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Montag, 19. Januar 2015

Papst Franziskus kennt nicht den Sinn des menschlichen Leidens

Papst Franziskus kann die elementarsten Grundzüge der katholischen Religion leider nicht beantworten, wie auf seiner letzten Reise deutlich wurde: nämlich die Frage, warum Gott das Leiden zulässt. 
Auf den Philippinen hatte ihn ein 12 jähriges Mädchen gefragt, warum Gott auch Kinder leiden lässt.

Dass er darauf nichts Rechtes sagen konnte, scheint sogar dem ihn seit knapp zwei Jahren nur bejubelnden ultra-progressiven National Catholic Reporter (NCR) diesmal nicht zu gefallen.

"Auf den Kern dieser Frage gibt es keine Antwort" sagte er dem Mädchen laut NCR und fügte eine 40minütige Betrachtung über die Natur des Leidens, der Liebe und des Dienens an, in der er zusätzliche Fragen aufwarf .
Philippinen: Papst Franziskus steht neben einem Kruzifix und
kann leider trotzdem nichts zum tieferen Sinn des Leidens sagen
Als wir noch nicht katholisch waren und auch noch Fernsehen geguckt haben, haben wir in den Nachrichten immer mit Missfallen die Predigten bei Trauerfeiern anlässlich größerer Unglücke in den Nachrichten angesehen. Dort fing ein Bischof die Predigt meist mit der Frage an: "Warum lässt Gott solches Unglück zu ?" 
Wer dann auf eine theologisch richtige Antwort vom Bischof, der es ja doch wissen sollte, gewartet hatte, wartete vergeblich. Meist kam etwas in dem Sinne: "Ich weiß es auch nicht." Man konnte oft schon froh sein, wenn nicht auch noch Gott beschuldigt wurde.

Durch kaum etwas kann man sich als Bischof in den Augen der Leute so entbehrlich machen, wie durch eine "Predigt" dieser Art. Gleichzeitig wird dadurch der Glauben als unlogisches und unnützes Zeugs hingestellt. der nicht mal auf Fragen, die jeden Menschen umtreiben, wie die nach dem Leiden, eine Antwort geben kann.

Da eigenartigerweise solche Priester, die den Menschen den Sinn des Leidens erklären könnten und wollten, in den heutigen Zeiten so gut wie nie zum Bischof ernannt werden, muss man sich schon fragen, was hier wohl los ist.


Wie Priester in besseren Zeiten den Menschen das Leiden erklärt haben: hier, hier, hier und hier


Sehr gute Predigten über das Leiden des Gottmenschen Jesus Christus und unser Leiden gibt es hier bei Prälat Prof. Georg May. 
Man sollte auch seine Predigten über Leiden des Heilandes Jesus Christus lesen, denn diese erklären auch unser Leiden. 
Denn: wenn der Sündenlose für die Sünder aus Liebe freiwillig den Kreuzestod erlitt, wie kann der Sünder denken, er müsse gar nichts mehr leiden, etwas muss auch er ertragen, um Gott seine Liebe zu beweisen und so einst in den Himmel zu kommen.

Früher wusste fast jeder Katholik, dass man mit geduldig ertragenem Leiden dem göttlichen Heiland, der aus Liebe zu uns den Kreuzestod auf sich genommen hat, seine eigene Liebe beweisen kann. Im Wohlleben "Herr, Herr" rufen kann jeder.

Wer sein Kreuz dem Heiland nicht nachtragen will, für den sieht es schlecht aus.
Es gab übrigens zu allen Zeiten auch heilige Kinder, die viel leiden mussten und die den Sinn des Leidens perfekt verstanden haben.

Und hier eine knappe Erklärung über das Leiden vom heiligen Kirchenlehrer Alphons Maria von Liguori:
Man muss leiden, so lautet das allgemeine Gesetz, und alle haben zu leiden, die Gerechten wie die Sünder, jeder hat sein Kreuz zu tragen. Wer es in Geduld trägt, wird gerettet, wer es in Ungeduld trägt, geht verloren. 
Dieselben Leiden und Prüfungen, sagt der heilige Augustinus, führen die einen in den Himmel und die anderen in die Hölle. 
Durch die Probe des Leidens, sagt derselbe Heilige, scheidet sich in der Kirche Gottes das Stroh vom Weizen: wer sich in Trübsalen demütigt und in den Willen Gottes ergibt, ist ein Weizenkorn für die Scheune des himmlischen Hausvaters, und wer sich hochmütig auflehnt, in Zorn gerät, und deshalb von Gott sich abwendet, ist Stroh für die Flammen der Hölle.
Aus: Hl. Alphons Maria von Liguori, Die Liebe zu Jesus Christus
Außerdem: Wenn man nicht an das Dogma des Sündenfalls glaubt, durch den die Erbsünde und damit das Leiden erst in die Welt gekommen ist, hat man mit der Erklärung des Leidens enorme Probleme. 

Man "braucht" dann nicht einmal mehr das Kreuzesopfer des Gottmenschen Jesus Christus, durch das auch das Leiden einen neuen Sinn bekommen hat

Dann schafft man noch den Opfergedanken aus der Heiligen Messe fort und schon wird gleich der ganze katholische Glaube komplett unverständlich. 

Nach einer kurzen Übergangszeit kann man schließlich alle problemlos nur noch mit "Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt" verbunden mit "Kampf für Menschenrechte" beschäftigen, weil sie jetzt glauben, das wäre der katholische Glaube. 

