Posts mit dem Label Heilige werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Heilige werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 4. Januar 2015

Über die andächtige Verehrung des allerheiligsten Namen Jesus - von P. Martin von Cochem

Von diesem allersüßesten Namen haben die heiligen Väter so lieblich geschrieben, dass man es nicht ohne besondere Herzensfreude lesen kann. 
Ich will nur berichten, was der honigfließende Lehrer, der heilige Bernhard, hiervon schreibt (Serm. 135. in cantica, Predigt über das Hohelied): 
„Nicht vergeblich vergleicht der Heilige Geist den Namen des Bräutigams einem ausgegossenen Öle, sprechend, "Dein Name ist ein ausgegossenes Öl."
Denn gleichwie das Öl leuchtet, speist und heilt; so leuchtet auch der Name Jesus, wenn man ihn anruft. 

O wie hat das Licht des Namens Jesus die finsteren Herzen erleuchtet und zum Glauben gebracht, als die heiligen Apostel denselben gepredigt haben! O, wie hat dieser Name so manchen gestärkt, der an ihn gedacht hat! O, wie hat er so manchen getröstet der ihn angerufen hat! Denn was gibt es, das einen in der Tugend so stärkt, wie der Name Jesus! 
Ist einer traurig, so lasse er den Namen Jesus in sein Herz kommen und aus dem Herzen in den Mund und siehe, sobald das Licht dieses Namens aufgeht, wird der trübe Nebel entfliehen und die Traurigkeit weichen.

Fällt einer in Kleinmütigkeit, so rufe er den Namen Jesus an und alsbald wird er von seiner Verzweiflung wieder zum Leben kommen. 
Jesus ist Honig im Munde, ein Gesang in den Ohren, eine Freude im Herzen. Darum soll der Name Jesus allezeit im Herzen, allezeit im Munde und allezeit in Gedanken sein.

Dieses und vieles mehr sagt der heil. Bernhard, wodurch er uns zur Liebe dieses kräftigen Namens Jesus anreizen will. Befleißige dich, diesen allerheiligsten Namen andächtig zu verehren und ihn lieb zu gewinnen. 
Wie dieses Jesus Christus gefällt, kannst du aus folgendem entnehmen: 

Am Neujahrstage opferte die heil. Gertrud dem Herrn etliche Grüße auf, die mehrere Personen zu Ehren seines Namens gebetet hatten. 

Da sah sie, wie diese Gebete vor dem Herrn in Gestalt weißer Rosen erschienen und an jeder Rose hing ein Glöckchen wunderbaren Klanges, welches ohne Unterlass das Herz Christi unaussprechlich erfreute wegen der liebreichen Wörter, welche die Betenden seinem süßen Namen beigesetzt hatten, wie zum Beispiel: 
„Sei gegrüßt, du allerliebster, allermildreichster, allergütigster Jesus!" und dergleichen. 
Dieses Beispiel ahme nach!

Alles aus: Das große Leben Christi von P. Martin von Cochem S. 543- 545

Jesu Dulcis Memoria - Hymnus am Fest des heiligsten Namens Jesus

Lateinischer Text hier

1. Jesu, süßes Gedenken, Du gibst die wahre Herzensfreude, süßer als Honig und alles ist süß Deine Gegenwart.
2. Nichts Lieblicheres kann man singen, nichts Angenehmeres hören, nichts Süßeres denken, als Jesus, Gottes Sohn.
3. Jesus, Du Hoffnung der Büßenden, wie gütig bist Du den Bittenden, wie gut zu denen, die Dich suchen! Doch, was erst für die, die Dich finden?
4. Die Zunge vermag es nicht zu sagen, noch können Buchstaben es ausdrücken, nur wer es erfahren hat, kann glauben, was es heißt, Jesus zu lieben.
5. Sei, Jesus, unsere Freude, der Du unser künftiger Lohn bist. In Dir sei unser Ruhm durch alle Ewigkeit. 
Amen.


Samstag, 16. August 2014

Der heilige Joachim, Vater der allerseligsten Jungfrau Maria.


Heute ist sein Fest im traditionellen Kalender.

Man würde vielleicht sich mit Recht wundern, dass die heiligen Evangelisten gar nichts vom heiligen Joachim berichtet haben, wenn nicht der heilige Geist selbst im 11ten Kapitel des Predigers sagt, dass man einen Vater nicht besser erkennen könnte, als aus seinen Kindern und das Wohlverhalten des Sohnes zum Lobe des Vaters gereiche. 

Es war also nicht gerade notwendig, dass in den heiligen Evangelien von dem frommen Leben dieses heiligen Vaters weitläufig erzählt werde, sondern es ist zu seiner Ehre schon genug gesagt, dass er der Vater der heiligen Mutter Gottes und dem Fleische nach Großvater des göttlichen Heilandes gewesen.

Übrigens sagt uns die Überlieferung, dass Joachim, aus dem königlichen Geschlechte Davids stammte und mit seiner Ehegattin, der frommen Anna, zuerst in Bethlehem lebte. Herodes, König von Juda, ein Idumäer, fürchtete die Nachkommen Davids, und suchte sie aus dem Wege zu räumen, um sich auf dem Thron zu erhalten, zu dem er kein Recht hatte. 
Joachim zog also mit seiner Gemahlin, um dem grausamen Wüterich zu entgehen, in das Grenzland Galiläa nach Nazareth. Dort lebten sie zurückgezogen, arm und unbekannt.
Sie waren schon im hohen Alter und hatten kein Kind. Dies schmerzte sie, denn bei den Juden galt eine kinderlose Ehe als eine Schande.
Sie ergaben sich aber in Gottes Willen und suchten sich das Wohlgefallen Gottes durch ein tugendhaftes Leben zu gewinnen und durch anhaltendes, demütiges Gebet von Gott die Geburt eines Kindes zu erlangen. 

Jedoch ließ Gott bis in ihr hohes Alter ihr Gebet unerhört, er wollte ihr Vertrauen und ihre Geduld prüfen. Sie sollten ja das heiligste Kind, die unbefleckte Jungfrau und Mutter des Erlösers erzeugen und erziehen, darum sollten sie erkennen, dass 
dieses Kind ein reines Geschenk des Himmels sei.

Endlich, nachdem beide fromme Ehegatten das Gelübde gemacht, das Kind, welches ihnen Gott schenken werde, ganz seinem Dienste zu weihen, und nachdem der heil. Joachim insbesondere noch vierzig Tage in der Einsamkeit zugebracht und unter Gebet und Fasten zu Gott gefleht hatte, dass er von ihm und seiner Gattin die Schmach der Unfruchtbarkeit nehmen und ihnen ein Kind schenken möchte, erhörte Gott ihre Bitte. Ein Engel verkündigte ihnen, dass sie eine Tochter erhalten werden, der sie den Namen Maria geben sollten. 
Und wirklich gebar Anna nach einiger Zeit ihre Tochter, den Trost Israels, die Freude der ganzen Welt. Sie gaben ihr Maria, das heißt „die Herrin" oder „der Stern des Meeres."

Eingedenk ihres Gelübdes weihten sie ihr Kind ganz dem Herrn und übergaben es nach drei Jahren ihrem Verwandten, dem Priester Zacharias, dass er es in den Tempel bringe und dort zum Dienste des Allerhöchsten erziehen lasse.

