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Montag, 19. März 2018

Ist der hl. Joseph mit Seele UND Leib im Himmel?

Heute hörte ich in einer Predigt, dass es Theologen gäbe, die annehmen, dass der hl. Joseph nicht nur der Seele, sondern auch dem Leibe nach im Himmel sei und tatsächlich gäbe es auch keine Reliquien von ihm. Leider wurden keine Quellen zitiert in der Predigt und so machte ich mich auf die Suche, welche Theologen das wohl angenommen haben.

Im schönen „Josephi-Buch“ vom früher wegen seiner reichen schriftstellerischen Tätigkeit allgemein bekannten Stadtpfarrer Georg Ott fand sich dazu folgendes:


"Sowie vom reinsten Leibe der hochbegnadigten unbefleckten Jungfrau nichts mehr in ihrem Grabe sich befindet, weil sie von ihrem göttlichen Sohne mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, so findet sich auch vom jungfräulichen Leibe des heiligen Joseph nichts mehr vor. 
Die meisten Kirchenväter und frommen Lehrer, sowie der hl. Bernardin und der hl. Franz von Sales glauben, der hl. Joseph sei dem Leibe und der Seele nach im Himmel. (…) 

Von den Reliquien des hl. Joseph ist wenig vorhanden. Ein Teil seines Mantels, in welchen er das neugeborene Kind Jesus einhüllte, befindet sich mit seinem Stocke zu Rom in der Kirche der hl. Cäcilia in Trastevere, der andere Teil in der Kirche der hl. Anastasia. (Anmerkung von mir: das sind Reliquien zweiter Ordnung) Ein nicht kleines Stück dieses Mantels hat der Kardinal Ginette den unbeschuhten Karmelitermönchen zu Antwerpen in Belgien zum Geschenke gemacht, wo es jährlich am Feste der Geburt des Herrn zur Verehrung gezeigt wird. Unter den Reliquien, welche Kaiser Karl der Große aus Jerusalem erhielt und in die Domkirche zu Aachen brachte, zeigt man Binden, deren sich der hl. Joseph zum Umwickeln seiner Füße bediente. 

Reliquien von seinem heiligen Leibe fanden sich nicht vor, (Anmerkung von mir: also Reliquien erster Ordnung), was die fromme Meinung bestätigt, dass der hl. Joseph mit Leib und Seele in der Glorie des Himmels ist."

Alles aus: Josephi-Buch oder: Die Macht der Fürbitte das heiligen Patriarchen Joseph, Nährvaters Jesu und Bräutigams der allerseligsten Jungfrau Maria in sehr vielen und schönen Geschichten aus alter und neuer Zeit. Ein Hausbuch für jede christliche Familie.
Gesammelt und herausgegeben von Georg Ott, Dechant und Stadtpfarrer in Abensberg, mit vielen schönen Bildern geziert. Mit bischöflicher Approbation, Regensburg, Pustet, 1887

Das Josephi-Buch ist hier beim ZVAB noch in wenigen Exemplaren erhältlich. 

Siehe auch: 

Sonntag, 19. März 2017

Gebet zum hl. Joseph in schweren Anliegen

Lieber hl. Joseph, Freund des heiligsten Herzens Jesu, reinster Bräutigam der allzeit unbefleckten, ohne Makel der Sünde empfangenen Jungfrau Maria, kaum wurdest du von Gott zum Haupt der heiligem Familie auserwählt, als Kümmernis und Sorgen, Trübsal und Not dein Anteil wurden.

Welch überaus schmerzliches Anliegen war es für dich, als du in Bethlehem keine Herberge für die liebe Mutter des Heilandes fandest und in einem Stall Unterkunft suchen musstest! Welch Schmerz war es für dich, als du sahst, wie Maria ihr neugeborenes göttliches Kind in armselige Windeln gewickelt in die Krippe auf Stroh legte.