Fast alle sind dann UN-katholisch und wissen es nicht.
Ganz so, wie es seit über 50 Jahren passiert.


Nachtrag: Ich lese gerade, dass laut Independent die Frage des Mädchens noch anders formuliert war, als NCR es berichtet hatte. 

Wenn ich mal Zeit und vor allem die Nerven habe, gebe ich darauf eine umfassende Antwort, allerdings kommen die Päpste der letzten 6 Jahrzehnte dabei dann nicht gut weg. Denn dass es überbordende Prostitution und sogar Kinderprostitution gibt, ist eine Folge ihrer jahrzehntelangen Unterlassungen, die Leute zur Beachtung des 6. Gebotes anzuleiten und ihrer Komplizenschaft mit den UN, die solche Unmoral sogar schon in den Schulen verbreiten. 

Mittlerweile gibt es in den Schulen, die weltweit seit Jahrzehnten komplett unter UNESCO-Herrschaft stehen, Rollenspiele für 13jährige, in denen sie überlegen sollen, was man zu tun hat, wenn man ein Bordell leitet. Stand neulich in der FAZ.

Nachtrag II: Hier ist die Frage des Mädchens in einer weiteren Version. Es ist offensichtlich schwierig für die Weltpresse eine kurze Frage genau wiederzugeben.
Und hier eine deutsche Version, wiederum anders formuliert.

Nachtrag III: Im üblichen "Rückfluginterview" wiederholt Papst Franziskus noch einmal, dass es auf die Frage nach dem Leiden von Kindern keine Antwort gibt. Noch nicht einmal der "große Dostojewski" kannte eine! 

Dostojewski war übrigens nicht einmal katholisch, interessant bei wem der Papst nach theologischem Rat sucht.
This is what the girl said, what I said to her. She was the only one to ask that question to which there is no answer, why do children suffer?. The great Dostoyevsky asked himself this, and he could not answer. Why do children suffer?

http://americamagazine.org/content/dispatches/full-transcript-popes-press-conference-flight-manila


Sonntag, 7. Dezember 2014

Über die Versuchungen

Wodurch werden wir zur Sünde versucht?

Wir werden versucht und zu sündigen angereizt 
1. zunächst von innen, von unserer eigenen bösen Begierlichkeit, welche infolge der Erbsünde in uns sich befindet. 
Es ist die dreifache Begierlichkeit nach sinnlicher Lust, nach eitler Ehre, nach Gütern und Reichtümern dieser Welt. Infolgedessen finden wir uns angeregt zur Unmäßigkeit, zur Unkeuschheit, zu Zorn und Ungeduld, zu Hoffart und Stolz, zur Eigensucht, zu Geiz, Neid, Härte und Lieblosigkeit gegen den Nächsten usw. 

2. Wir werden versucht von außen durch die böse Welt, durch ihre schlechten Grundsätze, bösen Beispiele, schlechten Bücher und Bilder und Lustbarkeiten, durch ihre Pracht und ihr Wohlleben, durch ihren Spott und die Verfolgungen durch sie usw. 

3. Wir werden versucht vom Teufel, der wie herumgeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Der Teufel aber und die Welt versuchen uns nur dadurch, dass sie die in uns selbst liegende böse Begierlichkeit wecken und zur Sünde reizen. 

Die Hauptquelle aller Versuchungen ist also immer in uns selbst, wie der heilige Apostel Jakobus schreibt: „Jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird.“ (1,14.)

Alles aus einem Goffine


Mittwoch, 12. November 2014

Ist Kardinal Pell "rechtgläubig", der Adam und Eva als "Mythos" bezeichnet?

Dass Kardinal Pell, Mitglied des päpstlichen "C8-Kardinalsrates", als "rechtgläubig und traditionsverbunden" gilt, behauptet heute eine katholische Website.

Ist das so? Dass er so gilt, ist möglich. Ist er es auch? Leider nein, wie jeder durch die in einer Fernsehdebatte  
auf Video festgehaltenen Aussagen des Kardinals, die die Betreiber dieser Website scheinbar nicht kennen, leicht feststellen kann.

Kardinal Pell rechts, Richard Dawkins links
In einer "Fernseh-Diskussion" mit Richard Dawkins, in der Kardinal Pell übrigens ständig in der Defensive war, gab er tiefe Einblicke in seine "Theologie".

Er bezeichnete Adam und Eva als ausgeklügelte Mythologie und als religöse Geschichte für religiöse Zwecke und erklärte zudem, dass Atheisten in den Himmel kommen können und dass die Hölle wahrscheinlich leer ist. 

So jemand, ganz gleich ob Kardinal oder einfacher Laie, kann unmöglich als „rechtgläubig und traditionsverbunden“ bezeichnet werden. 
Jemand, der wie Kardinal Pell aus den katholischen, d. i. von Gott geoffenbarten Glaubenswahrheiten auswählt, was er glauben will und was nicht, wird korrekt als Häretiker (mit den Unterscheidungen materiell und formell) bezeichnet.

Wenn Adam und Eva ein Mythos sind, dann hat es keine Erbsünde gegeben, die einen gottmenschlichen Erlöser erforderlich macht. 
Es braucht dann auch keine von der Erbsünde unbefleckt empfangene Gottesmutter, die als Einzige dem göttlichen Erlöser eine solche menschliche Natur geben kann, über die der Teufel niemals Macht hatte.

Ohne Adam und Eva und die von ihnen an alle Menschen weitergegebene Erbsünde bricht das ganze katholische Glaubensgebäude komplett zusammen. Das begriff sogar Richard Dawkins, der den Kardinal fragte, woher dann die Erbsünde komme, wenn Adam und Eva ein Mythos wären. Worauf der Kardinal schwieg!