Die Trennung von ihrem geliebten Kinde kam die frommen Eltern wohl hart an, aber sie brachten mit Freuden Gott ihr Liebstes zum Opfer, denn sie wussten ja, dass ihr Kind die Braut des heiligen Geistes, die Mutter des Erlösers werden sollte. 

Wahrend nun Maria im Tempel erzogen wurde, rief Gott den frommen Vater Joachim zu sich, nachdem er Maria, die holde Morgenröte, der auf den Erlöser harrenden Menschheit gegeben und so vollbracht hatte, was sein Name,, Joachim "bedeutet, nämlich „Vorbereitung." Er hat dem Sohne Gottes den Weg zu seiner Menschwerdung und Geburt aus Maria, seiner geliebten Tochter, vorbereitet.

Wenn du, christliche Seele, Maria liebst und ehrst, wirst du auch ihren Vater lieben und ehren!

Aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Siehe auch:
Mariä Darstellung im Tempel (Mariä Opferung)
und
Die heilige Anna, Mutter der allersel. Jungfrau Maria


Freitag, 8. August 2014

Johann Baptist Maria von Vianney, Pfarrer von Ars, gestorben in Frankreich im Jahre 1859 im Rufe der Heiligkeit

Zwei Bücher aus dem vorletzten Jahrhundert über den heil. Pfarrer von Ars gibt es online kostenlos herunterzuladen. Beide Bücher sind Auszug aus der größeren Biographie des Missionspriesters Alfred Monin (Teil 1 und 2 auf Französisch hier und hier), der in den letzten Lebensjahren des heil. Pfarrers bei ihm in Ars tätig war. 


Ich bin glücklicherweise im Besitz dieser Originalbiographie in deutscher Ausgabe, die hoch erbaulich, allerdings sehr umfangreich und teils etwas unstrukturiert ist.
Daher war es wohlmöglich eine gute Idee, diese Biographie anders zu ordnen.
Das eine Buch handelt hauptsächlich von der 
Lebensgeschichte des heil. Pfarrers von Ars, das andere gibt seinen Geist
 in seiner Katechese, seinen Predigten und seinem Wandel wieder. 

Eine meiner Lieblingsstellen ist: Wie der Pfarrer Vianney von den Heiligen sprach
Besonders erbaulich ist die Schilderung eines Wunders des heil. Vinzenz Ferrer. (In  meiner Übersetzung steht allerdings statt: "Halt, Halt!" ein "Falle nicht, falle nicht"!, was das Geschehen und die Dramatik meines Erachtens besser wiedergibt.)
 
Hier sind die Permalinks angegeben. Wenn man dann jeweils auf PDF-Download oben links klickt, kann man beide Bücher herunterladen:

Verlagsort: Regensburg | Erscheinungsjahr: 1872 | Verlag: Fr. Pustet
Signatur: 8425196 V.ss. 894 s 8425196 V.ss. 894 s
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb11020729-3


Verlagsort: Regensburg | Erscheinungsjahr: 1865 | Verlag: G. J. Manz
Signatur: 8480160 Asc. 3283 s 8480160 Asc. 3283 s
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10265184-2


Samstag, 2. August 2014

Die wahre Marienverehrung, erklärt vom hl. Alphons von Liguori

Heute fällt im traditionellen Kalender das Fest des heil. Kirchenlehrers und Gründers des Redemptoristenordens, Alphons Maria von Liguori passenderweise mit dem Herz-Mariä-Sühnesamstag zusammen. 
Der heil. Alphons war ein sehr großer Marienverehrer. Im Folgenden erklärt er, wieso eine Marienverehrung, bei der der angebliche Verehrer nicht von der Sünde lassen will, oder, wenn er Kleriker sein sollte, nicht alles tun  will, um die Menschen vom Sündigen abzuhalten, Schall und Rauch ist:

  1. Die rechte Andacht zu Maria ist unzertrennlich von einer fleißigen Flucht der Todsünden und aller lässlichen Sünden; sie ist unzertrennlich von der Nachfolge Mariä und von der Übung christlicher Tugenden. Wer Maria liebt, ruft sie oft an und trachtet, dass sie von ihm und anderen geehrt werde
  2. Ich glaube nicht, dass die Hölle sich rühmen kann, einen Einzigen, der sich der oben angedeuteten Andacht zu Maria befleißigt hat, in ihrer Mitte zu haben. 
  3. Je hilfebedürftiger und je elender eine Seele ist, desto bereiter ist Maria ihr beizustehen.
Alles aus: Umrisse des Leben und des Todes des sel. Alphonsus Maria von Liguori, Augsburg 1832
Der hl. Kirchenlehrer Alfons Maria von Liguori, Gründer der Redemptoristen,
mit Rosenkranz in der Hand
Er hatte in seinen späteren Lebensjahren u.a. eine Rückenerkrankung,
weshalb er immer vornübergebeugt war.
siehe auch:
Der Wert eines einzigen Ave Maria - vom hl. Alfons M. v. Liguori
Immer siegreich im Kampf mit dem Teufel

Von der so wichtigen Flucht der "bösen Gelegenheit"




Mittwoch, 23. Juli 2014

Mensch, wozu bist du da?

(passende Heiligenlegende hier)

Auf diese Frage gibt der Mund eines sterbenden Heiligen die Antwort: Ut glorificetur Deus! „damit Gott verherrlicht werde." 
Alles, Himmel und Erde und was im Himmel und auf Erden lebt und schwebt, hat Gott zu seiner Verherrlichung erschaffen, soll er etwa den Menschen von dieser Pflicht ihn zu verherrlichen, ausgenommen haben? Nein, denn Gott selbst spricht: „Zu meiner Verherrlichung habe ich ihn erschaffen." (Isaias 43, 7)

Gerade durch den Menschen sollen alle Geschöpfe der Erde an dieser Verherrlichung teilnehmen, gerade der Mensch soll gleichsam das Werkzeug sein, durch welches auch die unvernünftigen Geschöpfe Gott, ihren Schöpfer, verherrlichen können. 

Diese Verherrlichung der höchsten Majestät Gottes war nun das beständige Ziel des heiligen Franziskus Solanus

Es war ihm nicht genug im Herzen und mit dem Munde Gott zu loben; es war ihm nicht genug, all seine mühevollen Arbeiten aus Liebe zu Gott und zur Verherrlichung Gottes zu verrichten; es war ihm nicht genug über das Meer zu setzen und in die dunklen Wälder Amerikas zu dringen, um die ungläubigen Indianer zur Erkenntnis des wahren Gottes und zur Verherrlichung seines heiligsten Namens zu führen; es war ihm nicht genug, die verstockten Sünder aus ihrem Todesschlaf* aufzuwecken, auf dass sie wieder Gott liebten und verherrlichten, er rief in seiner Liebesglut und in seiner kindlichen Einfalt auch die unvernünftigen Vögel herbei, auf dass sie mit ihm das Lob ihres Schöpfers singen, ihn verherrlichen möchten, und siehe da, Gott belohnte die heilige Einfalt seines Dieners und die Vöglein klein und groß kamen und sangen mit ihm den Preisgesang zur Ehre des Allerhöchsten.

