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Mittwoch, 8. Februar 2017

Gebet vom sel. Papst Pius IX. für die Kirche




O Herr, allmächtiger Gott, der Du das Böse zulässt, um das Gute dadurch zu bewirken, 
höre auf das demütige Gebet, womit wir Dich um die Gnade bitten,
inmitten so vieler Verfolgungen Dir treu zu bleiben und bis ans Ende im Guten auszuharren; 
und gib uns durch die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria die Kraft, 
uns immer Deinem heiligsten Willen zu fügen. 
Amen.

aus "Brot der Engel", Katholisches Gebetbuch, Herder, 1908



Mittwoch, 15. Oktober 2014

„Richtungsweisende Veränderung in Rom“, twittert größte "LGBT-Menschenrechts"-NGO

und: „bahnbrechender Bericht der katholischen Kirche preist schwule und lesbische Partnerschaften“ und „Bericht preist verbindliche lesbische und schwule Partnerschaften“.

Hat tip
Das twittert zusammen mit Bild oben die amerikanische „Human Rights Campaign (HRC)“, die die größte amerikanische NGO ist, die "für Menschenrechte für LGBT-Leute arbeitet". 
Für "LGBT-Katholiken" setzen sie sich natürlich besonders ein, aktuell z. B. mit öffentlichem Rosenkranz und Gebetsvigil.

Übersetzt heißt dass: HRC setzt sich dafür ein, dass jeder „LGBT“ler das „Menschenrecht“ auf Todsünde hat und von niemandem gehindert wird, sich in die Hölle zu stürzen, denn wollte man solche LGBT-Leute vor den Folgen ihrer freiwilligen schwer sündhaften Handlungen warnen, so ist man laut den Vereinten Nationen (UN) „homophob“ und „transphob“ und diese Phobie muss weltweit unbedingt bekämpft werden. Siehe UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im Video unten.

Wie ich hier schon erklärt habe: Mit dem Brecheisen „Menschenrechte“ wird die katholische Kirche seit Jahrzehnten auseinander gebrochen. Das ist dann die „Kirche im Aufbruch“ von der alle Progressiven seit Jahrzehnten so gerne reden.

Bei diesem "Aufbruch" haben alle Päpste seit Johannes XXIII. mitgeholfen und die Progressiven und alle anderen Kirchenfeinde wissen und schätzen das. Jeder dieser Päpste hat die UN und die Menschenrechte gepriesen. 

So überdeutlich sichtbar wie Papst Franziskus hat allerdings noch keiner das UN-Programm abgearbeitet, was wohlmöglich daran liegt, dass man via Internet sich auf den UN-Webseiten und dank sehr kluger Leute wie Joan Veon relativ leicht informieren kann, was dieses Programm neben LGBT-Förderung noch alles umfasst.



Siehe auch:
Vereinte Nationen starten noch nie dagewesene weltweite Menschenrechtskampagne für LGBT-Gleichheit
und
Preist der Vatikan die UN auch für die Verfechtung von LGBT-"Rechten"?

und
Die geplante Umweltenzyklika, Kardinal Marx und „die Nachhaltigkeit“


Freitag, 15. August 2014

Vielen Kleinen verschließen die Eltern die Türe zum Himmelreich durch schlechte Erziehung

Vom heil. Papst Gregor der Grosse, Kirchenvater († 604) Vier Bücher Dialoge (Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum)
Viertes Buch

XVIII. Kapitel: 

Vielen Kleinen verschließen die Eltern die Türe zum Himmelreich, indem sie sie schlecht erziehen. Von einem Knaben, der Gott lästerte

Obwohl man glauben muss, dass alle getauften Kinder, die in ihrer Kindheit sterben, in das Himmelreich eingehen, so gilt dies doch nicht von allen jenen Kindern, die schon reden können. 
Denn einigen Kindern verschließen die Eltern die Himmelstüre, indem sie sie schlecht erziehen. 

So hatte vor drei Jahren ein Mann, den hier die ganze Stadt kannte, ein Söhnchen, das nach meiner Schätzung fünf Jahre alt war. Der Vater liebte es fleischlich zu sehr und verzog es dadurch. Dieser Knabe nun hatte - es ist hart, dies zu sagen - die Gewohnheit, gegen Gottes Majestät zu lästern, sobald sich etwas seinem Willen entgegensetzte. 
Bei dem großen Sterben, das vor drei Jahren hier herrschte, wurde auch er auf den Tod krank. Wie ihn nun sein Vater in den Armen hielt, sah der Knabe nach dem Zeugnis derjenigen, die dabei zugegen waren, mit zuckenden Augenlidern böse Geister auf sich zukommen und fing zu schreien an: „Halte sie ab, Vater! Halte sie ab, Vater!” Laut schreiend wandte er sein Gesicht ab, um sich vor ihnen am Busen des Vaters zu verbergen. 
Dieser fragte den zitternden Knaben, was er denn sehe, worauf er antwortete: „Mohren sind gekommen und wollen mich forttragen.” Kaum hatte er dies gesagt, lästerte er den Namen der göttlichen Majestät und gab seinen Geist auf. 

Um nämlich die Schuld, um derentwillen er solchen Henkern ausgeliefert wurde, offenbar zu machen, ließ der allmächtige Gott im Augenblick des Todes zu, dass er die Sünde wieder begehe, die sein Vater ihm bei Lebzeiten nicht abstellen wollte, und es sollte der Knabe, der lange mit Gottes Geduld in seinem Leben gelästert hatte, nun noch einmal nach Gottes Gericht fluchen und darauf sterben. 
Der Vater sollte dadurch auch zur Erkenntnis seiner Schuld gelangen, die darin bestand, dass er sich um die Seele des Kindes nicht kümmerte und einen nicht eben kleinen Sünder für das Feuer der Hölle heranzog.

Freitag, 21. März 2014

Die wahre und falsche Unfehlbarkeit der Päpste


Auf das Buch „Die wahre und falsche Unfehlbarkeit der Päpste" hat jemand auf einem englischen Blog hingewiesen.

Es ist online lesbar: hier auf Deutsch und hier auf Englisch

Bischof Feßler war Professor für Kirchenrecht und Generalsekretär beim ersten vatikanischen Konzil. Mehr über ihn hier und hier

Siehe auch:
Wie verbindlich sind die Äußerungen eines Papstes? (g
eschrieben von einem noch lebenden Prof. für Kirchenrecht)

Freitag, 11. Oktober 2013

Papst Pius XI. und das Fest der Mutterschaft der hl. Jungfrau Maria

Als im Jahre 1931 unter Zustimmung des ganzen katholischen Erdkreises feierlich das 1500 jährige Jubiläum begangen wurde, seitdem auf dem Konzil von Ephesus die seligste Jungfrau Maria, von der Christus geboren wurde, gegenüber der Irrlehre des Nestorius von den Vätern unter Führung des Papstes Cölestin als Mutter Gottes verkündet wurde, beschloss Papst Pius XI., die Erinnerung an dieses glückliche Ereignis durch ein Zeichen seiner Güte für ewige Zeiten festzuhalten.