Dass die meisten Leute heutzutage die katholische Kirche und den Glauben für komplett entbehrlich halten, kommt daher, dass keiner mehr an die real existierende Erbsünde glaubt, von der nur die Taufe "reinwaschen" kann.

Ein guter Artikel zu den Äußerungen des Kardinals ist hier mit Video, worin der Kardinal in der Diskussion mit Herrn Dawkins seine „Weisheiten“ von sich gibt.

Siehe auch:
Kein Verständnis der „unbefleckten Empfängnis Mariens“ ohne Verständnis der Erbsünde
und
Die ersten Menschen Adam und Eva und die Erbsünde - Gedächtnistag 24. Dezember
und 
Warum wurde Gott ein Mensch?
und
Rechtgläubiges und traditionsverbundenes zu Erbsünde und Taufe:

1.3.1987: Die Lage der Schöpfung nach dem Sündenfall ...
1. März 1987 ... Die Tatsache der Erbsünde, der Erbschuld, wird uns bezeugt vom heiligen Apostel Paulus im 5. Kapitel des Römerbriefes. Da heißt es in Vers ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/198702/19870301/

24.12.1989: Die Erbsünde | Glaubenswahrheit.org: Predigten von...
24. Dez. 1989 ... Die Erbsünde. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Geliebte im Herrn! „Es geht ein allgemeines Weinen, ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/1989/19891224/

7.10.1990: Der Tod als Folge der Erbsünde | Glaubenswahrheit.org ...
7. Okt. 1990 ... Sie wirken sich aus, weil die Erbsünde die Menschen für den Tod bereitet hat. „ Der Tod ist der Sold der Sünde“, sagt der Apostel Paulus.
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/199003/19901007/

Die Freiheit Mariens von der Erbsünde - Glaubenswahrheit.org
12. Mai 1996 ... Die Auserwählung und Weihung Mariens durch Gott drückt sich in wenigen Tatsachen deutlicher aus als in ihrer Freiheit von der Erbsündeund ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/1996/19960512/

25.3.2001: Das Taufsakrament | Glaubenswahrheit.org: Predigten...
25. März 2001 ... In Deutschland gibt es Millionen, die nicht wissen, was dieTaufe beinhaltet, und auch deren Zahl nimmt zu. In Deutschland gibt es kirchliche ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010325/

27.3.2011: Die heilbringende Wirkung der Taufe | Glaubenswahrheit ...
27. März 2011 ... Die Taufe ist das notwendigste Sakrament. Sie ist notwendig, um das Heil zu gewinnen; denn der Herr hat zu Nikodemus gesagt: „Wenn ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2011/20110327/

24.6.2001: Die Heilsnotwendigkeit der Taufe | Glaubenswahrheit...
24. Juni 2001 ... Die Taufe ist nach göttlicher Anordnung zum Heile notwendig. Die Kirche hat sich in ihren Glaubensbekenntnissen und in den konziliaren ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2001/20010624/

20.3.2011: Wiedergeburt im Sakrament der Taufe ...
20. März 2011 ... Die Taufe ist das Sakrament, das durch Abwaschung mit Wasser unter Anrufung der Dreifaltigkeit die übernatürliche Wiedergeburt, Heiligung ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2011/20110320/

5.2.2006: Das Sakrament der Taufe | Glaubenswahrheit.org ...
5. Febr. 2006 ... Das gilt auch für das erste und wichtigste Sakrament, für dieTaufe. Die Taufe ist 1. die Tilgung der Sünde, 2. die Begabung mit dem Heiligen ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200602/20060205/

24.7.2011: Taufe – Sakrament der Begnadung und des Heils ...
24. Juli 2011 ... Es zeigte eine Familie die Geburt und Taufe ihrer Tochter Mathilde an, am 7 Juli geboren, am 16. Juli getauft. Und der kundige Vater hatte über ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2011/20110724/

Das äußere Zeichen des Taufsakramentes - Glaubenswahrheit.org
13. Mai 2001 ... Und tatsächlich: Abwaschung und Anrufung der Dreifaltigkeit, das macht das äußere Zeichen der Taufe aus, das ist Materie und Form des ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010513/

Über Spender und Empfänger der Taufe - Glaubenswahrheit.org
1. Juli 2001 ... An mehreren Sonntagen hatten wir über das Sakrament derTaufe nachgedacht. Sie ist ja die Tür zu der sakramentalen Welt. Niemand kann ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010701/



Donnerstag, 24. Juli 2014

Über die heilige Taufe und den Taufbund

(passende Heiligenlegende der hl. Christina hier.)

Die heilige Christina war bei ihrem Martertod nur 12 Jahre alt, aber sie selbst hielt sich für ein unschuldiges Kind von einem Jahr, weil sie nämlich erst ein Jahr seit ihrer heiligen Taufe vergangen war. 
Die heilige Taufe nennt Jesus Christus eine Wiedergeburt, denn da wird der Mensch erst für Gott geboren und eine neue Kreatur; erst von der Taufe an beginnt der Mensch wahrhaft zu leben.

Vor der Taufe ist der Mensch ein Kind des Zornes Gottes, d. h. ohne die Freundschaft und das Wohlgefallen Gottes, ohne Anspruch auf den Himmel und die Erbschaft Gottes, ein Sklave des Satans und der Sünde, jener Sünde nämlich, die der erste Mensch begangen und jeder Mensch, der in die Welt kommt, mit ihren traurigen Folgen geerbt hat. 


