Schiff. Ohne zu zittern vor den Wellen, die sie verschlingen, vor den Stürmen, die sie in den Abgrund stürzen konnten, um dann ewig in der Hölle die Rache Gottes zu fühlen, fuhr sie über das Meer und selbst während der Reise überließ sie sich den abscheulichsten Ausschweifungen; dasselbe tat sie auch in Jerusalem.

Als das Fest herangekommen war, wollte sie auch in die heilige Kreuzkirche gehen, wo man das von der heiligen Helena gefundene Kreuz des Herrn der Verehrung der Gläubigen aussetzte. Bei der Kirchentüre hielt Gottes Hand die freche Sünderin zurück; sie wollte hinein
gehen, vermochte es aber nicht. 
Drei- bis viermal strengte sie sich an, den Fuß über die Schwelle zusetzen; vergeblich, eine geheime Gewalt stieß sie zurück. Alle Pilger vermochten hineinzugehen, sie allein nicht. Ganz verwirrt zog sie sich in einen Winkel des Vorhofes der Kirche zurück; es war ihr, als wenn Jemand zu ihr sagte: „ Du bist es nicht wert, feile Dirne, das Kreuz dessen zu schauen, der für dich in namenlosen Schmerzen gestorben und den du fort und fort durch deine Sünden kreuzigst." 

Wie vom Blitz getroffen, warf sie sich auf die Kniee nieder, ihr ganzes Sündenleben stand in seiner Scheußlichkeit vor den Augen ihres Geistes, sie fing nun bitterlich an zu weinen. Was sollte sie nun tun, um ihres Elendes los zu werden; wer sollte sie aus dem Abgrund des Verderbens ziehen, in den sie sich so leichtsinnig gestürzt hatte? 
Wehklagend erhebt sie ihr Angesicht und erblickt in ihrer Nähe an der Wand ein Bild der seligsten Jungfrau und Mutter des Erlösers. 

Da flehte sie mit heißer Inbrunst zur Mutter der Barmherzigkeit und beschwor sie durch ihre unvergleichliche Reinigkeit, Mitleid zu haben mit einer armen Sünderin und Gott ihre Reue und ihre Tränen vorzutragen; auch bat sie die barmherzige Mutter, sie möge ihr die Gnade erwirken, in die Kirche eingehen und dort das Kreuz ihres Sohnes schauen zu dürfen. 
Zugleich machte sie das heilige Versprechen, Buße zu tun und sich von nun an ganz dem Dienste des Herrn zu weihen. Maria, das Licht aller Verirrten, sollte Zeuge und Bürge ihres Versprechens sein.

Da empfand die arme Sünderin süßen Trost im Herzen; sie fühlte sich erhört, stand auf und siehe da, sie konnte jetzt ungehindert in die Kirche eingehen und bis zu dem Orte dringen, wo das hochheilige Kreuz aufgestellt war. Ganz aufgelöst in Tränen der Reue und des Dankes für die unaussprechlichen Erbarmungen Gottes, der so gern und schnell die Missetäter zur Buße aufnimmt, warf sie sich nieder vor dem Kreuze und gelobte aufs Neue, ein bußfertiges Leben zu führen. 
Dann kehrte sie wieder zum Bildnis der Mutter des Erlösers zurück, nahm sie neuerdings zum Zeugen ihres Versprechens und flehte sie an, ihr nun den Weg zu zeigen, den sie von nun an einschlagen sollte. 

Da vernahm sie eine Stimme, die sagte: „Wenn du über den Jordan gehst, dann wirft du vollkommene Ruhe finden." Sie nahm nun Abschied von dem Bilde der heiligen Jungfrau und bat sie nochmals um ihren Schutz, dann ging sie zu einem Bäcker, kaufte sich drei Brot und nachdem sie sich nach dem Stadttore erkundigt hatte, das zum Fluß Jordan führt, machte sie sich sogleich auf den Weg und reiste den ganzen Tag. Gegen Abend kam sie in eine Kirche, die dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht war und am Ufer des Flußes stand. 
Dort betete sie, beichtete dann reumütig alle ihre Sünden und empfing die heilige Kommunion. Hierauf aß sie ein halbes Brod und übernachtete, auf bloßer Erde liegend, unter freiem Himmel. Am nächsten Tag in der Frühe ging sie über den Fluss, nachdem sie sich nochmals dem Schutze der heiligen Jungfrau empfohlen hatte und trat in die Wüste, wo sie nun, fern von allen Menschen, einsam ihre Tage zubrachte. 