O lieber Leser, wer du auch seist, vergiss doch den Wahlspruch des sterbenden Heiligen nicht: „Gott soll gepriesen werden." 
Tue doch alle deine Werke zu Gottes Ehre! „Ihr möget essen oder trinken, schreibt der heilige Apostel Paulus, tut alles zur Ehre Gottes. Bedenke doch und vergiss nie, dass du Gottes Eigentum bist und dass Er dich zu Seiner Verherrlichung erschaffen hat. 

Immer sollst du Gottes Ehre im Auge haben; bei all deinem Tun und Lassen sollst du dich fragen: Ist es zu Gottes Ehre, wird dadurch Gott verherrlicht, oder will es Gott haben, ist es ihm wohlgefällig? 

Merke dir: sobald in deinem Tun und Lassen nicht Gottes Ehre das letzte Ziel ist, ist alles umsonst, du gleichst einem Baum, der keine guten Früchte bringt, und was mit einem solchen Baum geschieht, das weißt du! (Matth. 7,19)
So möge denn auch das Wort des Heiligen immer in deinem Herzen und auf deinen Lippen sein: „Gott werde verherrlicht!"

Gebet. O Herr Jesus, mein Heiland, der Du während Deines Wandels auf Erden kein anderes Ziel im Auge hattest, als die Verherrlichung Deines himmlischen Vaters, hilf mir, dass ich, wie Dein heiliger Diener Franziskus Solanus, dieses Ziel niemals aus den Augen lasse, auf dass auch ich einst mit ihm der ewigen Seligkeit und Herrlichkeit des Himmels teilhaftig werde.
Alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

*Man spricht von Tod­sünde, weil diese Sünde den Ver­lust des gött­li­chen Lebens in der Seele, der hei­lig­ma­chen­den Gnade, zur Folge hat.


Freitag, 18. Juli 2014

Kindererziehung: Über das Erste und Wichtigste

Die einzige, erste und wichtigste Sorge der heiligen Witwe Symphorosa für ihre Kinder war: die Rettung ihrer unsterblichen Seelen
Sie hatte ihre Kinder überaus lieb und hätte sie gerne alle glücklich gesehen. Sie konnte aber und wollte ihnen kein größeres Glück wünschen, als die selige Anschauung Gottes.

Deshalb war sie auch so besorgt, sie im christlichen Glauben zu unterrichten und zu befestigen; deshalb mahnte sie dieselben unaufhörlich, für Jesus alles zu leiden und wie ihr Vater standhaft zu sterben. 
Und als der gottlose Kaiser das Leben ihrer sieben Knaben von ihr forderte, da brachte sie Gott freudig dieses herbe Opfer und fürchtete nur, ihre Kinder würden nicht ausharren im Glauben und so ihre Seele verlieren.

Welch ein schönes, lehrreiches Beispiel gibt die heilige Symphorosa den christlichen Eltern!
Viele Eltern sehen heutzutage nur darauf, dass ihre Kinder das tägliche Brot haben, dass sie gesund bleiben, dass sie die nötige Bildung erhalten und für diese Welt geformt werden, damit sie, wie sie sagen, ehrlich in der Welt fortkommen.
Auf die einzige unsterbliche Seele ihrer Kinder aber sehen sie wenig oder gar nicht. 

Zwar wird es wenige Eltern geben, die nicht wünschen, dass ihre Kinder tugendhaft werden und einen frommen Lebenswandel führen, jedoch sehen sie dies nicht als die Hauptsache an. Sie bedenken nicht, dass das Erste und Wichtigste bei der Erziehung der Kinder die heilige katholische Religion ist! 

Was wird wohl aus einem Kinde, das noch so gebildet, kenntnisreich, verständig und geschliffen ist, wenn es keinen lebendigen Glauben an Christus, keine Gottesfurcht, keine Liebe zu Gott, keine Freude am Guten hat!? Ein solches Kind muss unglücklich werden für Zeit und Ewigkeit

An den Kindern des Kaisers Ludwig ist dies deutlich zu sehen. Sie wurden von ihren Eltern vernachlässigt, ihr Herz wurde nicht für Gott und seine heiligen Gebote eingenommen, und daher kamen sie sogar so weit, dass sie ihren eigenen Vater mit Krieg überzogen und einander selbst immer bekämpften! —

Die Eltern sollen nie außer Acht lassen, dass ihre Kinder bestimmt sind, die Zahl der Auserwählten im Himmel zu erfüllen, dass sie also Gott erkennen, lieben, ihm dienen und selig werden sollen.

Deshalb müssen die Eltern vor allem darauf sehen, dass sie die Herzen ihrer Kinder auf Gott richten, denselben eine feurige Liebe zu Gott einpflanzen, ihnen eine innige Freude an einem tugendhaften Lebenswandel beibringen und das Unkraut des Bösen, das sie in den Herzen ihrer Kinder wuchern sehen, mit sorgfältiger Hand ausrotten. 
Dies ist also die Grundlage der Erziehung: die Kinder für Gott und den Himmel gewinnen! 

Wie freut sich jetzt die heilige Symphorosa mit ihren sieben Kindern im Himmel; o wie werden sich alle jene Eltern freuen, die ihre Kinder für Jesus Christus erzogen haben, der gesagt hat: Lasset die Kleinen zu mir kommen und wehret es ihnen nicht, denn ihrer ist das Himmelreich!"
Gebet. O Gott, der du so großes Wohlgefallen an frommen, gottesfürchtigen Kindern hast, flöße doch allen Eltern wahre Liebe zu dir ins Herz und öffne ihnen die Augen, dass sie erkennen und einsehen mögen, wie ihre Kinder ein kostbarer Schatz von Deiner Hand und von Dir zur ewigen Seligkeit bestimmt sind, damit sie dieselben nach Deinem Willen erziehen und dir zuführen. Amen.
Alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858



Donnerstag, 17. Juli 2014

Von der wahren gottgefälligen Armut

Homilie zu dieser Heiligenlegende des hl. Alexius:

Lieber, christlicher Leser! wenn ich dir sagte, du sollst diesen Heiligen nachahmen, so würdest du wohl über ein solches Begehren zu Recht staunen und mir antworten:
„Wie kann ich das?" Ja, du magst mir auch erwidern, dass Gott so etwas von dir nicht verlange und dass du auch auf andere Weise heilig und selig werden könnest.

Du hast recht, denn Gott führt oft seine Heiligen auf Wege, die man bewundern muss, die aber nicht immer nachzuahmen sind. Dennoch gibt auch das wunderbare, außerordentliche Leben mancher Heiligen gewisse Fingerzeige, denen wir folgen müssen, wenn wir selig werden wollen. 


Die vollständige Entblößung des heiligen Alexius von allem, was dem Menschen lieb und teuer ist, seine vollständige Bekämpfung aller, selbst natürlicher, Gefühle weisen auf jenes Wort des Heilandes hin: „Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich." 

Ich sage es dir gerade heraus, lieber Christ! ohne Armut kommst du nicht in den Himmel: arm musst du vor Gott werden, arm an aller Lust der Welt, arm an allem Genusse der eitlen Freuden der Weltkinder, arm an Ehrgeiz, am Stolze, an allem Eigensinne, arm an Anmaßung und hohem Streben, das heißt, du musst wahrhaft demütig werden, dich vor Gott verachten, der Geringste und Letzte im Reiche Gottes sein wollen und es tief im Herzen fühlen und überzeugt sein, wie du ohne Gott gar nichts bist und vermagst. 