Der neugeborene Mensch muss vom Grunde aus gebessert, umgewandelt, zu einer neuen Kreatur umgeschaffen werden, und dies geschieht durch die heilige Taufe, welche Jesus Christus eingesetzt und an die Spitze aller heiligen Sakramente gestellt hat, weil man ohne Taufe kein anderes Sakrament empfangen und in das Reich Gottes eingehen kann, denn also sprach Jesus:
Wer nicht aus dem Wasser und aus dem heiligen Geiste wiedergeboren ist, der kann nicht eingehen in das Reich Gottes," und zu den Aposteln sagte er: "Gehet hin und lehret alleVölker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.

Aus diesen Worten erhellt also, dass die Taufe ein Sakrament ist, in welchem der Mensch durch das Wasser und das Wort Gottes von aller Sünde gereinigt und in Christo als ein neues Geschöpf zum ewigen Leben wiedergeboren und geheiligt wird. 

Es geschieht aber die Taufe durch das Wasser und Wort Gottes, weil nämlich Wasser über das Haupt oder über den Körper dessen, der getauft wird, ausgegossen werden muss mit den Worten: „Ego te baptizo in nomine Patris et Filio et Spiritus Sancti." - "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes." 
Die heilige Taufe spendet der Priester; im Notfall kann jederman taufen, er muss aber dabei die Meinung (Intention) haben, zu tun, was Christus oder die Kirche angeordnet hat.

Wird ein unmündiges Kind getauft, so wird es von der Erbsünde gereinigt und zu einem Kinde Gottes, zu einem Erben des Himmels umgewandelt. Wird ein erwachsener Mensch, ein Jude oder Heide getauft, so werden ihm die Erbsünde und alle seine begangenen Sünden und ebenso alle zeitlichen und ewigen Strafen nachgelassen. 
Das Herz des Getauften wird ein Tempel des heiligen Geistes, der Sitz der göttlichen Tugenden und der Satan hat keinen Teil mehr an demselben. Wie Adam vor der Sünde heilig und gerecht war, so auch der Mensch nach der Taufe, seine Seele ist mit dem Kleide der Unschuld geziert und trägt Gottes Ebenbild an sich. 

Gott und der Mensch schließen in der Taufe einen heiligen Bund. Gott gibt nämlich dem Täufling die Versicherung, dass alle die Gnaden und Vorzüge, die er in der Taufe empfing, nicht von ihm genommen werden, dass er ihn also jederzeit als ein auserwähltes Kind seiner Gnade ansehen, ihn als sein Gnadenkind segnen, ihn schützen und ihm sein ewiges Reich zum Erbteil geben wolle. 

Dafür verlangt Gott von dem Täufling, dass er dem Teufel, aller seiner Pracht und allen seinen Werken entsagen wolle; d. h. dass er sein Herz von der Welt immer mehr losreißen und frei bewahren wolle von der dreifachen bösen Lust, welche der Teufel den Menschen eingepflanzt hat (Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens) und durch die er sie dahin bringt, dass sie seine Werke, nämlich die Sünde, vollbringen. 

Außerdem verlangt Gott, dass der Täufling lebendig und standhaft an den dreieinigen Gott und an alles glaube, was er durch seine heilige katholische Kirche zu glauben vorstellt. Gott verspricht also dem Täufling Gnade über Gnade, und der Täufling verspricht ihm Treue bis zum Tode. 
Ein heiliger Bund ist dies; Gott hält ihn gewiss; wohl dir, christliche Seele, wenn auch du ihn hältst!

Aber frage dich, frage dich ernstlich: Habe ich meinen Taufbund bis zur Stunde gehalten, habe ich meine Taufunschuld bewahrt?

— Sobald du die erste schwere Sünde begehst, hast du den heiligen Bund gebrochen! Sieh, wie die heilige Christina bis aufs Blut gekämpft, wie hoch sie den heiligen Taufbund geschätzt, wie treu sie ihn gehalten hat!

Als kleines Kind hast du von diesem heiligen Taufbund nichts gewusst; dein Taufpate hat ihn in seinem Namen mit Gott geschlossen; jetzt kennst du die hohe Bedeutung dieses Bundes, erneuere ihn deshalb und bereue es tief, wenn du ihn nicht treu gehalten hast. 


Ich will dir eine schöne Weise der Erneuerung des Taufbundes hierher setzen, welche du dem Jahrestag deiner heiligen Taufe, an deinem Namenstag, nach der Beichte und nach der heiligen Kommunion verrichten mögest:

Erneuerung des Taufbundes.
Ich glaube an Gott den Vater, an Gott den Sohn, an Gott den Heiligen Geist. Ich glaube alles, was die heilige katholische Kirche zu glauben vorstellt. In diesem allein seligmachenden Glauben will ich leben und sterben. 
Ich widersage, wie ich in der heiligen Taufe widersagt habe, dem Satan, der Sünde, allen Verführungen und Gelegenheiten zum Bösen. 
Ich gelobe dir, o mein Gott, aufs neue, alle Gebote, die Du entweder selbst oder durch Deine Kirche gegeben hast, zu halten, Dich allzeit und über alles zu lieben und alle Menschen wie mich selbst. 
Bewahre mich, o mein Gott, vor aller Sünde, stärke mich im Guten bis zum Ende, damit ich das Kleid der Gnade, welches ich in der heiligen Taufe empfangen habe, einst unbefleckt vor Deinen Richterstuhl bringe und das ewige Leben erlange. 
Amen.

Alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Siehe auch:
Predigten über die Taufe

27.3.2011: Die heilbringende Wirkung der Taufe | Glaubenswahrheit ...
27. März 2011 ... Die Taufe ist das notwendigste Sakrament. Sie ist notwendig, um das Heil zu gewinnen; denn der Herr hat zu Nikodemus gesagt: „Wenn ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2011/20110327/

20.3.2011: Wiedergeburt im Sakrament der Taufe ...
20. März 2011 ... Die Taufe ist das Sakrament, das durch Abwaschung mit Wasser unter Anrufung der Dreifaltigkeit die übernatürliche Wiedergeburt, Heiligung ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2011/20110320/

Über Spender und Empfänger der Taufe - Glaubenswahrheit.org
1. Juli 2001 ... An mehreren Sonntagen hatten wir über das Sakrament der Taufenachgedacht. Sie ist ja die Tür zu der sakramentalen Welt. Niemand kann ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010701/

24.7.2011: Taufe – Sakrament der Begnadung und des Heils ...
24. Juli 2011 ... Es zeigte eine Familie die Geburt und Taufe ihrer Tochter Mathilde an, am 7 Juli geboren, am 16. Juli getauft. Und der kundige Vater hatte über ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2011/20110724/

Die Heilsnotwendigkeit der Taufe - Glaubenswahrheit.org
24. Juni 2001 ... Die Taufe ist nach göttlicher Anordnung zum Heile notwendig. Die Kirche hat sich in ihren Glaubensbekenntnissen und in den konziliaren ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/2001/20010624/

5.2.2006: Das Sakrament der Taufe | Glaubenswahrheit.org ...
5. Febr. 2006 ... Das gilt auch für das erste und wichtigste Sakrament, für dieTaufe. Die Taufe ist 1. die Tilgung der Sünde, 2. die Begabung mit dem Heiligen ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200602/20060205/

25.3.2001: Das Taufsakrament | Glaubenswahrheit.org: Predigten...
25. März 2001 ... In Deutschland gibt es Millionen, die nicht wissen, was dieTaufe beinhaltet, und auch deren Zahl nimmt zu. In Deutschland gibt es kirchliche ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010325/

Das äußere Zeichen des Taufsakramentes - Glaubenswahrheit.org
13. Mai 2001 ... Und tatsächlich: Abwaschung und Anrufung der Dreifaltigkeit, das macht das äußere Zeichen der Taufe aus, das ist Materie und Form des ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010513/



Die Wirkungen des Taufsakramentes - Glaubenswahrheit.org
20. Mai 2001 ... Denn die Taufe ist eine Abwaschung, und was äußerlich geschieht, das wird innerlich bewirkt, nämlich: Die Taufe reinigt von den Sünden, ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010520/


27.5.2001: Der Taufcharakter | Glaubenswahrheit.org: Predigten von ...
27. Mai 2001 ... Die Taufe prägt dem Menschen das Christusmerkmal ein. Der Getaufte ist durch dieses Merkmal von jedem Nichtgetauften unterschieden.
www.glaubenswahrheit.org/predigten/reihen/200101/20010527/

20.6.2004: Die Lüge von der „gemeinsamen“ Taufe ...
20. Juni 2004 ... So sagen uns die Ökumeniker. Wir haben am vergangenen Sonntag gesehen, dass diese Behauptung nicht zutrifft. „Aber die Taufe haben wir ...
www.glaubenswahrheit.org/predigten/themen/...und.../20040620/

Sonntag, 8. Dezember 2013

Kein Verständnis der „unbefleckten Empfängnis Mariens“ ohne Verständnis der Erbsünde

Die Erbsünde entstand als Folge des Sündenfalls von Adam und Eva und mit ihr kam der Ver­lust der über­na­tür­li­chen Gott­eben­bild­lich­keit.  Daher wird der Mensch nicht in dem Zustand der heiligmachenden Gnade geboren, den Gott dem ersten Menschenpaar Adam und Eva sozusagen als "Grundausstattung" geschenkt hatte:
Er gab ihm zu der natür­li­chen eine über­na­tür­li­che Gottähn­lich­keit. Er wollte, dass der Mensch in sein inne­res Leben hin­ein­ge­zo­gen wird, dass er nicht nur nach sei­nem Kör­per und sei­nem Geist Gott ähn­lich ist, son­dern dass er auch das gött­li­che Leben in sich trüge, das gött­li­che Leben, das wir die hei­lig­ma­chende Gnade nen­nen. So hat Gott den ers­ten Men­schen auch ver­ähn­licht in sei­ner inne­ren Befind­lich­keit. Er hat die geschaf­fene hei­lig­ma­chende Gnade in seine Seele ein­ge­gos­sen. 
Und mit der Gnade kam deren Begleit­schaft, die gött­li­chen Tugen­den Glaube, Hoff­nung, Liebe, die Anlage, sitt­li­che Tugen­den zu erwer­ben. Es kamen die sie­ben Gaben des Hei­li­gen Geis­tes, und so war der Mensch in einer wun­der­ba­ren Weise aus­ge­stat­tet." (Quelle)
Im Zustand der Gna­den­lo­sig­keit geboren zu werden, das ist das Wesen der Erb­sünde. Die Erb­sünde im stren­gen Sinne ist beschränkt auf den Zustand der Gna­den­lo­sig­keit.

