Dienstag, 19. Dezember 2017

Was ist eine „Vigil“? – erklärt an der Vigil von Weihnachten

Wie im vorherigen Post erklärt, ist der 24. Dezember die Vigil von Weihnachten. Was ist eine Vigil?

Bis tief ins Mittelalter hinein bestand in der Kirche die Sitte, sich auf hohe Feste durch gemeinsame gottesdienstliche Nachtfeier vorzubereiten. Dieser nächtliche Gottesdienst hieß Vigil. Vigil bezeichnete ursprünglich in der römischen Militärsprache einen der vier Abschnitte, während welcher der Soldat vor dem Heerlager Wache stehen musste. 

Ob nun ehemals die Gläubigen die ganze Nacht durchwachten (wie vor Ostern und Pfingsten) oder nur einen Teil, sie suchten durch Beten und Fasten würdiger zu werden für die Gnaden der kommenden Festfeier. Dasselbe wollen auch wir tun. – Die Nachtfeier wurde später auf die Vortage der Feste verlegt; deshalb tragen diese heute den Namen „Vigil“.

Alles aus: „Das Meßbuch der heiligen Kirche“, Anselm Schott O.S.B., Herder, 1939


Sonntag, 17. Dezember 2017

Beginnt Weihnachten am „heiligen Abend“?

Nein, Weihnachten beginnt um 0 Uhr am 25. Dezember, dem Hochfest der Geburt des Herrn.

Der heilige Abend ist kein eigenes Fest, sondern lediglich die Vigil (Nachtwache) des Weihnachtsfestes.

Traditionell schließt der Weihnachtsfestkreis erst mit der Woche vor dem Sonntag „Septuagesima“ oder andersherum gesagt, er schließt mit der Woche des sechsten Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn, auch Fest der heiligen drei Könige genannt.



Freitag, 24. November 2017

Kerzenfarben am katholischen Adventskranz

Seit ich 2013 diesen Post unten zum ersten Mal postete, haben wir immer nur violette und rosarote Kerzen für den Adventskranz verwendet, so schön finden wir das. Auf den üblichen Glitzerkram am Adventskranz verzichten wir völlig, denn der Advent ist eine Bußzeit. Traditionell kommt der Glitzer erst an Weihnachten.

So lautete der Post von 2013:
Statt aus Faulheit einfach einen der üblichen fertigen Adventskränze in weiß oder rot zu kaufen, habe ich, angeregt durch dieses Video, endlich einmal Kerzen in den liturgischen Farben besorgt: violett, Buße, da der Advent hauptsächlich eine Zeit der Sehnsucht nach dem göttlichen Erlöser, der geistlichen Betrachtung und der Buße sein sollte, und rosa, Freude.
Die dritte Kerze ist die rosafarbene entsprechend dem Sonntag "Gaudete", "Freuet euch" wegen der bald bevorstehenden Ankunft des göttlichen Heilandes.



Wie man mit Knete und künstlicher Tanne, 
einer rosafarbenen und drei violetten Geburtstagskerzen
in zwei Minuten
einen kleinen Adventskranz für Kinder macht,

 wird in dem Video unten erklärt, leider nur auf Englisch




und 





Dienstag, 15. August 2017

Das leere Grab der allerseligsten Jungfrau Maria

Maria Himmelfahrt und das leere Grab
Bildquelle
Die Aufnahme der allerseligsten Jungfrau Maria in den Himmel wird bei den morgenländischen und abendländischen Kirchenvätern und Kirchenschriftstellern als eine uralte und ganz zuverlässige Überlieferung bezeichnet. Sie berichten im Wesentlichen wie Nicephorus (Hist. Eccl. XV. 14.):

„Als der Tod Mariä herannahte, kamen die Apostel aus den verschiedenen Ländern, in die sie sich zur Verkündigung des Evangeliums zerstreut hatten, nach Jerusalem.


Der göttliche Sohn aber erschien der heiligsten Jungfrau bei ihrem Tode und nahm ihren Geist auf; ihr heiliger Leib wurde nahe bei Gethsemani unter dem Gesange der Engel und der Apostel begraben.

Als jedoch am dritten Tage das Grab wieder geöffnet wurde, fand sich ihr heiliger Leib nicht mehr vor, sondern nur ihre Leichentücher, welche einen unbeschreiblichen Wohlgeruch verbreiteten

Die Apostel verschlossen alsdann das Grab wieder und waren überzeugt, dass der Herr den unbefleckten heiligen Leib Mariä vor der allgemeinen Auferstehung mit der Unsterblichkeit geehrt und durch Engel in den Himmel habe bringen lassen.“ 


Alles aus: 
Schuster, Holzammer, Handbuch zur Biblischen Geschichte. zweiter Band: das Neue Testament, Herder, 1886
Ein Link zur einer kostenlos herunterladbaren älteren Ausgabe dieses genialen Handbuches findet sich in diesem Post



Siehe auch:
Kein Verständnis der „unbefleckten Empfängnis Mariens“ ohne Verständnis der Erbsünde
und 
eine ganz ausführliche Beschreibung des Todes und der Umstände des leeren Grabes der allerseligsten Jungfrau findet sich im herausragenden Buch des Stadtpfarrers Georg Ott, kostenlos als PDF herunterladbar hier



Donnerstag, 25. Mai 2017

Die Fußspuren von Christi Himmelfahrt

Die mittlere Kuppe des Ölbergs wird von jeher als die Stätte der Himmelfahrt verehrt. (...) 