In Rom bestand schon ein herrliches Denkmal zur Erinnerung an die Konzilsentscheidung zu Ephesus, der Triumphbogen in der Basilika St. Maria Maggiore auf dem Equilin; von seinem Vorgänger Sixtus III. War dieser mit einem wundervollen Mosaikbild geschmückt worden, hatte jedoch durch die Ungunst der Zeit etwas gelitten. Diesen ließ nun zugleich mit dem Querschiff der Kirche Pius XI. in seiner Freigiebigkeit wieder glücklich herrichten. 

Mosaik in der Apsis des Triumphbogens in der Basilika St. Maria Maggiore
In der Wölbung der Apsis ist die Krönung der Muttergottes abgebildet. Christus und Maria befinden sich in einem großen Kreis und sitzen auf einem großen Thron, der wie ein orientalischer Diwan aussieht. Der Sohn setzt der Mutter eine juwelenbesetzte Krone auf das Haupt. Das Mosaik stellt Maria nicht nur als die Muttergottes dar, sondern als die Mutter Kirche, die Braut des Sohnes. Zu ihren Füßen befinden sich die Sonne und der Mond und um sie herum der Chor der huldigenden Engel. 
Ferner schilderte er in einer Enzyklika die hohe Bedeutung des allgemeinen Konzils von Ephesus und legte darin mit liebevollen, ausführlichen Worten den unsagbar erhabenen Vorzug der Gottesmutterwürde der seligen Jungfrau Maria dar. So konnte sich also diese hohe, geheimnisvolle Lehre immer tiefer in die Herzen der Gläubigen einprägen.

Zugleich stellte er die Gottesmutter Maria, die hochgebenedeite unter allen Frauen, sowie die Familie von Nazareth als das edelste Vorbild für die Erhabenheit und Heiligkeit einer reinen Ehe und für die gottgefällige Erziehung der Jugend hin.

Und damit auch in der Liturgie ein bleibendes Denkmal sei, verordnete er schließlich, dass das Fest der göttlichen Mutterschaft der seligen Jungfrau Maria jedes Jahr am 11. Oktober als Duplex 2. Klasse mit eigener Messe und eigenem Stundengebet von der ganzen Kirche gefeiert werden solle.

Aus: Deutsches Brevier, Dr Johann Schenk, 1937



Dienstag, 7. Mai 2013

Von der brüderlichen Zurechtweisung, zum Fest des hl. Stanislaus, Bischof und Märtyrer

Stanislaus von Krakau lebte von 1030 bis 1079, er wurde 1253 von Papst Innozenz IV. heiliggesprochen. Sein Feiertag ist der 7. Mai. Heiligenlegende hier, Brevierlesung hier 

Von der brüderlichen Zurechtweisung
alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Der heilige Stanislaus ist ein Opfer seiner Nächstenliebe und seiner Pflicht geworden. Um den unglücklichen König vom Verderben zu retten und die Gläubigen vor dessen bösem Beispiel zu bewahren, öffnete er seinen Mund und mahnte und warnte mit heißem Flehen den Sünder, und als sein Mahnen nichts half, ergriff er das Mittel der Strafe. Er richtete zwar bei dem gottlosen Könige nichts aus; er mußte sogar eines grausamen Todes sterben, aber sein Andenken ist unsterblich und ewige Herrlichkeit hat ihm Gott zum Lohne gegeben.


Nimm dir nun, christliche Seele, ein Beispiel an dem Heiligen. Wenn du nämlich siehst und gewiss weißt, dass dein Mitbruder in eine schwere Sünde gefallen ist, oder in der Gefahr schwebt, in eine Sünde zu fallen, so schweige dazu nicht, sondern warne und mahne ihn mit aller Sanftmut und Liebe, aber ja nicht mit Heftigkeit und Zorn. Du musst seine Person schonen und nur seine Sünde angreifen. Ein gutes Wort findet ein gutes Ort.
Zur Sünde deines Nächsten schweigen, würde auch dich in die Sünden stürzen. (Buchtipp: Fremde Sünden und Ärgernis von Prälat Georg May) 

Kannst du selbst deinen Mitmenschen nicht warnen; erkennst du, dass er auf dein Wort nicht merkt, dass er vielleicht gar noch boshafter wird, dann sage es denen, welche die Pflicht haben, zu reden, aber wohlgemerkt, du musst von dem bösen Wandel deines Nächsten überzeugt sein, damit du ihm nicht unrecht tust. 


Wenn du aber die Pflicht hast, über das Betragen deines Mitmenschen zu wachen, wie z. B. die Eltern über ihre Kinder, die Priester, die Lehrer, die Lehrmeister, die Obrigkeiten etc., dann darfst du nie schweigen und mußt die Untergebenen mahnen, warnen und sogar auch strafen. Aber doch soll es jedesmal im Geiste der Liebe und mit der Absicht geschehen, den Nächsten zu bessern und von seinem bösen Wandel abzubringen. 


Wenn du auf solche Weise deinen Mitmenschen gewinnest, so wird dir eine große Belohnung zu Teil werden; denn der heilige Jakobus sagt: „ Meine Brüder, wenn Jemand unter euch von der Wahrheit abirrt, und einer ihn zurückführt, der wisse, dass, wer einen Sünder von seinem Irrwege zurückführt, eine Seele vom Tode errette und die Menge der Sünden bedecke." (5,9,10.) 

Lasse dich also aus feiger Menschenfurcht oder Gefälligkeit nicht abhalten, deinen fehlenden Mitmenschen freundlich zu warnen und zurechtzuweisen; noch weniger aber, wenn du die Pflicht hast, zu reden; du würdest deinen Mitmenschen und dich selbst ins Verderben stürzen.

Gebet. O mein Gott, der du ganz Liebe bist, gib mir eine recht innige Liebe zu dem Nächsten und lasse nie zu, dass ich schweige, wo ich reden soll zu deiner Ehre und zum Heile der Seelen. Amen.