Innerhalb 17 Jahren sah sie keines Menschen Antlitz; ihre Speise waren Kräuter; ihre Kleider waren bald abgenützt; Hunger, Hitze im Sommer, Kälte im Winter zehrten ihre Kräfte ab. Dabei hatte sie unaufhörlich mit heftigen Versuchungen zu kämpfen; bald fühlte sie ein Verlangen nach Fleisch, bald wieder nach Fischen; bald gelüstete sie nach Wein, den sie früher so geliebt und unmäßig getrunken hatte, während sie nun in der Wüste oft keinen Tropfen Wasser hatte, um ihren Durst zu stillen. 

Oft und oft stellte der Satan ihr die reizenden Bilder ihres früheren Lebens vor Augen und drang in sie, wieder in die Welt zurückzukehren. Sie aber warf sich auf die Erde, weinte, zerschlug ihre Brust und empfahl sich der Mutter Gottes; Plötzlich sah sie sich von einem Lichtglanz umgeben, und Ruhe und Friede kehrte dann wieder in ihr Herz zurück. Nachdem sie unter beständigem Kampf die strengste Buße geübt hatte, wurde sie von dem frommen Abte Zosimus entdeckt. 

Dieser Mann hatte fünfzig Jahre in einem Kloster des heiligen Landes in aller Heiligkeit Gott gedient. Da kam ihm der Gedanke, er habe bereits die Vollkommenheit erreicht und er dürfe nicht mehr Neues lernen.
Das war aber eine gefährliche Versuchung des Satans, der ihn durch Stolz stürzen wollte. Da aber erbarmte sich seiner Gott, der Herr. Er
befahl ihm in einer Offenbarung, dass er sein Kloster verlassen und in ein anderes jenseits des Jordans ziehen solle, wo er neue Tugendlehren erhalten würde. 
Zosimus machte sich sogleich auf den Weg, und ging mit mehreren Brüdern am Anfange der Fastenzeit über den Jordan in die Wüste von Arabien. Dort zerstreuten sie sich, um eine Einöde aufzusuchen, wo jeder allein in strenger Buße Gott dienen wollte. Zosimus drang jeden Tag weiter in die Wüste, denn er wollte einen Einsiedler antreffen, der in der Vollkommenheit noch größere Fortschritte gemacht hätte. 

Als er am zwanzigsten Tage des Mittags ein wenig ausruhen wollte und nach seiner Gewohnheit eine gewisse Anzahl Psalmen abbetete, erblickte er staunend im hellen Sonnenlichte eine menschliche Gestalt, deren Leib ganz geschwärzt, deren Haare aber schneeweiß waren; es war eine Frau, die aber sogleich entfloh. Zosimus, in der Meinung, es sei ein heiliger Einsiedler, lief ihr nach. Als er nicht mehr weit entfernt war, rief er ihr zu, sie solle einhalten, um seinen Segen zu empfangen, denn er war
ein Priester. 

Da blieb Maria stehen und rief ihm aus der Ferne zu: „Abt Zosimus, ich bin ein Weib; ich kann nicht mit dir sprechen, weil ich nackt bin; wirf mir deinen Mantel zu, damit ich vor dir erscheinen kann." Zosimus, erstaunt seinen Namen nennen zu hören, warf ihr den Mantel zu, womit sie sich bedeckte und ihm nahte. 

Auf die Frage, wer sie sei und was sie hier in der Wüste tue, erzählte sie nun dem frommen Priester Zosimus unter einem Strom von Tränen, ganz offenherzig ihre Lebensgeschichte und bat ihn dann, sie so lange geheim zu halten, bis sie gestorben sei. Sie flehte ihn auch an, für sie zu beten, und ihr kommendes Jahr am grünen Donnerstag den Leib des Herrn zu bringen. Hierauf empfahl sie sich wieder seinem Gebete und verließ ihn dann, um in der Wüste ihr bisheriges Leben fortzusetzen. 
Zosimus, erstaunt über das, was er gesehen und gehört, dankte Gott, küsste die Fußstapfen der heiligen Büßerin und kehrte wieder in sein Kloster zurück.