Schon in den ersten Jahrhunderten pilgerten die Christen hierher, wo der Herr in dem Augenblick, da er sich gen Himmel erhob, die Spur seiner Füsse in dem Boden zurückließ. 

Nach Eusebius (Vita Const. III. 41.) erbaute auch schon der Kaiser Konstantin oder vielmehr seine heilige Mutter Helena, "über den Fußstapfen des Herrn" eine Kirche in der Form einer Basilika, gleichsam zur Erfüllung von Psalm 131,7: "Lasset uns anbeten an dem Orte, wo seine Füsse standen." 

In der Mitte der Kirche wurde um die Fußspuren des Herrn eine kostbare Kapelle ohne Dach errichtet; der Boden in derselben wurde mit keinem Pflaster bedeckt, so dass er immer einem grünenden Rasen glich und der Eindruck der Füsse stets unversehrt bewahrt wurde. 

Nach Zerstörung dieser Kirche durch die Perser im Jahre 614 richtete der Bischof Modestus sie wieder auf, und zwar als vollständige Rotunde.

Alles aus: Schuster, Holzammer, Handbuch zur Biblischen Geschichte. zweiter Band: das Neue Testament, Herder, 1886
Ein Link zur einer kostenlos herunterladbaren älteren Ausgabe dieses genialen Handbuches findet sich in diesem Post




Freitag, 14. April 2017

Die Stunde der Kreuzigung des Gottmenschen Jesus Christus

Die Stunde der Kreuzigung war nach dem heil. Johannes etwa die Mittagstunde, da die Verurteilung etwa um die sechste Stunde (die um 11 Uhr begann)* stattfand und über den Vorbereitungen der Kreuzigung und dem Zug zum Kalvarienberg diese Stunde beinahe verfloss. 
Damit steht nicht im Widerspruch, wenn der hl. Markus sagt: „Es war aber die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten.“ Denn in dem Ausdruck: „Sie kreuzigten ihn“, fasst Markus, der zu Rom schrieb, alles zusammen, was nach römischem Begriff zur Kreuzigung gehörte, also die Geißelung, Kreuztragung und Annagelung. Diese Geißelung aber haben wir in die dritte Stunde zu verlegen. Was dieser folgte, füllte wohl die Zeit bis gegen 12 Uhr aus.

Die Finsternis, die bald nach der Annagelung des Herrn eintrat, dauerte auch nach dem hl. Markus (15,33) von der sechsten bis zur neunten Stunde.

Demnach hing der Herr, wie auch die beständige Tradition bezeugt, drei volle Stunden am Kreuz, von 12-3 Uhr nachmittags, und starb um 3 Uhr.


*Der heil Johannes zählte die Stunden, wie die anderen Evangelisten auch, von Sonnenaufgang an.


alles aus: Handbuch zur Biblischen Geschichtedes Alten und des Neuen Testaments


Siehe auch:
„War Jesus Jude?" - „Nein". Ein Benediktinerabt erklärt den dogmatischen Sachverhalt.

und
Die gött­li­che Per­son in zwei Natu­ren
und
Cur Deus homo? Warum wurde Gott ein Mensch?



Donnerstag, 6. April 2017

Leiden an der und für die Kirchenkrise

Der international bekannte Blogger Steve Skojec beschreibt hier, wie das Leiden an der Kirchenkrise und das Schweigen der allermeisten Bischöfe und Kardinäle zu den Vorgängen in Rom täglich schwer an seinen Nerven zerrt und sich wie ein dunkler Schatten über sein ganzes Leben legt.

Die meisten Kommentatoren schrieben ihm, dass er ihnen aus der Seele spricht.

Ich selbst weiß oft genug nicht, was an meiner zwar deutlich besseren, aber immer noch nicht rosigen psychischen Verfassung Folge meiner gesundheitlichen Probleme des letzten Jahres oder was Folge der furchtbaren Kirchenkrise ist.

Eines weiß ich jedenfalls sicher: wenn ich in einer ganz katholischen Gesellschaft statt in dieser furchtbaren neuheidnischen leben würde, wäre meine Laune deutlich besser.

Mein Beichtvater gab mir neulich den guten Rat, meine Leiden für die Kirchenkrise aufzuopfern und mich nicht auch noch täglich um das zu kümmern, was täglich alles Unschönes aus Rom kommt, so würde ich mehr zur Beendigung der Kirchenkrise tun.
Diesen sehr guten Rat möchte ich gerne allen weitergeben, die auch an der Kirchenkrise leiden.

Siehe auch:
Wie ein Katholik das Leiden sehen sollte
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