Papst Benedikt XVI. mahnte in seiner Botschaft für die Fastenzeit 2012 an, sich wieder auf diese Dimension der christlichen Nächstenliebe zu besinnen, die als "die Sünder zurechtweisen" eines der sieben Werke der geistlichen Barmherzigkeit ist.
Leider steht in dem Fastenhirtenbrief nicht auch, dass man sich auch fremder Sünden mitschuldig macht, wenn man schweigt oder diese Sünden gar gut heißt, ein Aspekt, der oben und hier herausgearbeitet ist.

"(...) Auf die Brüder und Schwestern zu „achten“ beinhaltet auch die Sorge um ihr geistliches Wohl. Und hier möchte ich an einen Aspekt des christlichen Lebens erinnern, von dem ich meine, daß er in Vergessenheit geraten ist: die brüderliche Zurechtweisung im Hinblick auf das ewige Heil. Heutzutage ist man generell sehr empfänglich für das Thema der Fürsorge und der Wohltätigkeit zugunsten des leiblichen und materiellen Wohls der Mitmenschen, die geistliche Verantwortung gegenüber den Brüdern und Schwestern findet hingegen kaum Erwähnung.  
Anders war dies in der frühen Kirche und ist es in den wirklich im Glauben gereiften Gemeinden, wo man sich nicht nur der leiblichen Gesundheit der Brüder und Schwestern annimmt, sondern mit Blick auf ihre letzte Bestimmung auch des Wohls ihrer Seele. In der Heiligen Schrift lesen wir: „Rüge den Weisen, dann liebt er dich. Unterrichte den Weisen, damit er noch weiser wird; belehre den Gerechten, damit er dazulernt“ (Spr 9,8f). Christus selbst befiehlt, einen Bruder, der sündigt, zurechtzuweisen (vgl. Mt18,15). Das Zeitwort elenchein, das hier für die brüderliche Zurechtweisung verwendet wird, ist dasselbe, das die prophetische Sendung der öffentlichen Anklage bezeichnet, die Christen gegenüber einer dem Bösen verfallenen Generation erfüllen (vgl. Eph 5,11).  
In der kirchlichen Tradition zählt „die Sünder zurechtweisen“ zu den geistlichen Werken der Barmherzigkeit. Es ist wichtig, sich wieder auf diese Dimension der christlichen Nächstenliebe zu besinnen. Vor dem Bösen darf man nicht schweigen. 
Ich denke hier an die Haltung jener Christen, die sich aus menschlichem Respekt oder einfach aus Bequemlichkeit lieber der vorherrschenden Mentalität anpassen, als ihre Brüder und Schwestern vor jenen Denk- und Handlungsweisen zu warnen, die der Wahrheit widersprechen und nicht dem Weg des Guten folgen. Die christliche Zurechtweisung hat ihren Beweggrund jedoch niemals in einem Geist der Verurteilung oder der gegenseitigen Beschuldigung; sie geschieht stets aus Liebe und Barmherzigkeit und entspringt einer aufrichtigen Sorge um das Wohl der Brüder und Schwestern.  
Der Apostel Paulus sagt: „Wenn einer sich zu einer Verfehlung hinreißen läßt, meine Brüder, so sollt ihr, die ihr vom Geist erfüllt seid, ihn im Geist der Sanftmut wieder auf den rechten Weg bringen. Doch gib acht, daß du nicht selbst in Versuchung gerätst“ (Gal 6,1). In unserer vom Individualismus durchdrungenen Welt ist es notwendig, die Bedeutung der brüderlichen Zurechtweisung wiederzuentdecken, um gemeinsam den Weg zur Heiligkeit zu beschreiten. Selbst „der Gerechte fällt siebenmal“ (Spr 24,16), heißt es in der Heiligen Schrift, und wir alle sind schwach und unvollkommen (vgl. 1 Joh 1,8). 
Es ist also ein großer Dienst, anderen zu helfen und sich helfen zu lassen, zu aufrichtiger Selbsterkenntnis zu gelangen, um das eigene Leben zu bessern und rechtschaffener den Weg des Herrn zu verfolgen. (...)"
http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/lent/documents/hf_ben-xvi_mes_20111103_lent-2012_ge.html


Freitag, 19. April 2013

Der heilige Papst Leo IX., ein Deutscher

Das Studium der Kirchengeschichte oder der Heiligenlegenden kann in den heutigen  Zeiten der Verwirrung und des Glaubensabfalls unter den Katholiken in gewisser Weise Trost spenden, da man dann sieht, dass alles im Prinzip schon einmal vorgekommen ist. 


Wie man aus der folgenden Heiligenlegende sieht, "geschah es, dass untaugliche und selbst sittenlose Männer geistliche Würden erhielten und dadurch ein großes Verderben unter Hirten und Herde einriss". Die Ursachen waren damals allerdings andere als heute, wenn auch das Ergebnis das gleiche ist.


Heute, am 19. April,  ist der Gedenktag vom hl. Papst Leo IX.


hl. Papst Leo IX.
Um die Zeit, als dieser große heilige Papst geboren wurde, herrschte eine gefährliche Lauigkeit und Schlaffheit unter den Geistlichen, und Sittenlosigkeit unter den Hohen der Welt. 
Die hohen geistlichen Würden und Ämter wurden um Geld verkauft, was gegen die Anordnung des heil. Geistes und darum eine große Sünde ist. Man nennt diese Verkäuflichkeit der geistlichen Ämter oder auch geistlicher Sachen Simonie, weil Simon, der Zauberer, solches tun wollte, wie die heilige Apostelgeschichte erzählt. 

Durch dieses Laster der Simonie geschah es, dass untaugliche und selbst sittenlose Männer geistliche Würden erhielten und dadurch ein großes Verderben unter Hirten und Herde einriss. Doch Gott, der seine heilige Kirche nicht verlässt, erweckte als einen Vorkämpfer gegen dieses Verderben zuerst den Papst Leo
und später den heiligen Papst Gregor VII., denen es gelang, das Übel zu besiegen.

Leo war ein Deutscher und stammte aus einer vornehmen Familie von Niederelsass, welche mit Königen und Kaisern verwandt war. Bei seiner Geburt fand sich sein Leib ganz mit roten Kreuzlein bedeckt, was hindeutete auf das Kreuz, welches er bis zu seinem Tode tragen sollte und mit G
eduld und Liebe auch getragen hat. In der heiligen Taufe erhielt er den Namen Bruno.
Mit fünf Jahren übergab ihm seine fromme Mutter Hellwig dem frommen und gelehrten Bischof Berthold von Toul zur Erziehung, der in sein Herz mit aller Sorgfalt die schönen christlichen Tugenden des Gehorsams, der Bescheidenheit und Keuschheit pflanzte und ihn in den Wissenschaften fleißig unterrichtete. 
Zum jungen Mann herangewachsen, wurde er Domherr, aber auch zugleich ein Vater der Armen, ein tröstender Engel für die Kranken, welche er oft in den Spitälern besuchte. Zum Diakon geweiht, nahm ihn Kaiser Konrad an seinen Hof, wo er von Geschäften aller Art überhäuft, dennoch ein strenges Bußleben führte. Nun starb im Jahre 1036 der Bischof von Toul und Bruno wurde zum Bischof ernannt. 