Im folgenden Jahr erinnerte sich Zosimus an die Heilige und als der grüne Donnerstag herangenaht war, begab er sich mit dem Leib des Herrn an das Ufer des Jordans. Er trug das Allerheiligste in einem kleinen Kelch und hatte auch einen Korb mit Datteln und Linsen gefüllt mitgenommen. 
Als er am Abend zum Fluss gekommen war, sah er die Heilige am anderen Ufer. Sie bezeichnete das Wasser mit dem Kreuze und wandelte dann über die Wellen wie auf festem Lande. Als sie vor dem Priester stand, begehrte sie seinen Segen und ersuchte ihn, das Glaubensbekenntnis und das Vater unser mit ihr zu beten. 
hl. Maria von Ägypten empfängt die hl. Kommunion vom hl. Zosimus
Mit innigster Andacht empfing sie hierauf das heiligste Abendmahl und sagte dann in Tränen zerfließend:
„Nun, o Herr, entlassest du deine Dienerin in Frieden, denn meine Augen haben das Heil meiner Seele gesehen." Nachdem sie den Priester Zosimus gebeten hatte, auch zur künftigen Fastenzeit an den gleichen Ort wieder herzukommen, ging sie wieder über den Fluß. 
Nun aber war die Zeit ihrer Auflösung gekommen; schon 48 Jahre hatte sie in der Wüste zugebracht und immer ihre Sünden beweint und gebüßt. Als in der folgenden Fastenzeit Zosimus wieder an den bestimmten Ort kam, fand er sie tot auf dem Boden liegend. Bei ihrem Leichnam lag ein Zettel, auf welchem stand, daß sie
Maria heiße und die Zeit angegeben war, wo sie starb. 

Der heilige Priester begrub den heiligen Leichnam in ein Grab (um das Jahr 421), welches ein von Gott gesendeter Löwe ausgehöhlt hatte, rief dann die heilige Büßerin um ihre Fürbitte an und kehrte wieder in sein Kloster zurück, wo er all die Wunderdinge erzählte, die er gesehen und gehört und in einem Alter von 100 Jahren selig starb.

Die heilige Maria von Ägypten wird abgebildet in nackter Gestalt von ihren Haaren umhüllt, wie sie vor einem alten ehrwürdigen Priester kniet und aus seinen Händen die heilige Kommunion empfängt.

Fortsetzung: hier klicken

alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858





Freitag, 25. Januar 2013

Vom Saulus zum hl. Apostel Paulus oder was ist wahre Buße und Bekehrung

Passende Heiligenlegende hier
Die Bekehrung des hl. Apostels Paulus
Bildquelle
Von der wahren Buße oder Bekehrung

Wenn unsere heilige katholische Kirche das Andenken an die wunderbare Bekehrung des heiligen Apostels Paulus feiert, so hat sie dabei eine dreifache Absicht.
Sie will erstens Gott dafür danken, dass er ihr an diesem Heiligen einen so eifrigen Verbreiter der Lehre ihres göttlichen Bräutigams Jesu geschenkt hat; zweitens will sie uns zeigen, wie Gottes unendliche Gnade im Stande ist, auch die härtesten Herzen zu erweichen und umzuwandeln und wie es unmöglich sei, Gottes Macht und Willen zu widerstehen; drittens, um uns ein Muster wahrer Bekehrung und Buße vor Augen zu stellen. Dass aber die Bekehrung des heiligen Paulus keine Scheinbekehrung war, hat er nachmals bewiesen. 


Er war ein ganz anderer, neuer Mensch geworden. War er früher stolz und hochfahrend, so war er jetzt demütig vom Herzen; war er früher aufbrausend, zornmütig, so war er jetzt sanftmütig; kannte er früher die wahre Nächstenliebe nicht, so war er jetzt gegen alle Menschen voll Mitleid, voll Erbarmen; er wollte allen alles werden, um alle für Christus zu gewinnen. 
War er früher ein Feind des Kreuzes, so hatte er nun dieses Kreuz so lieb, dass er darin all' seinen Ruhm, all' seine Ehre suchte und nichts anders mehr verlangte, als mit Christus gekreuzigt zu werden. Zu dieser Liebe des Kreuzes trieb ihn besonders seine innige Reue über seine früheren Sünden. Er nannte sich offen den größten Sünder und beweinte Tag und Nacht seine Vergehungen! So ist also Paulus ein Muster wahrer Buße. 

O dass du dir, christliche Seele, diese Buße des heiligen Apostels zu Herzen nähmest! Vielleicht meinst auch du, die Buße bestehe darin, dass man seine Sünden beichte, und dann sich nicht weiter bemühe, ein anderer Mensch zu werden. 
Solche Buße ist bloß zum Scheine und gilt nicht vor Gott. 