Zu dieser Armut gelangst du, wenn du deine Armseligkeit, deine Sündhaftigkeit, deine Schwäche aufmerksam betrachtest und zugleich deinen Blick auf Jesus richtest, der von seiner Geburt an bis zu seinem Tode die Niedrigkeit und Verachtung sich erwählte! Je mehr du in dieser Armut zunimmst, je mehr du von dir selbst leer wirst, desto reicher wirst du vor Gott an Gnaden und Wohlgefallen. 

Ferner musst du auch arm werden an den Gütern dieser Welt. Bist du schon von Gott in einen armen Stand gesetzt, hast du ohnehin mit Not und Mangel zu kämpfen, so sei mit deinem Stand zufrieden und denke an die unbeschreibliche Armut Jesu und seiner Mutter.

Ach wie wenig bedarf der Mensch, und doch wie viel will er immer haben! Ein armer Mensch, der so begierig ist, nach Geld und Hab und Gut, der ist vor Gott nicht arm, denn Gott sieht auf den Willen!

Hat dir aber Gott die Güter dieser Welt beschieden: bist du reich, vermögend, dann hänge ja dein Herz nicht an dies vergängliche Gut. Nimm es dir tief zu Herzen, wie du einst im Tode alles verlassen musst, und wie Gott nimmermehr den lieben kann, der den ungerechten Mammon liebt. 

Es gibt viele Heilige im Himmel, die auf Erden reich mit Gütern gesegnet und dabei doch wahrhaft arm waren. Es waren ihnen nämlich ihre Güter ganz gleichgültig und sie benutzten dieselben nur, um damit recht viel Gutes zu stiften.

Endlich musst du auch arm werden an der Liebe zu den Geschöpfen, Jesus will dein ganzes Herz besitzen und Er spricht auch zu dir: „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert." (Matth. 10.37)

Gott verlangt von dir nicht, dass du, wie der heilige Alexius, sogar deine natürliche Liebe zu Eltern, Freunden, Ehefrau oder Kind, unterdrückst und sie gar verlässt, aber das verlangt er von dir, dass du Ihn mehr als diese, ja mehr als dein eigenes Leben liebst, dass du dich durch kein Geschöpf von der Liebe deines Gottes und
Herrn trennen lässt, wie der heilige Apostel sagt. (Röm. 8, 38.)

O christliche Seele, trachte aus allen Kräften nach dieser gottgefälligen Armut; du gewinnst damit alles, du gewinnst Gott selbst, den unendlich reichen, schönsten Herrn, der da ist die Quelle aller Wonne, aller Seligkeit! 

Gebet. O mein Gott und Herr, mache doch mein Herz los von den Gütern dieser Erde und von den Geschöpfen dieser Welt; ja mache mich los von mir selbst. Siehe, ich werfe mich ganz in Deine Arme; ich weihe Dir mein Leben, ich opfere Dir alles, was ich habe; nimm alles hin, nur schenke mir Deine Liebe! Amen.
Alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Montag, 5. Mai 2014

Hl. Johannes Eudes: "Schlechte Priester sind ein Ausdruck des Zornes Gottes"

"Schlechte Priester sind ein Ausdruck des Zornes Gottes".

Dieser Satz wird unter englischsprachigen Katholiken häufig zitiert, aber nie war eine Quelle angegeben. Ich hatte mir extra eines der sehr seltenen Bücher über den hl. Johannes Eudes im Antiquariat besorgt, in der Hoffnung darin bestätigt zu finden, dass er tatsächlich von ihm gesagt wurde. Leider stand er nicht darin.

Heute fand ich "zufällig" endlich die Quelle, denn er hat auch ein Buch über das Priestertum geschrieben und darin steht er zwar nicht wörtlich, aber er ist die Zusammenfassung des dort ausführlich erklärten Zusammenhangs mit den Sünden der Menschen:
In Chapter 11, Qualities of a Priest St John Eudes writes:
Bad priests are a sign of God’s anger
‘THE MOST EVIDENT MARK of God’s anger and the most terrible castigation He can inflict upon the world are manifested when He permits His people to fall into the hands of clerics’ who are priests more in name than in deed, priests who practice the cruelty of ravening wolves rather than the charity and affection of devoted shepherds.
Instead of nourishing those committed to their care, they rend and devour them brutally. Instead of leading their people to God, they drag Christian souls into hell in their train. Instead of being the salt of the earth and the light of the world, they are its innocuous poison and its murky darkness.
St. Gregory the Great says that priests and pastors will stand condemned before God as the murderers of any souls lost through neglect or silence. Tot occidimus, quot ad mortem ire tepidi et tacentes videmus. Elsewhere St. Gregory asserts that nothing more angers God than to see those whom He set aside for the correction of others, give bad example by a wicked and depraved life.’
Instead of preventing offenses against His Majesty, such priests become themselves the first to persecute Him, they lose their zeal for the salvation of souls and think only of following their own inclinations. Their affections go no farther than earthly things, they eagerly bask in the empty praises of men, using their sacred ministry to serve their ambitions, they abandon the things of God to devote themselves to the things of the world, and in their saintly calling of holiness, they spend their time in profane and worldly pursuits.
When God permits such things, it is a very positive proof that He is thoroughly angry with His people, and is visiting His most dreadful anger upon them. That is why He cries unceasingly to Christians, “Return, 0 ye revolting children . . . and I will give you pastors according to my own heart” (Jer. 3, 14-15). Thus, irregularities in the lives of priests constitute a scourge visited upon the people in consequence of sin.’
Welcher Segen gute Priester sind wird im folgenden Abschnitt beschrieben:
Hl. Johannes Eudes,
ein sehr guter Priester
ganz nach dem Herzen Jesu
St John Eudes then goes on to examine the signs of good priests, and their value in God’s sight. Here is a selection of some of the qualities of God priests that are particularly needed in these times, which are a sign of divine grace:
On the other hand, the greatest effect of God’s mercy, the most precious grace He bestows upon mankind, is to send worthy priests, men after His own heart, seeking only His glory and the salvation of souls. The greatest blessing that God bestows upon a church, the most signal manifestation of divine grace, is to have a saintly shepherd, be he bishop or priest. This is indeed the grace of graces and the most priceless of all gifts for it includes within itself every other blessing and grace. What is a priest after God’s heart? He is an inestimable treasure containing an immensity of good things.
‘He is an ever burning and shining light set in the candelabra of Mother Church, burning before God and shining before men: burning in his own love for God, shining by his charity for his fellow man; burning with the perfection of his inner life, shining by the perfection of his exterior deportment; burning in fervent prayer for his people, shining by his preaching of the word of God.
The priest is a sun cheering the world by his presence and bearing. He brings heavenly blessings into every heart. He dispels the ignorance and darkness of error and radiates on every side bright beams of celestial light. He extinguishes sin and gives life and grace to the multitudes. He imparts new life to the weak, inflames the lukewarm, fires more ardently those who are aglow with the sacred flame of divine love.
He is an angel purifying, illuminating and perfecting the souls that God has entrusted to him. He is a seraph sent by God to teach men the science of salvation which is concerned only with knowing and loving Almighty God and His Divine Son, Jesus Christ. The priest is an archangel and a prince of the heavenly militia, waging constant war against the devil who strives to drag countless souls into the depths of hell.
He is a captain in the mighty army of God, always ready to battle for the glory of God and the defense of Holy Mother Church. He is ever prepared to lay siege to the world, the flesh and the devil. For him the conquest of kingdoms means only the salvation of souls for each soul is a kingdom more precious than all the empires of the world.