Der Kaiser wollte, dass er seine Weihe bis auf das nächste Jahr verschiebe; aber Bruno sehnte sich zu sehr nach seiner Herde und ließ sich sogleich weihen. 
Als er von seinem erhabenen Amte Besitz genommen, machte er sich sogleich daran, die Zucht unter den Geistlichen zu verbessern; ebenso verbesserte er den Gottesdienst und den Kirchengesang. Er war selbst ein Freund der heiligen Musik und verfertigte schöne Musikstücke. 
Den größten Eindruck auf Geistliche und Gläubige machte sein heiliger Wandel. Er hielt sich immer für einen armseligen Sünder, wusch daher alle Tage mehreren Armen die Füße, ließ sie an seinem eigenen Tische essen und bediente sie eigenhändig.

Wenn man ihn sah, glaubte man einen Engel zu sehen. Doch die kleinen Kreuzlein, die er als kleines Kind am Leibe trug, sollten zum Kreuze werden. Daher ließ es auch Gott zu, dass er selbst bei dem Kaiser schwer verleumdet wurde, Bruno jedoch schwieg und duldete und suchte im Gebete Trost. Innig verehrte er die beiden heiligen Apostel Petrus und Paulus; alle Jahre besuchte er ihre Gräber zu Rom. 
Im Jahre 1048 starb Papst Damasus und ein halbes Jahr blieb der päpstliche Stuhl unbesetzt. Die Kirche Gottes bedurfte zu selbiger Zeit eines frommen, gelehrten und kräftigen Oberhauptes, um die großen Übel zu bekämpfen, welche bereits hingerissen waren. 
Jesus, der Stifter der Kirche, sorgte auch wunderbar dafür. 

Es kamen Gesandte von Rom zu Kaiser Heinrich III. nach Deutschland, damit dieser die Wiederbesetzung des päpstlichen Stuhles bewirke. Dieser versammelte in der Stadt Worms die deutschen Bischöfe und fragte sie in Gegenwart der Gesandten, welchen sie für den Würdigsten zur Regierung der Kirche hielten. 
Einmütig nannten die Bischöfe Bruno, Bischof von Toul. 

Bruno erschrak gewaltig; er weigerte sich aus allen Kräften, diese Würde anzunehmen, erbat sich drei Tage Bedenkzeit und legte hierauf unter einem Strom von Tränen in Gegenwart der Bischöfe und des Kaisers ein öffentliches Bekenntnis seiner Sünden ab, damit sie sähen, welch ein Mensch er sei und wie sie nur den Unwürdigsten erwählt hätten. 

Aber all sein Sträuben half nichts. Seine Demut und Gewissenhaftigkeit gefiel allen und Kaiser Heinrich bestätigte freudig die Wahl. Endlich willigte Bruno ein, stellte aber die Bedingung, dass auch die Geistlichkeit und das Volk zu Rom ihre Zustimmung geben müssten.—

Nach den Osterfeiertagen machte sich Bruno auf die Reise. Zu Besancon traf er mit dem berühmten Hildebrand, Prior des Klosters Clugny, zusammen. Dieser war ein sehr gelehrter, kluger und dabei fester, mutiger Mann, den Gott bestimmt hatte, um das große Werk der Wiederherstellung der Kirchenzucht als nachmaliger Papst Gregor VII. zu vollenden.

Leo fand sich mit diesem Manne geistesverwandt und bat ihn, mit nach Rom zu ziehen. Beide zogen nun, in einfache Pilgerkleider gehüllt, in die ewige Stadt. Zu Fuß hielt Leo seinen Einzug; mit lautem Jubel nahm man ihn auf und Volk und Geistlichkeit bestätigten feine Wahl. Bei seiner Weihe nahm er den Namen Leo an, indem er sich den großen heiligen Papst Leo zu seinem Vorbilde erwählte.

Als Papst fing er alsbald an, mit unerschrockenem Eifer und unerbittlicher Strenge dem Laster der Simonie, das heißt, dem Kauf 
und Verkauf geistlicher Güter und Ämter Schranken zu setzen und die blutschänderischen Ehen der Adeligen zu trennen. 

Dann eilte er nach Deutschland, um auch in diesem Lande das Laster der Simonie auszurotten. Er versöhnte hierauf den König Andreas von Ungarn mit dem Kaiser Heinrich und begleitete diesen nach Regensburg. Hier erfuhr er, dass das Grab des heiligen Bischofs Wolfgang beständig von zahlreichen Gläubigen umgeben sei, welche diesen Heiligen kindlich verehrten, und dass bei seinem Grabe viele Wunder geschähen. 
58 Jahre lag der Leib dieses heiligen Bischofs schon im Grabe, aber noch hatte ihm kein Papst die Ehre der Heiligsprechung erwiesen. Kaiser Heinrich und der damalige Bischof Gebhard von Regensburg drangen mit Bitten und Flehen in den Papst Leo, er möchte die feierliche Heiligsprechung vornehmen. 

Leo stellte nun die genaueste Prüfung über den Lebenswandel des heiligen Bischofs Wolfgang an und erhob dann in Gegenwart vieler Bischöfe und weltlicher Fürsten die heil. Gebeine desselben aus ihrem bisherigen Grabe, versetzte den heiligen Diener Gottes feierlich in die Zahl der Heiligen und setzte dann die heil. Reliquien in einer Gruft der schönen Emmeranskirche in ein neues Grab hinter dem Altare, welche er selbst eingeweiht hatte. Dies geschah am 7. Oktober 1053. 
Ebenso versetzte er auch den heiligen Bischof Erhard in die Zahl der Heiligen. Auf seinen Reisen, die er durch Deutschland hielt, verkündete er auch den Gottesfrieden, indem er diejenigen, welche widerrechtlich Gewalt brauchten und den Landesfrieden brachen, neuerdings mit dem Kirchenbanne bedrohte.