Die allerseligste Jungfrau Maria hingegen ist von jeder Makel der Erbsünde frei - d.h. unbefleckt - geblieben und wurde "gratia plena", d.h. "voll der Gnade" empfangen und geboren, ganz im Gegensatz zu jedem von uns:


"Die Aus­er­wäh­lung und Wei­hung Mari­ens durch Gott drückt sich in weni­gen Tat­sa­chen deut­li­cher aus als in ihrer Frei­heit von der Erb­sünde und von der unge­ord­ne­ten Begier­lich­keit. Es ist ein Glau­bens­satz unse­rer Kir­che: 
„Maria ist im ers­ten Augen­blick ihres Daseins durch eine beson­dere Gnade des all­mäch­ti­gen Got­tes im Hin­blick auf die Ver­dienste Christi, des Erlö­sers, von jeder Makel der Erb­sünde frei geblie­ben.“ 
Die­ser Glau­bens­satz wurde von Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 ver­kün­det. Seit­dem fei­ern wir am 8. Dezember das Fest der Unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis. 
Der Text der päpst­li­chen Defi­ni­tion vom 8. Dezember 1854 lau­tet fol­gen­der­ma­ßen: 
„Zur Ehre der hei­li­gen, unge­teil­ten Drei­fal­tig­keit, zur Zierde und Ver­herr­li­chung der jung­fräu­li­chen Got­tes­ge­bä­re­rin, zur Erhö­hung des katho­li­schen Glau­bens und zum Wachs­tum der christ­li­chen Reli­gion erklä­ren, ver­kün­den und bestim­men Wir in Voll­macht unse­res Herrn Jesus Chris­tus, der seli­gen Apos­tel Petrus und Pau­lus und in Unse­rer eige­nen: 
Die Lehre, daß die seligste Jung­frau Maria im ers­ten Augen­blick ihrer Emp­fäng­nis durch ein­zig­ar­ti­ges Gna­den­ge­schenk und Vor­recht des all­mäch­ti­gen Got­tes im Hin­blick auf die Ver­dienste Christi Jesu, des Erlö­sers des Men­schen­ge­schlech­tes, von jedem Fehl der Erb­sünde rein bewahrt blieb, ist von Gott geof­fen­bart und des­halb von allen Gläu­bi­gen fest und stand­haft zu glau­ben.“
Wenn man diese Glau­bens­wahr­heit ver­ste­hen will, muß man sich erst ein­mal klar­ma­chen, was die Erb­sünde ist und wel­ches die Fol­gen der Erb­sünde sind.(...)"
und 
Die Lage der Schöp­fung nach dem Sün­den­fall
und
Die Erbsünde
und
Der Ver­lust der über­na­tür­li­chen Gott­eben­bild­lich­keit
und
Der Tod als Folge der Erb­sünde
und 

Der Sündenfall - Grundursache allen Elends auf der Welt

Adam und Eva im Garten Eden
Bildquelle
Der Teufel hat hart, wenn man sich heutzutage umschaut, offensichtlich sogar sehr hart daran gearbeitet, um die Tatsache des Sündenfalls des ersten Menschenpaares Adam und Eva sogar bei den Katholiken vergessen zu machen, denn wenn es keinen Sündenfall gab, dann braucht der Mensch auch keinen Heilsplan Gottes, und damit auch keinen gottmenschlichen Erlöser Jesus Christus, dem er Dank und Liebe schulden würde.

Der Sündenfall



"(...) Was ist Römer 5,12 zu lesen? „Durch einen Men­schen ist die Sünde in die Welt gekom­men und durch die Sünde der Tod und ist auf alle Men­schen über­ge­gan­gen, weil alle in dem einen gesün­digt haben.“ Hier haben Sie die ganze Lehre von der Erb­sünde in einem ein­zi­gen Satz von Pau­lus aus­ge­drückt: „Durch einen Men­schen ist die Sünde in die Welt gekom­men und durch die Sünde der Tod und ist auf alle Men­schen über­ge­gan­gen, weil alle in dem einen gesün­digt haben.“ 

Die Erfah­rung zeigt uns die Wirk­lich­keit der Erb­sünde; das viele Elend der Welt lehrt uns, dass die Erde kein Para­dies mehr ist. Weil der Ver­stand geschwächt ist, ver­ste­hen die Men­schen ein­an­der nicht und strei­ten mit­ein­an­der im eige­nen Haus. Die Völ­ker wol­len die Rechte der ande­ren nicht ein­se­hen und ste­hen gegen­ein­an­der in Kampf und Krieg. Die Gelehr­ten for­schen und stre­ben und gehen doch immer wie­der Irr­wege. Kom­mende stür­zen um, was Vor­her­ge­hende auf­ge­fun­den haben. 

Weil der Wille geschwächt ist, tritt die Lei­den­schaft die Herr­schaft an und tri­um­phiert mit ihrer Gewalt über das Recht und über die Frei­heit, Skla­ve­rei im Men­schen, so dass er oft dem Tiere gleicht. 
Erst das Dogma von der Erb­sünde gibt uns den Blick frei auf die wirk­li­che Lage des Men­schen. Und dann die Krank­hei­ten und der Tod, die Natur­ka­ta­stro­phen und die aus mensch­li­cher Bos­heit stam­men­den Zusam­men­brü­che. Die Kran­ken­häu­ser, die Irren­an­stal­ten und die Zucht­häu­ser, die Grä­ber der Fried­höfe ver­kün­den es mit lau­ter Spra­che: Das Para­dies ist ver­lo­ren, und die Sünde herrscht in der Welt.