Samstag, 7. Dezember 2013

Betrachtung zum Fest des hl. Ambrosius

ausführliche Heiligenlegende hier
Schriften des hl. Ambrosius von Mailand, Bischof, Kirchenlehrer und Kirchenvater hier

1. Der hl. Ambrosius bewahrte auch mitten im Drange der Geschäfte und im Geräusche der Welt und des Hofes die Sammlung des Geistes und verlor die Gegenwart Gottes nicht aus den Augen. Alle seine Arbeiten begann er mit frommem Gebet, und auch während der Arbeit richtete er seine Augen wieder und wieder auf Gott, um für Gott zu arbeiten und Gottes Gnade sich zu erflehen, ohne die nichts Gutes gedeihen kann. 
Nach geschehener Arbeit ging er wieder in sich, um sein Werk vor Gott zu prüfen, ihm zu danken für seine Gnade und sich wegen der begangenen Fehler zu demütigen. So verlor er Gott und sich selbst nie aus den Augen. Verfährst Du auch so?

2. In solcher Weise werden die Fehler ausgetilgt und die Tugenden mit Leichtigkeit erworben. Denn darum werden Sünden auf Sünden gehäuft, weil niemand ist, der nachdenkt in seinem Herzen, weil niemand sich lebendig vergegenwärtigt, dass Gott alle Werke sieht und alles Gute dereinst lohnen wird. 
Würdest du auch noch wohl zu sündigen wagen, wenn du von der lebendigen Überzeugung durchdrungen wärest, dass Gott dich sieht, während du sündigst? Würdest du nicht freudig arbeiten und leiden für Christus, wenn du des Lohnes gedächtest, den Christus den Seinen für alle Mühen und Leiden verheißen hat?

3. Sich zu sammeln und in der Gegenwart Gottes zu verbleiben, ist leichter als man denkt. Laden uns denn nicht alle geschaffenen Dinge zur Bewunderung und Liebe Gottes ein, wenn wir nur bedenken, dass sie die Wirkungen seiner Güte gegen uns und ein Abbild seiner Vollkommenheit sind? 
Himmel und Erde, Sonne und Mond und alle Geschöpfe verkünden die Herrlichkeit Gottes. Bemühe dich, ihre Stimme zu verstehen, und steige von den Geschöpfen zum Schöpfer hinauf, der unendlich schöner und erhabener ist als alles, was du hier auf Erden siehst.

Alles  aus: Heiligen-Legende in täglichen Lesungen und Betrachtungen von Dr. Friedrich Hense, Herder, 1911


Freitag, 6. Dezember 2013

Der hl. Bischof Nikolaus und die Juden (und Kardinal Koch)

Der hl. Nikolaus ist wegen solcher Bekehrungswunder, wie denen unten sicher nicht der Lieblingsheilige von Herrn Kardinal Koch u.a. anderen, die nach dem II. Weltkrieg begannen, durch krasse Umdichtung oder Außerachtlassung aller kirchlichen Überlieferungen  und aller bisherigen Missionsauffassung de facto einen eigenen Heilsweg für die Juden ohne den Messias Jesus Christus zu erfinden.

Das schafften sie, indem sie eine modernistische Schriftexegese anwendeten und sich in modernistischer Manier auf neue „historische Forschungen“ beriefen und sich dessen auch noch rühmen.  

Dass sie nebenbei alle Hl. Apostel, inklusive den Hl. Petrus, als dumm hinstellen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens alles versuchten, um alle Juden zu überzeugen, dass Jesus Christus der verheißene Messias gewesen war, was jeder damals allein anhand der vor aller Augen geschehenen Wunder leicht hätte erkennen können, spielt für sie keine Rolle.
Jeder, der es wagt, diesen heutigen Modernisten zu widersprechen, wird des „Antijudaismus“ bezichtigt. Mehr über die Irrlehre von Kardinal Koch u.a. bezüglich der Juden hier, hier und hier

Aber obwohl die direkte Mithilfe von Priestern bei der Bekehrung der Juden gefordert wäre, kann der liebe Gott Juden auch durch indirekte Mithilfe von Priestern wunderbar bekehren, siehe hier.


Sogar Juden richteten nach seinem Tod Bittgebete an den hl. Nikolaus


Wie erfolgreich die Anrufung des Hl. Nikolaus sogar für Juden war, und er sogar die Drohungen eines Juden in seinem "Bittgebet" nicht übel genommen hat, sagt uns die Legenda aurea, mehr davon hier.
"Ein Christenmann entlehnte von einem Juden eine Summe Geldes, und da er keinen anderen Bürgen haben mochte, schwur er auf Sanct Nicolaus Altar, er wollte es ihm wieder geben, alsobald er könnte. Die Schuld stund lange; zujüngst forderte der Jude sein Geld. Da sprach der Christ, er hätte es ihm gegeben. 
Der Jude zog es vor Gericht, und dem Schuldener ward auferlegt zu schwören. Der Christ nahm einen hohlen Stab und füllte ihn mit Geldstücken; und trug ihn mit sich vor Gericht, als ob er dieser Stütze bedürfe. Als er nun schwören sollte, gab er dem Juden den Stab zu halten, und schwur, er habe ihm wiedergegeben mehr denn er ihm schulde. Und da der Eid geschworen war, forderte er den Stab vom Juden wieder; der Jude, der die Schalkheit nicht wußte, gab ihm den Stab zurück. 
Da der Betrüger heimging, überkam ihn eine Müdigkeit und er entschlief auf der Straße bei einem Kreuzweg. Da kam ein Wagen in schneller Fahrt und fuhr ihn tot und zerknirschte den Stab, da das Gold inne war; und das Gold rollte heraus. Als das der Jude vernahm, kam er eilends dahin und erkannte die List. 
Das Volk riet ihm, er sollte das Gold nehmen; er aber sprach "Das tu ich nicht, es sei denn, daß der Christ von Sanct Nicolaus Gnaden wieder auferstehe: geschieht das, so will ich mich lassen taufen und gläubig werden". Da stand der Tote auf und lebte; und der Jude ließ sich taufen und ward ein Christ.
-------------
Es war ein Jude, der sah die großen Wunder, die der heilige Nicolaus wirkte; darum so ließ er sich Sanct Nicolaus Bild machen und setzte es in sein Haus, und befahl dem Bilde sein Gut, wenn er fernhin fuhr, und sprach "Sanct Nicolaus, alles mein Gut befehl ich in eure Hut, bewahrt ihr mir das nicht auf, ich räch es an euch mit harten Streichen". 
Eines Tages nun fuhr der Jude aus und ließ Sanct Nicolaus das Haus hüten; da kamen Diebe, und stahlen alles, was in dem Hause war, nur das Bild ließen sie stehen. Als der Jude wiederkam und sich also beraubt sah, sprach er zu dem Bild "Herr Nicolaus, hab ich euch nicht in mein Haus gesetzt, damit ihr es vor Räubern behütet? Warum habt ihr das nicht getan und den Dieben gewehret? Ich sage euch, ihr sollt Pein leiden für die Diebe: also will ich meinen Schaden rächen an euch und will meinen Zorn in Streichen an euch erkühlen". Mit dem ergriff der Jude das Bild und peitschte und geißelte es hart. 
Da geschah ein groß Wunder: als die Diebe das Gut unter sich teilten, erschien ihnen Sanct Nicolaus dergestalt, als ob er die Streiche alle von dem Juden lebendig hätte empfangen, und sprach zu ihnen "Seht, wie schwerlich ich um euretwillen geschlagen und gegeißelt bin, und welche Marter ich habe gelitten. Seht, wie mein Leib voll Striemen ist und rot von Blut! Darum gehet schnell hin und gebt alles wieder, das ihr genommen habt, oder Gott rächt es an euch, daß euer Verbrechen offenbar wird, und werdet alle gehangen". Sie sprachen "Wer bist du, der zu uns also redet?" Er antwortete "Ich bin Nicolaus, der Knecht Gottes, den jener Jude so grausam geschlagen hat um seines Gutes willen". 
In großem Schrecken gingen die Diebe zu dem Juden und erzählten ihm das Wunder; und gaben ihm sein Gut zurück; da sagte ihnen der Jude, wie er dem Bilde hatte getan. Also wurden die Diebe rechtschaffen und der Jude ein Christ."
und 
Brevierlesung zum Fest des Hl. Nikolaus von Myra



