Dienstag, 30. Juli 2013

Wer hat laut Papst Franziskus den hl. Petrus zum Papst gemacht? Über die Ekklesiologie des aktuellen Papstes

Ich wollte nicht darüber schreiben, solange ich mir nicht sicher über die tatsächliche Formulierung war, aber da jetzt der Vatikan selbst die ganzen interessanten Äußerungen von Papst Franziskus auf dem Rückflug von Rio nach Rom herausgegeben hat, kann ich sicher sein, dass der Papst das tatsächlich so gesagt hat:
„St. Peter committed one of the most serious sins, apostasy, and yet they made him Pope.”
Ob Petrus Leugnung der Magd gegenüber, Jesus Christus zu kennen, schon Apostasie war, darüber soll nicht diskutiert werden, obwohl das auch eine sehr interessante Frage ist.

Worum es hier gehen soll ist: 

„and yet they made him Pope“:  
"und dennoch machten sie ihn zum Papst.“
Wer ist sie für Papst Franziskus?

Nach der Lehre der Kirche setzte der Gottmensch Jesus Christus höchstpersönlich den hl. Petrus als ersten Papst ein.

Dazu gibt es ein Dogma, wie auch andere Dogmen über den Zweck der Kirche, die übrigens nicht zum sozial gerechten Kampf für Arme, illegale moslemische Immigranten und zum „Dialog“ mit Schismatikern und Häretikern und Vertretern falscher Religionen gegründet wurde, auch nicht zur Mithilfe an den Milleniumszielen der UN  oder zur Mithilfe bei der Regulierung der Finanzmärkte.

Alle folgenden Dogmen sind aus: Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik.

Die Kirche wurde von dem Gottmenschen Jesus Christus gegründet. De fide.
Christus übergibt Petrus den Schlüssel zum Himmelreich
Pietro Perugino
Fresko in der Sixtinischen Kapelle (1480-82)
Christus hat den Apostel Petrus zum ersten aller Apostel und zum sichtbaren Haupt der ganzen Kirche bestellt, indem er ihm unmittelbar und persönlich das Jurisdiktionsprimat verlieh. De fide

Christus hat die Kirche gestiftet, um sein Erlösungswerk für alle Zeiten fortzuführen. De fide.

(Erklärung im Ott dazu u.a.: 
Zur Erfüllung dieser Aufgabe hat Christus der Kirche Auftrag und Vollmacht gegeben, seine Wahrheit zu verkünden (Lehramt), seine Gebote einzuschärfen ( Hirtenamt) und seine Gnadenmittel zu spenden (Priesteramt). 
Mt. 28,19: „Gehet hin, lehret alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ „Lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe ...“ 
Zitat Ende, Hervorhebungen von mir)

Die Kirche ist hinsichtlich ihres Zweckes und ihrer Mittel eine übernatürliche und geistige Gesellschaft. Sent. Certa.

Die Zugehörigkeit zur Kirche ist für alle Menschen heilsnotwendig. De fide.

Die Aufzählung der Dogmen über die Kirche ist unvollständig.

Ich kenne genügend Katholiken, die, schwer geschädigt durch den „Aufbruch“ und „das neue Pfingsten“ der letzten 50 Jahre, nicht mehr wissen, wozu die Kirche da ist. Da sie eine falsche Vorstellung von ihrem Zweck haben, stehen sie ihr teilweise sogar feindlich gegenüber oder treten gar aus ihr, außerhalb derer es kein Heil gibt, aus. 

Was nicht-Katholiken mangels Bildung Ungünstiges über die Kirche denken, weiß ich aus eigener Erfahrung, da ich 45 Jahre meines Lebens zu diesen gehört habe.
Wer profitiert, wenn das wahre Bild und der wahre Zweck der katholischen Kirche weiterhin verschleiert werden?




Kommentare:

KleinesLicht hat gesagt…

Ich denke, es liegt hier ein sprachliches Mißverständnis vor. Denn ich habe im ersten Augenblick zwar auch gestutzt, aber es ist doch so, dass "they" auch als unbestimmtes Fürwort gebraucht wird - für "man". Bzw. in dem Fall würde ich es so übersetzen: und dennoch wurde er Papst. Damit wollte Franziskus offensichtlich betonen, dass so tief ein Mensch auch gefallen sein mag, wenn er wirklich bereut, dann vergibt ihm Gott. Und Petrus halte ich tatsächlich als ein sehr gutes, weil so drastisches Beispiel dafür. (Ich muss zugeben, dass ich persönlich mir dieses Beispiel immer wieder mal vor Augen führe!)

Warum der Papst dies aber so ausdrückte, ohne dabei zu erwähnen, dass es der HERR selber war, der Petrus zum Papst machte, kann ich mir nur so erklären, dass es einfach so seine Art ist. Und da muss ich aber wiederum auch sagen, dass ich mir wünschte, er würde sich klarer ausdrücken, denn so manches Mal frage ich mich: wie ist das denn nun gemeint, kann man jetzt so oder so verstehen...

Martina Katholik hat gesagt…

Ich war auch lange geneigt, die Aussagen des Papstes, bei denen ich in den letzten Monaten nicht nur einmal de Dogmatik zur Klarstellung aus dem Schrank nehmen musste, zu entschuldigen. Irgendwann fragte ich mich angesichts der Häufung solcher Vorfalle doch, ob er nicht wirklich meint, was er sagt. Ich bin immer dafür der (auch unangenehmen Wahrheit) ins Auge zu gucken, um nicht in die Irre geführt zu werden, wie Millionen von Katholiken in den letzten 50 Jahren.
Daher habe ich mich in der letzten Zeit wirklich ausgiebig mit der Theologie von Kardinal Bergoglio und dessen Ekklesiologie auseinandergesetzt und kann solche Aussagen nicht mehr für einen Zufall halten. Demnächst dazu mehr.

Anonym hat gesagt…

Mir wird angst und bange, was Papst Franziskus alles von sich gibt. In Ihrem Herz-Jesu-blog war ein Artikel "Arme Piusbruderschaft". Sollte die Piusbruderschaft wohl doch Recht behalten? Es sind mittlerweile nicht mehr die liberalen Priester und Theologen, die unsanktioniert die Gläubigen verwirren: mittlerweile tut das der Past selbst, und die Welt jubelt.

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