Welch ein Schrecken und welche Angst jagte dir der Befehl des Engels ein, mit dem himmlischen Kind und seiner Mutter bei der Nacht nach Ägypten zu fliehen! Wie überaus schmerzlich und kummervoll war die Reise in dieses Land, wo man den wahren Gott nicht kannte, und welche Armut und Not drückte dich dort, als du die nötige Unterkunft und Nahrung suchen und durch mühevolle Arbeit gewinnen musstest; und in welcher Armut, nur mit harter Arbeit, brachtest du im kleinen Haus zu Nazareth mit Jesus und Maria dein Leben zu !

Du hast an dir selbst erfahren, was Kümmernis und Sorgen, Trübsal und Not für den Menschen sind.
Deshalb wende ich mich zu Dir in meinem schweren Anliegen und bitte dich inbrüstig, nimm dich meiner an und bewege durch deine mächtige Fürbitte, dass dein Pflegekind Jesus sich meiner erbarme und in meiner Not mir helfe.
Denn es ist noch nie gehört worden, dass jemand deinen Schutz angerufen hat, ohne getröstet worden zu sein.
Mit diesem Vertrauen erscheine ich vor dir und empfehle mich dir inständig.
Ach verschmähe meine Bitte nicht, Pflegevater unseres Heilandes, sondern nimm sie huldreich an. Amen


gefunden in:
Leidensblumen aus dem Garten der Heiligen, Ein Exempel- und Erbauungsbuch für alle Betrübte und Leidende, herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abensberg, mit bischöflicher Approbation, Verlag Friedrich Pustet, 1888



Dieses Bild des hl. Joseph
hängt bei uns seit Jahren am Esstisch und
 ist zu kaufen hier



Donnerstag, 10. März 2016

Zweifelte der heil. Joseph jemals an der Jungfräulichkeit der allerseligsten Jungfrau Maria?

Kurze Antwort: Nein, niemals, denn er hatte sie direkt aus dem Tempel, wo sie mit anderen Jungfrauen bestens bewacht aufwuchs, in seine Obhut genommen. 

Jedermann wußte, dass der Messias, der damals allgemein erwartet wurde, aus dem Hause David stammen und aus einer Jungfrau geboren werden würde, wie der Prophet Isaias vorhergesagt hatte.

Joseph wusste, dass sowohl er als auch seine Braut aus dem Hause David stammten und war sich sicher, dass ihre Schwangerschaft, die er an seiner heiligen, reinen Braut deutlich wahrnahm, nur bedeuten konnte, dass sie bestimmt war, den Messias zur Welt zu bringen.

Warum aber überlegte der demütige heil. Joseph dann, seine Braut zu entlassen?

Die Antwort gibt der Ex-General der Theatiner, Joachim Ventura, 
in dieser Predigt über den heil Joseph ab S. 61

Seine Ausführungen untermauert er mit Zitaten der Kirchenväter.

Es lohnt sich die ganze Predigt zu lesen, etwas Schöneres und Erbaulicheres über den heil. Joseph habe ich noch nie gelesen.


(Wie man Frakturschrift liest, wird hier erklärt. Screenshots der Predigt unten zum Vergrößern anklicken.)










Mehr von und über P. Joachim Ventura hier.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Maria und Joseph auf Herbergssuche

Maria und Joseph auf Herbergssuche
Krippenfiguren aus der 

Kollektion "Immanuel" von Heide
In damaliger Zeit ging vom dem römischen Kaiser Augustus der Befehl aus, dass der ganze Erdkreis aufgeschrieben werde. Diese Aufschreibung geschah als die erste unter der Statthalterschaft des Cyrinus (Quirinius) über Syrien. 
Jeder musste daher an den Stammort seiner Familie gehen, um sich da aufschreiben zu lassen.*

Am Abend vor Christi Geburt,
Michael Rieser, 1869
gefunden bei wiki
Da gingen auch Maria und Joseph, weil sie aus dem königlichen Geschlechte Davids waren, nach Bethlehem, der Stadt Davids. 

Wegen der vielen Fremden, die schon gekommen waren, fanden sie indes keine Herberge.** 
Sie gingen deshalb in eine vor der Stadt befindliche Grotte. 