Einer der Gro­ßen im Rei­che des Geis­tes, der fran­zö­si­sche Mathe­ma­ti­ker und Phi­lo­soph Blaise Pas­cal, hat einen der schöns­ten Kom­men­tare zu die­ser Wirk­lich­keit geschrie­ben. 
Da heißt es: „Ich für meine Per­son muss geste­hen. Sobald die christ­li­che Reli­gion mir die Lehre vom Sün­den­fall erklärte, gin­gen mir die Augen auf, und ich sah über­all die Merk­male die­ser Wahr­heit. Denn die ganze Welt pre­digt von einem ver­lo­re­nen Gott und von einer gefal­le­nen Natur inner­halb und außer­halb des Men­schen.“ 
Wahr­haf­tig, meine lie­ben Freunde: Es geht ein all­ge­mei­nes Wei­nen, soweit die stil­len Sterne schei­nen, durch alle Fasern der Natur. Adam, was hast du getan! Eva, was hast du ange­rich­tet!"
Zitat aus der Predigt: Der Ver­lust der über­na­tür­li­chen Gott­eben­bild­lich­keit

Der Heilsplan Gottes



Der verheißene Erlöser Jesus Christus ist geboren:
Und das Wort ist Fleisch geworden...



Donnerstag, 21. November 2013

Wie die Leiden in die Welt gekommen sind und warum sie immer noch bestehen

Fortsetzung von hier
Woher aber dieses Heer von Leiden und Trübsalen, welche uns bedrücken, uns das Leben verbittern und fast unerträglich machen? Sind sie von Gott, unserem Schöpfer und gütigsten Vater?

„Er ist ja die Liebe.“ (1. Joh. 4,8) „Er hat kein Wohlgefallen an den Leiden seiner Kinder. Er hat den Menschen gut, heilig und gerecht erschaffen, und der Mensch lebte im irdischen Paradiese,“ sagt der hl. Augustinus (de civ. Dei I.), „wie er wollte, so lange er wollte, was Gott geboten hatte
, Speise war da, damit er keinen Hunger, Trank war da, damit er keinen Durst leide; der Baum des Lebens war da, damit das Altern ihn nicht auflöse. Keine Krankheit von innen, kein Stoß von außen war zu fürchten. Die höchste Gesundheit im Körper, die höchste Ruhe in der ganzen Seele. Keine Erschöpfung ermüdete ihn, und kein Schlaf belästigte ihn wider Willen.“
Kurz, kein Übel sollte den Menschen drücken, er sollte den Tod nicht kosten und aus dem Zustande des irdischen Glückes zum Genusse einer vollkommenen Seligkeit übergehen.

Jedoch, der Mensch wählte sich eigenwillig und freiwillig die Sünde, und aus der Sünde flossen und fließen immer noch wie aus einer unversiegbaren Quelle alle Leiden und Mühseligkeiten, jedwede Trübsal, Not und Tod. 

Nicht Gott ist ihr Urheber, der Mensch hat sie verschuldet; und wenn es in der Schrift heißt (Sir. 11,14.): „Glück und Unglück, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommt von Gott“, so ist es die Sünde, die dem lieben Gott die Zuchtrute der Leiden in die Hand gedrückt hat, womit er die Menschheit heimsucht; die nun büßen muss für die ehedem begangenen Frevel und Sühnung hierfür leisten muss bis zum Ende ihrer Tage.

Aber eben diese Zuchtrute der Leiden und Trübsale, welche Gott der Herr über uns schwingt, sind ein Zeichen seiner großen Güte; denn „wen Gott lieb hat, den züchtigt er.“ (Hebr. 6,13.) „Deine Schläge, o Gott“, ruft der hl. Ephrem aus, „sind voll der Liebe; in Deiner Rache glüht Barmherzigkeit, wegen deiner Liebe siehst Du bei Deinen Str
afen nur auf das Heil der Menschen. Deine Zuchtruten sind vom Baume der Barmherzigkeit abgeschnitten.“ Und der hl. Petrus Damianus schreibt: „O wie preiswürdig ist die Göttliche Vorsehung! Sie züchtigt die Ihrigen um sie der ewigen Züchtigung zu entziehen; sie drückt; um zu erheben; sie schneidet, um zu heilen; sie beugt, um zu erhöhen.“

Gott ist die Liebe; mit ewiger Liebe lieb’ ich dich“, spricht er (Jerem, 31,3). Diese Liebe bewog ihn, uns zu erschaffen; diese Liebe bewog ihn, uns seinen geliebten Sohn zu schenken und in dessen Blute uns zu erlösen; diese Liebe bewegt ihn, uns all seiner Seligkeit einst teilhaftig zu machen; aber nur unter der Bedingung, dass wir leiden. 

Es führt kein anderer Weg zum Himmel als der Kreuzweg, den Jesus der Sohn Gottes, selbst gegangen. Auch er musste leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen. (Luk. 24,26.) Den gleichen Weg des Kreuzes musste auch seine geliebte Mutter, mussten die Apostel, seine Freunde, wandeln; den gleichen Weg wandelten die Heiligen. 

„Kein anderer Schlüssel öffnet die Türe des Himmels, als der Kreuzesschlüssel; über keine andere Brücke gelangst du in das himmlische Paradies, als über die Brücke des Kreuzes!“ „Trübsale, Versuchungen, Beschwerden, Krankheiten und alle Widerwärtigkeiten werden uns aus keiner anderen Ursache zugeschickt“, sagt die hl. Katharina von Siena, „als zu unserem Heile.“ „Leiden ist der beschwerlichste, aber sicherste Weg zu Gott; darum soll das Kreuz unser Trost und unsere Freude sein“, sagt die hl. Theresia von Avila. 
„Das Kreuz ist die wahre Pforte, durch die man in den Tempel der Heiligkeit eintritt. Es ist nicht möglich, dieselbe auf einem anderen Weg zu finden“, sind die Worte des hl. Franz von Sales.