Montag, 2. Dezember 2013

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um - Fest der hl. Bibiana, Jungfrau und Märtyrerin

Heiligenlegende der hl. Bibiana hier
passende Brevierlesung hier


Die heilige Bibiana stand in der höchsten Gefahr, in Sünde zu fallen; jedoch, da sie die Gefahr nicht selbst aufsuchte, sondern mit Gewalt derselben ausgesetzt wurde, bewahrte sie Gott auch vor jeder Befleckung.
Dies ist ein großer Trost für jene, welche oft wider ihren Willen in eine Versuchung geraten, und derselben nicht entfliehen können; z. B. für Dienstboten, die in einem gefährlichen Dienst stehen und denselben nicht gleich verlassen können. — Der liebe Gott wird ihnen gewiss beistehen und sie stärken im Kampfe, wenn sie nachdem Beispiele der heiligen Bibiana wachen, beten und gegen jede böse Zumutung ihren Abscheu zu erkennen geben.

Doch wie wird es wohl jenen ergehen, welche, von Vorwitz, böser Lust oder eitlem Selbstvertrauen getrieben, sich leichtsinnig und freiwillig der Gefahr zu sündigen aussetzen oder darin mit freiem Willen verharren, obwohl sie fliehen könnten? 
Wird Gott auch diesen seinen Schutz gewähren? Gewiss nicht. Nur den Demütigen, denen, die sich fürchten, die sich selbst nicht trauen, gibt Gott seine Gnade, sagt der Apostel, den Stolzen aber widersteht er, diesen entzieht er seine Gnade, diese lässt er fallen. 

Sich freiwillig einer Gefahr zur Sünde aussetzen oder darin bleiben, ist schon Sünde, und führt zur Sünde. Der heilige Geist ermahnt uns: „Fliehe vor der Sünde, wie vor einer Schlange."
(Eccl. 21.) Man fürchtet aber nicht bloß den Biss der Schlange, sondern auch jede Annäherung, jede Berührung derselben. Ebenso muss man nicht nur die Sünde selbst, sondern auch die Gelegenheit hierzu, also: ein böses Haus, eine Unterhaltung, eine Person fliehen, welche unserer Seele gefährlich sind. 

Wenn dem Propheten Isaias Gott der Herr befiehlt: „Predige: alles Fleisch ist Heu," so heißt das so viel, als, der Mensch ist gleich dem Heu leicht entzündbar, und wie es unmöglich ist, dass das Heu nicht brennt, wenn man es zu einer brennenden Fackel hinhält, so ist es auch nicht möglich, dass der schwache Mensch in der Gefahr nicht in die Sünde fällt. — Wie es ein Wunder wäre, dass der Mensch auf glühenden Kohlen sich die Füße nicht verbrennt, so ist es, sagt der heilige Bernard, noch ein größeres Wunder, sich der Gefahr zur Sünde auszusetzen und doch keusch zu bleiben. 

Gar viele verlassen sich auf ihre eigene Kraft, und wenn sie gemahnt und gewarnt werden, geben sie zur Antwort: Ich nehme mich schon in acht, ich weiß schon, was ich zu tun habe; ich lasse mich in keine Sünde ein; jedoch denken sie nicht daran, das der Mensch von Feinden umringt ist, dass er in sich selbst die bösen Neigungen hat, und dass der Mensch ohne Gottes Beistand sich nicht vor dem Falle bewahren kann, dass denen aber Gott nicht beisteht, welche auf ihre eigene Kraft pochen.
Stärker als der heilige Petrus wirst du doch nicht sein wollen, und siehe, er fiel in die Sünde, weil er sich der Gefahr aussetzte! - Der heilige Alphons sagt, dass derjenige schwerlich selig werden kann, welcher es wagt, sich freiwillig der Gefahr zur Sünde auszusetzen.

Merke dir das, lieber Leser, und meide jede Gelegenheit zur Sünde; meide jene Personen, jene Häuser, jene Unterhaltungen, jene Spiele, jene Wege, wo du weißt und voraussehen kannst, dass dir Gefahr droht, dass du in eine Sünde fallen kannst, und bete vom Herzensgrunde alle Tage jene Bitte im heiligen Vater unser: Führe uns nicht in Versuchung! — 
O wie viele junge Menschen würden das Kleid der Unschuld nie befleckt, nie verloren haben, wenn sie sich nicht mutwillig der Gefahr der Sünde ausgesetzt hätten, denn „wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um"!
Vorsatz und Gebet. Mein Gott und Herr! ich weiß, dass ich schwach bin, darum nehme ich mir fest vor, jede Gelegenheit, jede Gefahr zur Sünde zu fliehen aus Liebe zu Dir, o Herr!  Verleihe mir nur die Gnade, dass ich meinen Vorsatz halte; und wenn mir unvermutet Gefahr droht, dann rette auch mich, wie Du Deine heilige Dienerin Bibiana mitten aus der Gefahr errettet hast. Amen.
alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Siehe auch:
Von der so wichtigen Flucht der "bösen Gelegenheit"

Samstag, 30. November 2013

Kreuzestrost - zum Fest des hl. Apostel Andreas

passende sehr schöne Heiligenlegende vom selben Autor wie das unten Folgende: hier.


Früher wussten die meisten Katholiken noch, dass wenn man nichts zu leiden hat, es ein schlechtes Zeichen ist, nämlich, dass man bei Gott wohlmöglich in Ungnaden ist. Leiden galten immer als Zeichen der Auserwählung und als Mittel, womit man dem Heiland gleichförmig werden kann, was wird im Folgenden sehr schön erklärt wird.
Ein weiterer Aspekt beim Leiden war, dass alle Heiligen wussten, dass man erst im Leiden Gott seine Liebe beweisen kann. Wenn es einem immer nur gut geht, ist es nicht schwer zu sagen: "Gott, ich liebe Dich!" Schickt Gott aber Leiden, so kann man erkennen, ob man Gott um Seinetwillen oder aus Eigenliebe liebt.