Hier wurde Jesus Christus geboren, der eingeborene Sohn Gottes und Heiland der Welt; und die jungfräuliche Mutter wickelte das Kind in Windeln und legte es in eine Krippe.

Die Schätzung geschah nach jüdischer Sitte. Zum sicheren Nachweis echt israelitischer Abstammung und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Familie wurde nach Stamm, Geschlecht, Haus und einzelnen Familien gemustert, die Familienregister befanden sich am Stammort der Familienglieder. Auch die unveräußerlichen Erbgrundstücke lagen innerhalb des betreffenden Stammanteils.– 
So musste ein heidnischer Kaiser, der „die ganze Welt“ zu beherrschen glaubte, die mehr als 700 Jahre früher gegebene Weissagung des Propheten Michäas in Erfüllung bringen, dass der Messias in Bethlehem geboren werde.

** So geschah hier ganz buchstäblich, was der heil. Johannes (1,11) sagt: "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf." Ein trauriges Vorbild der Verblendung, womit später die Mehrzahl der Juden den Erlöser und seine Gnade von sich stieß.

Alles aus: Handbuch zur Biblischen Geschichte, Schuster und Holzammer, mit Approbation des Erzbischofs von Freiburg, Herder 1906.

Siehe auch: 

Donnerstag, 14. November 2013

Katholischer Haussegen

Der Segen komme reichlich über dieses Haus und über alle, die in demselben wohnen! Die Gnade des Heiligen Geistes heilige alle!

Der Name, in dem allein
 Heil ist, der allerheiligste und süßeste Name Jesus, ergieße in reichlichem Maße Heil und Segen über dieses Haus und alles, was darin ist!

Es möge in diesem Hause stets fortwalten und herrschen Frieden, Eintracht und aufrichtige Liebe, Unschuld, Frömmigkeit und Gottesfurcht.


Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria wolle in mütterlicher Sorgfalt für alle sorgen und alle bewahren vor jeglichem Übel des Leibes und der Seele!

Die mächtige Fürbitte des glorwürdigen heiligen Josef erflehe unseren Arbeiten glückliches Gedeihen und allen unseren Leiden reichliche Verdienste!

Die heiligen Schutzengel mögen alle in diesem Haus vor den Nachstellungen des bösen Feindes beschützen und einst sicher führen ins himmlische Vaterland!

Der Segen des allmächtigen Gottes
*, des Vaters und des  Sohnes und des † Heiligen Geistes komme über uns und bleibe bei uns immerdar.    Amen.


gefunden auf einem alten Gebetsbildchen von 1900 mit Imprimatur

*ab dieser Stelle ein Kreuzzeichen machen

Siehe auch:
Geheiligtes Heim - Die Grundausstattung eines Katholiken






Dienstag, 19. März 2013

Was bedeutet: der hl. Joseph war "gerecht"?

Ite ad Joseph!
Geht zu Joseph!
Der hl. Joseph, Nährvater Jesu Christi
und Patron der Kirche
Unter allen Menschen, die je auf Erden nach dem Willen Gottes, also heilig gelebt haben, zeichnet sich gewiß der heilige Joseph nach der allerseligsten Jungfrau Maria am meisten aus; denn er ist jener heilige Mann Gottes, den der himmlische Vater schon vor Gründung der Welt zum einstigen Nähr- und Pflegevater seines göttlichen Sohnes im Fleische auserwählt, er ist jener heilige Mann Gottes, welchen Gott der Herr selbst mit Maria der Jungfrau verbunden und ihr als Beschützer gegeben, dem er also sein Liebstes anvertraut hat, Maria mit dem süßen Jesuskinde. 

Die Ursache aber, warum Gott diesem heiligen Mann solche Gnaden erwiesen hat, gibt die heilige Schrift mit einem einzigen, aber bedeutungsvollen Worte an; sie sagt nämlich, das er ein gerechter Mann gewesen sei. 

In diesem Worte aber „er war gerecht” ist das höchste Lob enthalten, welches der heilige Geist selbst ihm spendet und es bezeugt dies Wort nichts anders, als dass Joseph ein ganz reiner, tugendhafter, besonders liebevoller Mann gewesen. -
Dies und noch vieles mehr über den hl. Josef hier

alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858 

Samstag, 16. März 2013

Warum der heilige Josef Patron der Kirche ist

Am Fest des heiligen Josef ist die Amtseinführung unseres neuen Papstes Franziskus.