Als er wieder in Rom ankam, wurde sein Herz mit großem Leid erfüllt über die Irrlehre des Berengar von Tours. Dieser war Priester und Professor, aber stolz und aufgeblasen, und suchte sich durch sonderbare Meinungen und Lehrsätze auszuzeichnen. So geschah es, dass ihn Gott in eine schändliche Ketzerei fallen ließ. 
Er leugnete nämlich die Gegenwart Christi im heiligsten Altarssakrament.* 

Papst Leo versammelte die Bischöfe zu einem Konzil und verdammte feierlich zweimal diese verderbliche Irrlehre. Berengar bekehrte sich 8 Jahre vor seinem Tode, widerrief seine Irrlehre, tat Buße und starb reumütig. — 
* (Anmerk.: über die Leugnung der Transsubstantiation durch Berengar hier fünf Predigten).

Kaum hatte Leo, der besorgte Vater der Christenheit, dieses Leid überstanden, als ein noch größeres ihn traf. Der hochmütige und noch dazu unwissende Patriarch Michael von Konstantinopel wollte dem päpstlichen Stuhle nicht mehr unterworfen, er wollte selbst wie ein Papst im griechischen Reiche sein. Leo suchte durch Güte und Sanftmut den Übermütigen zurückzuweisen und sendete sogar Gesandte an ihn ab.

Michael weigerte sich jedoch hochmütig nur mit diesen Gesandten zu reden, und als diese im Namen Gottes den Bann über ihn aussprachen, suchte er sie sogar zu ermorden. Da sich dieser boshafte Mann später auch gegen den Kaiser des griechischen Reiches erhob und sich sogar kaiserliche Ehren anmaßte, ließ ihn dieser in ein Kloster sperren, wo er vor Wut und Gram starb. 

Aber zum größten Schmerze des Papstes war durch diesen Menschen das Band der Einigkeit zerrissen. Die griechische Kirche trennte sich von der römisch-katholischen und ist leider bis zur Stunde getrennt. Das war ein großes Leid für den heiligen Papst, der so gerne gewünscht hätte, dass ein Hirt und ein Schafstall wäre; allein nicht lange und ein neues Kreuz wurde ihm aufgelegt.

Die Normannen, tapfere aber rachsüchtige Männer, brachen mit Feuer und Schwert in Unteritalien ein und drückten das Volk auf schreckliche Weise. Man rief den heiligen Papst zu Hilfe und dieser stellte sich selbst an die Spitze eines Kriegsheeres. Leider wurde er in einer Schlacht, der er von Ferne zugesehen, besiegt und selbst gefangen genommen. Die Feinde behandelten ihn aber mit aller Ehrfurcht und küssten selbst seine Füße, obwohl er mit dem Kirchenbann belegt hatte. 
Ein Jahr lang schmachtete er in der Gefangenschaft, wo er das strengste Bußleben führte. Ein härenes Bußkleid kam nicht von feinem Leibe; sein Bett war der Boden seines Zimmers, sein Kopfkissen war ein Stein und von dem wenigen, was er besaß, unterstützte er die Armen. Nach dem Willen und Vorbilde Jesu, seines Herrn und Meisters, verzieh er von Herzen seinen Feinden, den Normannen, und löste sie vom Kirchenbanne. Die rastlosen Arbeiten, seine beschwerlichen Reisen und seine letzte Gefangenschaft hatten endlich die Kraft des Heiligen gebrochen; er wurde krank und begehrte von Benevent, wo man ihn gefangen hielt, nach Rom zurückzukehren. 

So zog der kranke Vater der Christenheit unter dem Jubel des Volkes wieder in die Stadt, welche so oft Zeuge seines heiligen Lebens gewesen war. 
In Rom angelangt, fühlte er die Nähe seines Todes; da nahm er seine letzten Kräfte zusammen und ließ sich in die Kirche des Vatikan tragen, wo er sein Grab betrachtete und folgende schöne Worte sprach: „Sei mir gesegnet, du meine Grabstätte! nimm mich mit Freude auf und werde mir am Tage der Vergeltung ein Brautgemach der Auferstehung, das mich meinem Bräutigame* zuführt! Denn ich glaube, dass mein Erlöser lebt, dass ich am jüngsten Tage von der Erde auferstehen und in meinem Fleische Gott meinen Heiland sehen werde." (* damit ist der Heiland gemeint.)
Am anderen Tage empfing er die heilige Ölung und verharrte dann eine Stunde lang am Altare des heiligen Petrus.
Zurückgekehrt auf sein Sterbebett, empfing er nochmals mit innigstem Verlangen das hochheilige Sakrament und brachte dann während der heiligen Messe sein Leben Gott zum Opfer dar am 19. April 1054. — 

Er war einer der größten Päpste, die je auf St. Peters Stuhl gesessen. Gott verherrlichte sein Grab durch viele und große Wunder; kurz nach seinem Tode wurde er in die Zahl der Heiligen aufgenommen. 

alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858





Sonntag, 14. April 2013

Nicht den Schlafenden, sondern den Eifrigen werden die göttlichen Wohltaten gespendet

Papst Pius XII. wendete sich in seiner Enzyklika Mystici Corporis - Über den Mystischen Leib Christi auch gegen allerlei damals verbreitete Irrtümer. 
Die beiden folgenden Irrtümer sind wohl auch heute noch (oder schon wieder?) weit verbreitet, nämlich, das man nichts oder kaum etwas tun muss, um gerettet zu werden und zweitens, dass man nicht oft zum Beichten gehen muss, wenn man "nur" lässliche Sünden zu beichten hat:

"(...) Nicht weniger entfernt sich von der Wahrheit der gefährliche Irrtum derer, die aus unserer geheimnisvollen Verbindung mit Christus einen ungesunden Quietismus* herleiten wollen. 
Danach wird das ganze geistliche Leben der Christen und ihr Fortschritt in der Tugend nur der Wirksamkeit des Heiligen Geistes zugeschrieben unter völliger Verkennung und Beiseitelassung der persönlichen Mitwirkung, die wir Ihm schulden. 