Kreuzestrost
Es mag dir vielleicht, lieber Leser, sonderbar vorkommen, dass der heilige Apostel Andreas gar so innig und feurig nach dem Kreuze verlangt und es so heiß umfangen hat, als sein Wunsch erfüllt und er daran gebunden wurde. 
Er erfreut sich an den furchtbaren Leiden des Kreuzes, es macht ihm Schmerz zu hören, dass man ihn davon befreien will, gleich als sei in Leiden, in Peinen und Qualen des Kreuzes die größte Ewigkeit, die reichste Wonne, der höchste Trost! 


Kreuzigung 
des hl. Apostels Andreas
Mattia Preti
Ist denn nicht dieser heilige Apostel auch ein Mensch, fühlt er nicht auch den Schmerz? Allerdings, auch seine Natur fühlt den Schmerz, auch sein Leib erschaudert vor dem Kreuze, aber seine Seele hat das Wort Jesu erfasst und in seiner ganzen Tiefe kennen gelernt: „Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach." 
Er kennt das Geheimnis des Kreuzes, welches für den, der es versteht, die größte Süßigkeit, den größten Trost enthält.
Die meisten Menschen fliehen nur deshalb das Kreuz, haben Scheue, Furcht und Schrecken vor dem Kreuze, d. h. vor Leiden, Trübsalen und Schmerzen, weil sie den reichen Schatz nicht kennen, der darin verborgen liegt, weil sie nicht wissen, welcher Trost im Kreuze ist, und zu welch herrlicher Belohnung es führt. 
Das Kreuz, d.h. Leiden und Trübsal, ist ein Zeichen der Auserwählung; das Kreuz ist die Leiter zum Himmel, ist der Weg zur Vereinigung mit Gott. 

Werde ich selig werden oder verdammt? Diese Frage möchte jedermann, dem es um die Rettung seiner Seele ernst ist, beantwortet wissen. Aber auf diese Frage gibt es keine sichere Antwort. „Niemand weiß", spricht der heilige Geist, "ob er des Hasses oder der Liebe wert ist." 
Doch so viel kann nach der Lehre der heiligen Väter auf diese Frage geantwortet werden, dass derjenige Christ, welcher mit Christus sich kreuzigt und kreuzigen lässt, zu den Auserwählten gehöre. 
Leiden, Trübsale, Tränen und Seufzer, sagt ein frommer Geisteslehrer, bezeichnen die Auserwählten.  Ja der heilige Augustinus sagt das große Wort: „Wer nicht leidet, ist kein Kind Gottes."
Kein Auserwählter ist je von Leiden freigesprochen worden ; alle haben Christo dem Herrn das Kreuz nachtragen müssen, sind mit ihm ans Kreuz geschlagen worden, selbst seine reinste, unschuldigste Mutter Maria nicht ausgenommen. 

Das Kreuz, die Leiden und Trübsale reißen das Herz des Menschen los von dieser Erde und ziehen es zum Himmel, zu Gott empor; sie läutern und reinigen die Seele und machen sie immer tauglicher zur Vereinigung mit dem höchsten Gute; sie machen den Menschen Christo dem Herrn ähnlich und führen ihn ein in die Wonnen seines göttlichen Herzens, das um unseretwillen so unendliche Leiden geduldet. 
Nur durch's Kreuz wird die Liebe vollkommen, und die vollkommene Liebe ist das Paradies, ist der Himmel auf Erden. Darum haben denn auch die Heiligen so sehr nach Kreuz und Leiden verlangt, haben darin ihren Trost, ihre Freude und Wonne gesucht. 
Seitdem der Herr Jesus am Kreuze verblutete, seitdem ist das Kreuz, sind Leiden und Trübsale ein Mittel geworden, die nach dem Himmel schmachtende Seele des Christen auf Erden zu trösten. O wenn doch, wie der heilige Andreas, alle Gläubigen den großen Schatz, den großen Trost kennen würden, der im Kreuze verborgen ist! 

O Seele! wenn Trübsale, Leiden, was immer für einer Art, über dich kommen, nimm sie gerne an, sie kommen von Gott und führen zu Gott; sie sind ein Zeichen, dass Gott dich liebt; sie sind ein Gnadengeschenk, womit du deine Seele retten, womit du zum Himmel emporsteigen kannst. 

Merke dir, wenn dir alles nach Wunsch geht, wenn du gar nichts zu leiden hast, wenn man dich überall lobt und ehrt, o dann fürchte dich, dann zittere, denn du befindest dich nicht auf dem Weg, den Christus, den alle Heiligen gegangen sind — dem Kreuzesweg! 
Bist du aber gezwungen, diesen Weg zu gehen, indem dich der liebe Gott mit Leiden heimsucht, oder gehst du ihn freiwillig, indem du dich selbst abtötest, dich züchtigst, dein Fleisch kreuzigst, dann sei getrost — dieser Weg führt dich zu Gott, zur ewigen Vereinigung mit ihm!
Gebet. O heiliger Andreas, der du das Kreuz so lieb hattest, bitte für mich, dass auch ich den kostbaren Schatz des Kreuzes, der Leiden und Trübsale recht kennen lerne, und hilf mir, dass ich gerne und mit Freuden jedes Kreuz annehme und trage, das mir die Hand Gottes schickt, damit ich so Christo dem Herrn ähnlich und seiner Seligkeit teilhaftig werde. Amen.
alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858


Freitag, 1. November 2013

Allerheiligen: Wie die Heiligen heilig geworden sind

Die heilige Kirche will uns am heutigen Tag ganz besonders mahnen und aufmuntern, den Heiligen auf dem Weg zum Himmel nachzufolgen und ihre schönen Tugenden zu üben, wodurch sie eben heilig und selig geworden sind.

Heilig müssen wir werden, dazu sind wir ja von Gott berufen. Wer nicht heilig wird, wird auch nicht selig. Wir können aber heilig werden, wenn wir in die Fußstapfen Jesus, seiner göttlichen Mutter und seiner Heiligen treten. Sie haben tiefe, unauslöschliche Spuren zurück gelassen, die du nicht übersehen kannst, außer du drückst die Augen zu. Lies nur die Legende durch, die Lebensgeschichte eines jeden Heiligen wird dir hierüber Aufschluß geben. 
Doch will ich dir in Kürze zeigen, wie sie es gemacht haben, eine solche Heiligkeit und Seligkeit zu erlangen.

Erstens hatten sie ein recht inniges Verlangen, eine heilige Sehnsucht, die Christliche Vollkommenheit zu erreichen oder, was das selbe ist, Christus ähnlich zu werden. Dieses Verlangen, so es in einem Herzen lebendig ist, nennen die Geisteslehrer schon ein Zeichen der Auserwählung. Dieses Verlangen wird aber im Herzen rege und lebendig, wenn man ernstlich betrachtet, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben, welche unaussprechliche Seligkeit, welch unschätzbarer Lohn denen versprochen ist, welche die Vollkommenheit erreichen. Daher haben denn auch die Heiligen unverwandt ihren Blick auf die ewigen Güter gerichtet und sich von dem trügerischen Schein der vergänglichen Güter und Freuden dieser Welt nicht täuschen und fesseln lassen.