Hast du dir ein sündhaftes Leben vorzuwerfen, so musst du von ganzem Herzen dich zu Gott bekehren; du musst trachten, ein neues Leben zu führen. Du musst gerade das Gegenteil tun von dem, was du früher getan, wie der heilige Paulus, und in dem Kampf gegen deine bösen Neigungen darfst du nicht nachlassen, bis du sie überwunden. Auch Paulus hat bis zum Ende gekämpft und dadurch erst die Krone errungen!!
Gebet. Barmherziger Jesus, der Du durch Deine Gnade dem heiligen Paulus die Kraft gegeben hast, einen guten Kampf zu kämpfen, komme auch mir zu Hilfe, dass ich mutig meine bösen Neigungen, insbesondere meinen Hochmut und meine Weltliebe bekämpfe, Dein Kreuz liebe und so die Krone der Herrlichkeit erlange. Amen.
alles aus Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben von Stadtpfr. Georg Ott, 1858, Regensburg, New York, Friedrich Pustet Verlag  

Mittwoch, 14. November 2012

Über die allgemeine Pflicht zur Sühne

Papst Pius XI.
Father Zuhlsdorf weist aktuell auf die immer noch gültige Enzyklika MISERENTISSIMUS REDEMPTOR von Pius XI. hin, die Enzyklika über die dem Heiligsten Herzen Jesu allgemein geschuldete Sühne, d.h. Pflicht zur Sühne, auch für andere, hin. 


Der beeindruckende Text der Enzyklia siehe hier, auf das Bild clicken, Text wird dann heruntergeladen.

Folgendes sagt Prälat Georg May zur Sühne:

(...) Und da ruft uns der Hei­land, da ruft uns Maria Mar­gareta Ala­co­que, da ruft uns die Herz-Jesu-Ver­eh­rung auf, zu süh­nen – zu süh­nen. 

Was heißt süh­nen? 
Süh­nen heißt, das Böse nicht bloß bereuen, son­dern gut­ma­chen, gleich­sam aus der Welt schaf­fen. Sühne will wie­der­ge­win­nen, was durch die Sünde ver­lo­ren­ging. Sühne muss sein. Wir müs­sen wie­der­gut­ma­chen, was wir in unse­rem Leben durch Schuld und Sünde ver­fehlt haben. 
Sühne also für eigene Sün­den. „Ach Herr, was du erdul­det, ist alles meine Last. Denn ich hab das ver­schul­det, was du getra­gen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn ver­die­net hat! Gib mir, o mein Erbar­mer, den Anblick dei­ner Gnad!“ 
Sühne für eigene Sün­den, Sühne aber auch für die Sün­den ande­rer. Wir kön­nen auch für andere süh­nen kraft der Gemein­schaft der Hei­li­gen. Gott nimmt die Sühne, die wir für andere leis­ten, an.

Im 18. Jahr­hun­dert regierte in Frank­reich Lud­wig XV., ein trau­ri­ger König, meine lie­ben Freunde, ein Mann der Unzucht, ein Mann der Schwä­che, ein Mann, der sicher auch zu sei­nem Teil das Ver­häng­nis der Revo­lu­tion her­auf­be­schwo­ren hat. Aber er hatte ein Toch­ter, Louise. Und Louise, die Toch­ter, trat in ein Klos­ter ein, um für ihren sit­ten­lo­sen Vater zu süh­nen. Im Kar­me­li­ter­or­den ist aus einer Prin­zes­sin die Schwes­ter Tere­sia vom hei­li­gen Augus­tin gewor­den. Und ihre Sühne war nicht ver­ge­bens. Auf dem Ster­be­la­ger hat Lud­wig eine öffent­li­che Erklä­rung an sein Volk gerich­tet, dass er sein Leben ver­ur­teile.

Sühne leis­ten, das ist auch unsere Auf­gabe, und Gott sei es gedankt, auch heute gibt es sol­che Süh­ne­see­len. Unsere guten from­men Frauen, die da in Herolds­bach die Nacht durch­be­ten, das sind sol­che Süh­ne­see­len. Sie leis­ten Sühne. 
Es ist nicht ange­nehm, die ganze Nacht zu beten und das Mess­op­fer mit­zu­fei­ern, aber es ist Sühne, und es ist wirk­same Sühne. 

Und so wol­len wir denn heute, meine lie­ben Freunde, den Vor­satz fas­sen, auch uns dem hei­ligs­ten Her­zen Jesu zu über­ge­ben. „Gött­li­ches Herz“, so wol­len wir sagen, „ich ver­binde mein Herz innig und fest mit dir, dass mich bis zum Ende mei­nes Lebens nichts von dir tren­nen kann. Herz Jesu, erbarme dich mei­ner!“

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...