Gewiß kann keiner leugnen, daß der Heilige Geist Jesu Christi die einzige Quelle ist, aus der alles übernatürliche Leben in die Kirche und ihre Glieder herabfließt. Denn die "Gnade und Glorie verleiht der Herr" (Ps, 83,12), sagt der Psalmist. 
Daß aber die Menschen beständig in den Werken der Heiligkeit verharren, daß sie unverdrossen in der Gnade und Tugend voranschreiten, daß sie selbst mannhaft zum Gipfel der christlichen Vollkommenheit emporstreben und auch andere nach Kräften dazu anspornen, das alles will der Geist Gottes nur dann wirken, wenn die Menschen selbst durch tägliches, tatkräftiges Bemühen ihren Teil dazu beitragen

"Nicht den Schlafenden", sagt der heilige Ambrosius, "sondern den Eifrigen werden die göttlichen Wohltaten gespendet" (Expos. Evang. sec. Luc. 4, 49: Migne, P.L. XV, 1626)

Wenn nämlich schon in unserem sterblichen Leib die Glieder nur bei ständiger Übung gesund und kräftig bleiben, so gilt das noch in viel höherem Grad vom gesellschaftlichen Leib Jesu Christi, in dem ja die einzelnen Glieder alle ihre persönliche Freiheit und Verantwortlichkeit behalten. 
Deswegen konnte auch derselbe, der das Wort aussprach: "Ich lebe, doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2, 20), ohne Zögern behaupten: "Seine (d. h. Gottes) Gnade ist in mir nicht unwirksam geblieben, sondern ich habe mich mehr gemüht als sie alle; doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes mit mir" (1 Kor 15, 10). Es ist demnach klar, daß durch jene falschen Lehren das Geheimnis, von dem Wir handeln, nicht dem geistlichen Fortschritt der Gläubigen, sondern in beklagenswerter Weise ihrem Verderben dienstbar gemacht wird.

Dasselbe geschieht auch durch die falschen Anschauungen jener, die behaupten, man dürfe die häufige Beichte der läßlichen Sünden nicht so hoch einschätzen; das allgemeine Sündenbekenntnis, das die Braut Christi Tag für Tag zusammen mit den ihr im Herrn vereinten Kindern durch die Priester am Fuß des Altares ablege, sei ihr vorzuziehen. 
Gewiß können solche Sünden, wie euch bekannt ist, Ehrwürdige Brüder, auf mannigfache, höchst lobenswerte Weise gesühnt werden. 

Aber zum täglich eifrigeren Fortschritt auf dem Wege der Tugend möchten Wir angelegentlichst den frommen Brauch der häufigen Beichte empfohlen wissen, der nicht ohne den Antrieb des Heiligen Geistes in der Kirche eingeführt wurde. Wird doch durch ihn die Selbsterkenntnis gefördert, die christliche Demut vertieft, die sittliche Schwäche an der Wurzel gefaßt, die geistliche Nachlässigkeit und Lauheit bekämpft, das Gewissen gereinigt, der Wille gestärkt, eine heilsame Seelenleitung ermöglicht und kraft des Sakramentes die Gnade vermehrt. 

Mögen also die, welche in den Reihen des jüngeren Klerus die Hochschätzung der häufigen Beichte zu verringern und herabzusetzen suchen, wohl bedenken, daß sie eine Sache betreiben, die dem Geiste Christi fremd und für den mystischen Leib unseres Heilandes ein Unsegen ist.
(...)"
* Anmerkung von mir: Der Quietismus ist eine im 17. Jahrhundert von Rom verurteilte Irrlehre, aufgebracht vom Priester Miguel de Molinos, nach der fast jede Aktivität vonseiten des Menschen unerwünscht war, man durfte z. B. nicht einmal Gott um etwas bitten oder Ihm Dank sagen. 
Papst Innozenz XI., verurteilte neben diesem 67 weitere quietistische Irrtümer.

Siehe auch: Warum man sich auch vor lässlichen Sünden hüten mussvom heiligen Kirchenlehrer Alphons Maria von Liguori
und
... heilig musst du werden - und fange heute noch an!


Sonntag, 7. April 2013

Papst Gregor der Große: Auch der Ungläubige lebt nicht ohne Glauben

Aus: Gregor der Grosse († 604) - Vier Bücher Dialoge (Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum)

Viertes Buch


Gregorius. Kühn behaupte ich, daß auch ein Ungläubiger nicht ohne Glauben lebt. Denn wollte ich einen solchen Ungläubigen fragen, wer sein Vater und wer seine Mutter gewesen ist, so wird er sofort sagen: dieser und jene. 
Wenn ich ihn dann weiter fragen würde, ob er das bei seiner Empfängnis erfahren oder bei seiner Geburt gesehen habe, so wird er eingestehen müssen, daß er nichts davon erfahren und gesehen habe; und dennoch glaubt er, was er nicht gesehen hat. Denn ohne Bedenken bezeugt er, jenen Vater und jene Mutter gehabt zu haben.

Petrus. Ich gestehe, bisher habe ich nicht gewußt, daß der Ungläubige auch etwas glaubt.

Gregorius. Auch die Ungläubigen haben einen Glauben, aber möchte es doch ein Glaube an Gott sein! Allerdings wären sie, wenn sie diesen hätten, keine Ungläubigen mehr. 
Aber mit solchen Gründen muß man sie ihrer Verkehrtheit überführen, mit solchen Gründen muß man sie zur Gnade des Glaubens rufen; denn wenn sie in bezug auf ihren sichtbaren Körper etwas glauben, was sie nicht gesehen haben, warum sollen sie nicht an das Unsichtbare glauben, das leiblich überhaupt nicht gesehen werden kann?


Samstag, 30. März 2013

Wie verbindlich sind die Äußerungen eines Papstes?

"(...) Wenn der Papst im Flug­zeug mit Jour­na­lis­ten plau­dert, dann haben diese Gesprä­che selbst­ver­ständ­lich eine ganz geringe Ver­bind­lich­keit. 
Es han­delt sich dabei um Unter­hal­tun­gen auf einer Reise, bei denen nicht mit letz­ter Ein­deu­tig­keit und in letz­ter Klar­heit, vor allem nicht mit Ver­bind­lich­keit gespro­chen wird. Oder wenn der Papst ein Buch schreibt, dann ist er eben ein pri­va­ter Autor wie andere, und man kann sein Buch unter lite­ra­ri­schen und theo­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten beur­tei­len, unter Umstän­den auch Kri­tik daran üben.

Anders ist es dage­gen, wenn der Papst eine
 Enzy­klika erläßt. Eine Enzy­klika ist ein Aus­druck sei­ner Lehr­ge­walt und des­we­gen ver­bind­lich. Wenn in ihr Dog­men
ent­hal­ten sind, dann ist diese Enzy­klika sogar letzt­ver­bind­lich, denn gegen Dog­men, gegen die Wahr­heit selbst im Glau­bens­ge­setz gibt es kei­nen Ein­wand mehr. 

Aber in Enzy­kli­ken fin­den sich auch viele andere Äuße­run­gen, die nicht mit letz­ter Ver­bind­lich­keit aus­ge­sagt wer­den, die des­we­gen auch der Ände­rung fähig sind. Die ver­schie­de­nen Stu­fen der Verbind­lich­keit zu unter­schei­den, ist eine höchst ver­ant­wor­tungs­volle Auf­gabe.