Zweitens haben die Heiligen eben deshalb auch die Welt vom ganzen Herzen verachtet und ihre eitlen erbärmlichen Freuden verschmäht. Sie haben auf das schmähliche, bittere Ende derselben geschaut und wurden mit Ekel und Abscheu gegen sie erfüllt. Schau dich nur auch um und siehe, wie die Welt ihre Liebhaber belohnt; mit Sorgen und Kümmernis, mit Mühen und Plagen, mit Streit und Zwietracht, mit Jammer und Elend, mit Krankheit und Tod. Keinen Liebhaber der Welt wirst du zufrieden finden und ihr Tod, wie bitter, wie jammervoll, wie schrecklich ist er!

Drittens ließen es die Heiligen beim bloßen Verlangen nach Vollkommenheit und Seligkeit nicht bewenden, sondern sie haben auch ernstlich Hand angelegt, eingedenk der Worte Jesus: Das Himmelreich leidet Gewalt. Sie haben ihre bösen Neigungen fortwährend bekämpft, haben den Versuchungen kein Gehör gegeben, dem Lockungen der Welt widerstanden und die Anfechtungen immer mit aller Kraft bestritten. Sie haben sorgfältige Wache gehalten über ihre Sinne, haben sie abgetötet und bezähmt und weil sie ihrer Schwäche bewusst waren, sich immer misstraut. Allerdings war dieser Kampf für sie hart, auch sind sie gar oft gestrauchelt und haben Wunden davon getragen, aber sie haben den Mut nicht verloren. 
Sie haben erkannt, dass es zwischen Himmel und Hölle, zwischen ewiger Seligkeit und ewiger Verdammnis keinen Mittelweg gibt; sie wussten, dass Jesus nur von einem engen und einem breiten Weg spricht; darum haben sie auch mit aller Gewalt gerungen gleich einem Soldaten, der umgeben von Feinden keinen anderen Ausweg mehr kennt, als zu siegen oder zu sterben. 
Haben sie auch gefehlt, so erhoben sie sich in Demut und Reue wieder, wurden noch behutsamer und vorsichtiger und so gereichten ihnen sogar die Fehler zum besseren Fortschreiten im Guten.

Viertens haben die Heiligen sehr viel Treue bewiesen in kleinen Dingen und haben eben dadurch auch die Gnade erlangt, Großes und Schweres zu üben. Wenn du von den übermenschlichen Bußwerken, von dem überaus strengen Leben so mancher Heiligen, von ihren großen Leiden liest, so gerätst du in Furcht und glaubst, dass es dir unmöglich sei, heilig zu werden, weil du solches nicht zu tun vermagst, indem deine ganze Natur davor erschaudert. 
Aber du sollst wissen, dass du diesen schrecklichen Bußwerken allein die Heiligkeit noch nicht liegt und dann, dass die Heiligen nicht einmal zu solcher Höhe der Abtötung gelangt sind. 
Sie haben zuerst mit Kleinem angefangen, haben im Kleinen sich geübt, haben darin treu ausgeharrt und die Gnade erlangt, größeres zu tun. Verachte nur Kleinigkeiten nicht, glaube nicht, dieser oder jener kleine Fehler habe nicht viel zu bedeuten, sondern meide und bekämpfe auch das geringste, denn Christus sagt:
„Wer getreu ist im Kleinen, wird auch treu im Großen; und wer in dem Wenigen ungetreu und böse ist, der wird es auch im Vielen sein” (Luk. 16, 10.)

Fünftens haben sie immer auf ihr Vorbild Jesus Christus geschaut, der uns, wie der heilige Petrus sagt, ein Beispiel hinterlassen, auf dass auch wir in seine Fußstapfen treten. In seiner Bergpredigt hat Jesus die Stufen angegeben, auf denen man zur Seligkeit gelangt; er selbst aber ist sie auch voran gegangen und die Heiligen haben ihm treu nach gewandelt. Sie haben seine Demut, seine Sanftmut, seine Friedfertigkeit, seine Barmherzigkeit, seinen Gehorsam, seine Reinheit, seine Geduld etc. nachgeahmt und zu dieser Nachahmung sich angespornt und beständige Betrachtung seines Lebens, Leidens und Sterbens. Wohl wussten sie, dass sie aus eigener Kraft Christus nicht ähnlich werden könnten, sie kannten ihre Schwächen und die Gefahren, die ihnen drohten, aber eben deshalb haben sie:

Sechstens fest auf des Herrn Hilfe gebaut, unablässig gebetet und gefleht und die Gnadenmittel angewendet, die Christus zum Heil der Menschheit verordnet hat. Durch ihr Gebet haben sie auch das nötige Licht und die nötige Kraft erlangt, das Gute zu erkennen und zu tun und da sie oft die heiligen Sakramente empfingen, so hat Christus selbst in ihnen und mit ihnen gegen die Feinde ihres Heiles gekämpft und ihnen den Sieg erringen helfen. 

Hl. Maria, Königin aller Heilligen
Siebtens haben alle Heiligen eine kindliche Andacht und Liebe zur seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria im Herzen getragen und was sie durch ihr Gebet nicht vermocht, das hat ihnen Maria, die barmherzige und mächtige Jungfrau, bei Gott erfleht, weswegen mit Recht Maria „die Königin aller Heiligen” genannt wird, und nicht bloß deshalb, weil sie alle Heiligkeit übertroffen hat, sondern weil alle Heiligen auf Erden ihre treuen Diener und Verehrer gewesen sind.

Lies nun, Christliche Seele, diese sieben Punkte nochmal durch, nimm sie zu Herzen, befolge sie und du wirst und kannst heilig und selig werden. Du willst ja heilig werden, ja musst heilig werden, wenn du in das Himmelreich eingehen willst. Es gibt keinen Mittelweg, Himmel oder Hölle, heilig oder gottlos, selig oder verdammt, wähle!..

Zum Schluss will ich dir noch die Titel erklären, welche die Kirche ihren verklärten Kindern gibt und in der Legende öfters vorkommen, nämlich: Diener Gottes, Ehrwürdig, Selig, Heilig

Diener Gottes wird der genannt, welcher im Rufe der Heiligkeit verschieden ist.
Ehrwürdig heißt der, dessen Ruf der Heiligkeit durch ein gesetzliches Urteil erwiesen ist, oder vielmehr, dessen Prozess der Seligsprechung begonnen hat.
Selig der, welcher Selig gesprochen ist, d. h. der, dessen Heiligkeit durch ein feierliches Urteil ausgesprochen ist, und dem der Papst in gewissen Ländern, in gewissen religiösen Orden bis zur feierlichen Heiligsprechung eine öffentliche Verehrung erweisen läßt.
Heilig endlich der, welcher feierlich heilig gesprochen oder kanonisiert, d. h. dessen öffentliche Verehrung in der ganzen katholischen Kirche gestattet ist.
alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Siehe auch:
Von der so wichtigen Flucht der "bösen Gelegenheit"
und
Wie man sich als Christ gegen die Heiligen Gottes verhalten soll
und
Warum ver­eh­ren wir die Hei­li­gen?

und 
und 


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...