Der sel. Papst Pius IX. hatte den hl. Josef mit dem Dekret "Quemadmodum Deus Josephum" vom 8. Dez. 1870 zum Patron der Kirche erhoben
Er entsprach damit den Bitten einer Gruppe von Vätern des I. Vatikanischen Konzils.

Das folgende stammt aus der Enzyklika "Quamquam pluries", 15. Aug. 1889 von Papst Leo XIII.:

"(...) Warum der selige Josef ausdrücklich als Patron der Kirche gilt und sich die Kirche andererseits sehr viel von seinem Schutz und Patrozinium verspricht, dafür sind die Beweggründe die, dass er der Mann Mariens und, wie man meinte, der Vater Jesu Christi war. Daher rühren all seine Würde, Gnade, Heiligkeit und Ehre. Sicher ist die Würde der Muttergottes so erhaben, dass es nichts Größeres geben kann. 

Weil aber zwischen Josef und der seligsten Jungfrau das Eheband bestand, reichte er selbst dennoch zweifellos wie sonst niemand mehr an jene vorzüglichste Würde heran, mit der die Gottesgebärerin alle geschaffenen Naturen bei weitem überragt. 

Die Ehe ist nämlich die engste Gemeinschaft und Beziehung von allen, die ihrer Natur nach mit der gegenseitigen Gütergemeinschaft verbunden ist. Wenn deshalb Gott der Jungfrau Josef zum Bräutigam gab, gab er sicherlich nicht nur einen Lebensgefährten, einen Zeugen der Jungfräulichkeit und einen Beschirmer der Tugend, sondern kraft des Ehebundes selbst auch einen Teilhaber an ihrer hervorragenden Würde.

Ebenso ragt er durch erhabenste Würde einzigartig unter allen heraus, weil er, von der Meinung der Menschen als Vater angesehen, nach göttlichen Ratschluss der Beschützer des Sohnes Gottes war. Daher war es folgerichtig, dass das Wort Gottes Josef in Bescheidenheit untertan war, auf sein Wort hört und ihm alle Ehre erwies, die Kinder ihrem Vater erweisen müssen.
Nun folgten aber aus dieser zweifachen Würde von selbst Pflichten, die die Natur den Familienvätern vorgeschrieben hat, und zwar so, dass Josef der rechtmäßige und natürliche Beschützer, Pfleger und Verteidiger des göttlichen Hauses, dem er vorstand, war. Diese Pflichten und Aufgaben hat er sicherlich, soweit das sterbliche Leben hinreichte, tatsächlich erfüllt…

Nun aber barg das göttliche Haus, das Josef wie mit väterlicher Vollmacht leitete, die Anfänge der entstehenden Kirche. Wie die heiligste Jungfrau Gebärerin Jesu Christi ist, so ist sie die Mutter aller Christen, die sie ja am Kalvarienberg unter größten Qualen des Erlösers gebar; und ebenso ist Jesus Christus gleichsam der Erstgeborene der Christen, die ihm durch Annahme an Kindes Statt und die die Erlösung Brüder sind.

Daraus erwächst der Grund, warum der seligste Patriarch fühlt, dass ihm in einer besonderen Weise die Menge der Christen anvertraut ist, aus denen die Kirche besteht, nämlich diese unzählige und in allen Ländern verbreitete Familie, gegenüber der er, weil er der Mann Mariens und der Vater Jesu Christi ist, über beinahe väterliche Autorität verfügt. Es ist also natürlich und des seligen Josef überaus würdig, dass er, wie er einst die Familie zu Nazareth mit allen nötigen Mitteln aufs gewissenhafteste zu beschützen pflegt, so nun mit himmlischem Schutz die Kirche Christi behütet und verteidigt.(...)"

aus: Heinrich Denzinger,Kompendium der Glaubensbekenntnisse und der kirchlichen Lehrentscheidungen