Wor­aus ergibt sich, ob Äuße­run­gen einer Enzy­klika letzt­ver­bind­lich sind? 
Das erkennt man am Stil, wenn der Papst bei­spiels­weise sagt: „Ich spre­che hier mit dem höchs­ten Ein­satz mei­ner Gewalt.“ 
Das erkennt man am Inhalt, wenn es sich näm­lich um eine Glau­bens- oder Sit­ten­wahr­heit han­delt. Das erkennt man auch an der Ver­bin­dung nach rück­wärts, ob näm­lich diese Lehre von der Tra­di­tion gestützt und getra­gen wird

Gegen­über der Wahr­heit gibt es kei­nen Ein­wand. Bei Mei­nun­gen ist eine Ände­rung mög­lich. Wenn und soweit im Wir­ken des Paps­tes Chris­tus hör­bar wird, ist sein Tun und Han­deln ver­bind­lich. Je nach dem Maße der Voll­macht, das er in Anspruch nimmt, ist auch der Grad der Ver­bind­lich­keit zu bestim­men. (...)"

alles aus: Das Pap­st­amt, Predigt vom Kirchenrechtler Prälat Prof. Dr. Georg May



Dienstag, 26. März 2013

Warum Päpste rote Schuhe tragen

Papst Benedikt XVI. wollten in der Vergangenheit einige Leute andichten, er trage Prada an den Füßen. Seine roten Schuhe kamen jedoch von Schuhmachern, u.a von Antonio Arrellano aus Rom (Foto).
Update: Die roten Schuhe von Papst Benedikt kommen ins Museum

Die roten Schuhe wurden von den Päpsten seit dem Konstantinischen Frieden 313 n. Chr., der die drei Jahrhunderte Märtyrerzeit für die katholische Kirche beendete,  getragen. Rot ist die Farbe des Martyriums.
An diese Zusammenhänge erinnern die Mönche von Papa Stronsay. Die Abbildung oben vom sel. Papst Johannes Paul II. mit roten Schuhen ist auch von ihnen.

Ein Paar Schuhe von Papst Johannes Paul II,
ausgestellt im Vatikan 2011
Auch der hl. Papst Pius V., der auf dem alten Bild unten in einer Vision den glücklichen Ausgang der Seeschlacht von Lepanto sehen darf, wird mit roten Schuhen abgebildet. Papst Franziskus hat sein Grab kürzlich besucht.


Ebenso wird Papst Leo der Große bei seinem Treffen mit Hunnenkönig Attila 452 n. Chr. mit roten Schuhen abgebildet.
Das Treffen von Papst Leo und Attila
Francesco Solimena (1657-1747)

Siehe auch:
Die Soutane des Papstes ist weiß, alles andere rot




Samstag, 16. März 2013

Warum der heilige Josef Patron der Kirche ist

Am Fest des heiligen Josef ist die Amtseinführung unseres neuen Papstes Franziskus.

Der sel. Papst Pius IX. hatte den hl. Josef mit dem Dekret "Quemadmodum Deus Josephum" vom 8. Dez. 1870 zum Patron der Kirche erhoben
Er entsprach damit den Bitten einer Gruppe von Vätern des I. Vatikanischen Konzils.

Das folgende stammt aus der Enzyklika "Quamquam pluries", 15. Aug. 1889 von Papst Leo XIII.:

"(...) Warum der selige Josef ausdrücklich als Patron der Kirche gilt und sich die Kirche andererseits sehr viel von seinem Schutz und Patrozinium verspricht, dafür sind die Beweggründe die, dass er der Mann Mariens und, wie man meinte, der Vater Jesu Christi war. Daher rühren all seine Würde, Gnade, Heiligkeit und Ehre. Sicher ist die Würde der Muttergottes so erhaben, dass es nichts Größeres geben kann. 

Weil aber zwischen Josef und der seligsten Jungfrau das Eheband bestand, reichte er selbst dennoch zweifellos wie sonst niemand mehr an jene vorzüglichste Würde heran, mit der die Gottesgebärerin alle geschaffenen Naturen bei weitem überragt. 

Die Ehe ist nämlich die engste Gemeinschaft und Beziehung von allen, die ihrer Natur nach mit der gegenseitigen Gütergemeinschaft verbunden ist. Wenn deshalb Gott der Jungfrau Josef zum Bräutigam gab, gab er sicherlich nicht nur einen Lebensgefährten, einen Zeugen der Jungfräulichkeit und einen Beschirmer der Tugend, sondern kraft des Ehebundes selbst auch einen Teilhaber an ihrer hervorragenden Würde.

Ebenso ragt er durch erhabenste Würde einzigartig unter allen heraus, weil er, von der Meinung der Menschen als Vater angesehen, nach göttlichen Ratschluss der Beschützer des Sohnes Gottes war. Daher war es folgerichtig, dass das Wort Gottes Josef in Bescheidenheit untertan war, auf sein Wort hört und ihm alle Ehre erwies, die Kinder ihrem Vater erweisen müssen.
Nun folgten aber aus dieser zweifachen Würde von selbst Pflichten, die die Natur den Familienvätern vorgeschrieben hat, und zwar so, dass Josef der rechtmäßige und natürliche Beschützer, Pfleger und Verteidiger des göttlichen Hauses, dem er vorstand, war. Diese Pflichten und Aufgaben hat er sicherlich, soweit das sterbliche Leben hinreichte, tatsächlich erfüllt…

Nun aber barg das göttliche Haus, das Josef wie mit väterlicher Vollmacht leitete, die Anfänge der entstehenden Kirche. Wie die heiligste Jungfrau Gebärerin Jesu Christi ist, so ist sie die Mutter aller Christen, die sie ja am Kalvarienberg unter größten Qualen des Erlösers gebar; und ebenso ist Jesus Christus gleichsam der Erstgeborene der Christen, die ihm durch Annahme an Kindes Statt und die die Erlösung Brüder sind.

Daraus erwächst der Grund, warum der seligste Patriarch fühlt, dass ihm in einer besonderen Weise die Menge der Christen anvertraut ist, aus denen die Kirche besteht, nämlich diese unzählige und in allen Ländern verbreitete Familie, gegenüber der er, weil er der Mann Mariens und der Vater Jesu Christi ist, über beinahe väterliche Autorität verfügt. Es ist also natürlich und des seligen Josef überaus würdig, dass er, wie er einst die Familie zu Nazareth mit allen nötigen Mitteln aufs gewissenhafteste zu beschützen pflegt, so nun mit himmlischem Schutz die Kirche Christi behütet und verteidigt.(...)"

aus: Heinrich Denzinger,Kompendium der Glaubensbekenntnisse und der kirchlichen Lehrentscheidungen

Ganze Enzyklika hier


Gebet zum heiligen Petrus

Christus übergibt Petrus den Schlüssel zum Himmelreich
Pietro Perugino
Fresko in der Sixtinischen Kapelle (1480-82)
Simon Petrus, du Hirt der Herde Christi, Apostelfürst; dich kannte der Herr, bevor er dich vom Fischerkahn berief, und setze dich zum Herrscher über sein Volk; dir übergab er die Schlüssel des Himmelreiches, dich nannte er den Fels und baute auf dir seine Kirche; für dich hat er gebetet, dass dein Glaube nicht wanke; komm und stärke auch uns, deine Brüder! 
Du verstehst unsere Schwäche, denn du warst selber einmal kleingläubig, er aber gab dir seine gute und rettende Hand. 

Bitte für uns, dass auch wir die Hilfe des Herrn erfahren, wenn wir auf schwankenden Wogen in den Stürmen des Lebens den Mut verlieren. 

Und wenn wir das Unglück gehabt haben und den Herrn durch unsere Sünde verleugnet haben, dann bitte den Herrn, dass er auch uns einen Blick aus seinen erbarmenden Augen schenke, auf dass wir hingehen und unsere Schuld bitterlich beweinen. 
Du Schlüsselwart des Himmlischen Reiches, öffne auch uns die Türe zur ewigen Heimat! Amen.

aus: Gottesdienst - Gebet- und Gesangbuch für die Erzdiözese München und Freising, 1950

Dienstag, 12. März 2013

Zuerst wird der neue Papst mit dem Heiland sprechen, erst dann geht er auf den Balkon


Auf dem Weg zu seinem ersten öffentlichen Auftritt auf dem Balkon wird der neue Papst an der Paulinischen Kapelle vorbeikommen und wird dort Zeit für einige Minuten persönliche Anbetung des Heilands im Allerheiligsten Altarssakrament haben. Father Lombardi teilte am 11. März diese Änderung gegenüber früheren Papstwahlen mit. 

Die Cappella Paolina im Apostolischen Palast gilt als "die kleine Schwester" der Sixtinischen Kapelle und ist eine der drei Privatkapellen des Papstes.
Michelangelo hatte im Auftrag von Papst Paul III. den prächtigen Kirchenraum mit zwei riesigen Fresken ausgeschmückt. Die Motive sind: die Kreuzigung des Petrus sowie die Bekehrung des Paulus. Die Paulinische Kapelle ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. (Bild hier)

Warum wählen die Päpste einen neuen Namen und welche Namen werden am häufigsten gewählt?

Vor Papst Johannes II., dessen Geburtsname Mercurius war, behielten alle Päpste ihren Taufnamen. Nach Papst Johannes II., der von 533 bis 535 regierte, haben alle, die zum Papst gewählt wurden, für ihr Pontifikat einen anderen Namen gewählt.

Die am häufigsten gewählten Namen waren: 

Johannes (23), Gregor (16), Benedikt (16), Clement (14), Leo (13), Innozenz (12), Pius (12), Stephan (9), Urban (8), Alexander (7), Adrian (6), Paul (6), Sixtus (5), Martin (5), Nikolaus (5), Coelestin (5), Anastasius (4), und Honorius (4).

Video dazu hier

Dienstag, 26. Februar 2013

Einer der besten Fürsprecher bei Gott für das kommende Konklave

ist wohl der hl. Karl Borromäus. 


Der hl. Karl Borromäus
steht den Pestkranken bei
Bildquelle
Er hatte nicht nur maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse des Konzils von Trient, er hat auch in seiner Diözese Mailand, die er im Zustand völliger Verlotterung übernommen hatte, vor allem durch sein unglaublich perfektes Tugendbeispiel wieder Ordnung geschaffen. 
Seine Nächstenliebe ist legendär, als in seinem Erzbistum Mailand die Pest ausbrach, ging er selbst tagelang in die befallenen Viertel, um den Erkrankten als Priester beizustehen.

Zur Durchsetzung seiner Pläne zur Wiederherstellung der Kirchendisziplin schaffte er es, die fähigsten Männer um sich zu versammeln, die stolz waren, für ihn arbeiten zu dürfen und ihm bei der Ausführung halfen, er räumte in den Priesterseminaren auf, um dem damals verdorbenen Priesterstand durch neue würdige Glieder wieder Achtung und Ansehen zu verschaffen und war nicht zuletzt maßgeblich an der Wahl des in seinen Augen damals würdigsten Kardinals zum Papst beteiligt, der dann den Namen Pius V. trug und als bislang vorletzter Papst 1712 heiliggesprochen wurde. 

Bischof Michael Johann Sailer schildert den Einfluss des hl. Karl Borromäus so:

In dem Konklave hatte Borromäus den wirksamsten Einfluss. Durch ihn vorzüglich, und durch das Ansehen des Kardinal Farnese, ward Michael Ghisleri von Alexandra, den er nach seiner besten Überzeugung unter allen Wahlfähigen für den Weisesten und Frömmsten hielt, zum Haupte der Kirche erwählt. Der neue Papst nannte sich Pius V.

Ghisleri war bei dem Onkel des Borrmäus (des vorigen Papstes Pius IV.) in Ungnade gestanden und während seinem ganzen Pontifikate vom Hofe entfernt gewesen. Hätte also Borromäus nach den Grundsätzen der menschlichen Politik, oder nach irdischer Weisheit gehandelt: so hätte er ihn gerade deswegen verdrängen müssen, damit dem Neffen des Papstes nicht ein gleiches Schicksal widerführe. Allein Borromäus war über alle Nebenabsichten erhaben. 
Nach dem herzlichsten Gebet und reifer Erwägung aller Verhältnisse glaubte er, in dem verachteten Ghisleri den besten und würdigsten Oberhirten zu finden. Dem Würdigsten also, und keinem anderen, strebte er, die Regierung der Kirche zu übertragen.
Aus: Der heilige Karl Borromäus von Johann Michael Sailer, 1823

So verdanken wir also indirekt dem hl. Karl Borromäus auch noch die Rettung des Abendlandes vor den islamischen Eroberungsversuchen, die unter dem Pontifikat des weitsichtigen hl. Papst Pius V. in Lepanto vorläufig zum Stillstand kamen. 

Der zukünftige Papst, hoffentlich auch ein Heiliger, müsste vor allem den weltweiten Einfluss der UNESCO zum Stillstand bringen, die über die weltweite Ausbreitung des Islam ihre schützende Hand hält und zudem weltweit sehr geschickt alle nur möglichen Sünden gegen das sechste Gebot protegiert.  


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