Ganze Enzyklika hier


Freitag, 1. März 2013

Das Konklave im Monat des heiligen Joseph, Schutzpatron der Kirche

Papst Benedikt XVI. tat nichts unüberlegt, wie jüngst Kardinal Arinze feststellte
Sicher kam es dem Papst sehr gelegen, dass das Konklave durch den von ihm ausgewählten Rücktrittstermin ausgerechnet in dem Monat stattfindet, der traditionell dem hl. Joseph, dem Bräutigam der Gottesmutter und dem Nährvater Jesus Christi gewidmet ist, der vom sel. Papst Pius IX. 1870 zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche erhoben wurde.
Bis zur Wahl des neuen Papstes sollte es jedem Katholiken ein Herzensanliegen sein, sich täglich an diesen so mächtigen Fürsprecher bei Gott zu wenden:

Hl. Joseph ,Patron der Kirche, bitte für uns
Gebet zum heiligen Joseph für die Kirche 

V: Zu dir, o heiliger Joseph fliehen wir in unserer Not und bitten voll Vertrauen um deinen Schutz. Bei der Liebe, welche dich mit der unbefleckten Gottesmutter verbunden, und der väterlichen Zärtlichkeit, mit der du das Jesuskind umfangen hast, flehen wir dich an:

A: du wollest in Milde hinblicken auf das Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blute erworben hat.

V: Hilf uns in unserer Not mit deinem mächtigen Beistand, o fürsorglicher Beschützer der Heiligen Familie.

A: und wache über die auserwählte Schar der Jünger Jesu Christi.

V: Halte ferne von uns, o liebreicher Vater, alle Ansteckung durch Irrtum und Verderbnis.

A: Stehe vom Himmel her uns gnädig bei, du unser starker Helfer, im Kampfe mit den Mächten der Finsternis.

V. Wie du einst das Jesuskind aus der höchsten Lebensgefahr errettet hast, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen die Nachstellungen der Feinde und gegen jede Widerwärtigkeit.

A: Nimm uns alle unter deinen beständigen Schutz, auf dass wir nach deinem Beispiel und mit deiner Hilfe heilig leben, selig sterben und die ewige Seligkeit im Himmel erlangen mögen. Amen. 


aus: Gottesdienst, Gebet- und Gesangbuch für das Erzbistum München und Freising, 1950, S. 50



Montag, 24. Dezember 2012

Warum musste der Engel des Herrn im Traum zum hl. Joseph kommen?

Der Traum des Hl. Joseph,
Giordano Luca
In der Vigil von Weihnachten ist in der Forma extraordinaria das Evangelium Matth. 1, 19-21.

Der hl. Joseph wusste nicht, was er von der offenbar werdenden Schwangerschaft seiner Verlobten Maria halten sollte, konnte ihr, der Engelreinen, aber unmöglich etwas Schlechtes zutrauen und wusste nicht, was er machen sollte, bis ihm der Engel des Herrn im Traum erschien, ihm aus seiner quälenden Lage half und ihm Klarheit verschaffte. 

Maria hätte ihm erklären können, was ihr geschehen war, um ihn aus seiner peinlichen inneren Not zu befreien, tat es aber nicht. Warum nicht, steht in der Erklärung zu der Stelle in dieser Vulgata-Ausgabe:
"Maria überlässt alles der Leitung der göttlichen Vorsehung, überzeugt, dass Gott, der der heil. Elisabeth das hohe Geheimnis offenbart (Luk. 1, 41-45), sich vorbehalte, es kund zu tun, wem Er wolle. (Anmerk.: das ist schön im Bild oben zum Ausdruck gebracht: Die allerseligste Jungfrau betet im Hintergrund.) 
Wie der Zweifel des hl.Thomas unseren Glauben an die Auferstehung, so festigt das Bedenken des heil. Joseph unseren Glauben an Christi wunderbare Empfängnis (hl. Chrys.). Der Engel ist wohl Gabriel, der auch Daniel (9,24) und der heil. Jungfrau die Botschaft der Menschwerdung gebracht."

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