Alles aus Leidensblumen aus dem Garten der Heiligen, Ein Exempel-und Erbauungsbuch für alle Betrübten und Leidenden, herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abensberg

Nächste Folge: die drei Gründe, warum Gott Leiden schickt und zulässt.

Montag, 24. Dezember 2012

Die ersten Menschen Adam und Eva und die Erbsünde - Gedächtnistag 24. Dezember

Adam und Eva: durch erfolgreiche, jahrzehntelange "Evolutions"-Propaganda der Materialisten selbst unter Katholiken fast vergessen (wenigstens die Mönche von Papastronsay weisen heute in der Sidebar darauf hin), weil ins Lächerliche, "Unwissenschaftliche", gezogen, aber trotzdem ewig wahres erstes Menschenpaar:

"Nicht ohne tiefe Bedeutung feiert die heilige katholische Kirche den Gedächtnistag der ersten Menschen am Vorabend des Christtages.
Adam und Eva haben die Sünde in die Welt gebracht, Christus, der zweite Adam, hat sie wieder hinweg genommen; Adam ist der Stammvater des durch die Sünde verderbten Menschengeschlechtes, Christus der zweite Adam, ist der Stammvater des in seinem Blute gereinigten und geheiligten Geschlechtes. 
Adam und Eva haben uns durch ihre Sünde den Himmel verschlossen. Christus hat ihn wieder geöffnet. Adam und Christus stehen daher mit Recht beisammen. Alle Menschen, von Adam angefangen bis zum letztgeborenen Kind, empfangen allein von Christus das Heil.

Vernimm nun, lieber Leser, die Geschichte der ersten Menschen, wie sie uns Moses, vom Geiste Gottes erleuchtet und belehrt, erzählt.
weiter HIER
Vertreibung von Adam und Eva
Aureliano Milani
"Diese Lehre der heiligen Schrift, dass alle Menschen in Adam sündigten, alle Menschen seine Sünde erbten, und mit dieser Sünde auch den Tod, diese Lehre finden wir bei den ältesten Völkern der Erde, und die traurige Erfahrung in uns selbst bestätigt sie

Denn woher kommt in uns die unbegreifliche Vermischung von guten Neigungen und bösen Begierden, von Hoheit und Gemeinheit, von Wahrheit und Irrtum, von Tugend und Laster, die sich in uns von Kindheit an zeigen ? Woher der beständige Kampf in uns zwischen gut und böse? Gott hat ja alles gut, also auch den Menschen gut erschaffen! — Ja, die Sünde hat den Menschen verderbt und ihn von seiner Hoheit herabgestürzt. 

Doch Gott, der gerecht und barmherzig zugleich ist, hat sich der gefallenen Menschheit erbarmt; er hat den Erlöser, seinen eingebornen Sohn, der sich zum Sühnopfer für die sündige Menschheit anbot, und dessen Sendung er im Paradiese den ersten Menschen schon verheißen, wirklich gesendet. 
Und dieser Erlöser, Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit, hat durch seine Menschwerdung, durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz die Sünde gebüßt, den Tod besiegt, das Urteil der Verdammnis hinweg genommen. 

Alle, die im alten Bunde von Adam an, an ihn, den verheißenen Erlöser, glaubten, und die Gebote Gottes hielten, wurden gerettet, und alle, die, seitdem der Erlöser wirklich gekommen, an ihn glauben, die Taufe empfangen, die Gebote halten und die verordneten Gnadenmittel gebrauchen, werden gerettet und selig. Jesus Christus hat wieder alles gut gemacht! 

Freue dich daher, mein Christ, heute am Vorabende der gnadenreichen Geburt des göttlichen Heilandes über die unaussprechliche Huld und Gnade Gottes, die in Christo erschienen ist, danke Gott herzinniglich für die Geburt des Erlösers, und bitte ihn, er möge die unendlichen Verdienste seines Sohnes an deiner armen Seele nicht verloren gehen lassen. 
Gebet. O mein Gott! der du lauter Liebe bist, ich bete deine Gerechtigkeit an und segne deine Barmherzigkeit, die du in der Strafe und Sühnung der Erbsünde gezeigt hast; ich danke dir von ganzem Herzen für das Verspreche und die Sendung eines Heilandes. Gib mir nur die Gnade, seine unendlichen Verdienste wohl zu gebrauchen, um der ewigen Seligkeit theilhaftig zu werden. Amen."
Alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Samstag, 8. Dezember 2012

Welche Ehrentitel die hl. Kirchenväter und Kirchenlehrer der Unbefleckten Empfängnis gaben

Maria, die "neue" Eva,
auch ohne Erbsünde geschaffen,
wie jene,
jedoch Gott vollkommen gehorsam
siehe auch hier
Die Feier dieses Festes beruht auf einer doppelten Freude des katholischen Volkes: erstens, über den Augenblick, wo die heilige Mutter Anna aus besonderer Gnade Gottes in ihrem hohen Alter die allerseligste Jungfrau und Mutter unseres Herrn Jesu Christi empfangen hat; zweitens, dass die heilige Mutter Anna nicht bloß die allerseligste Jungfrau empfangen, sondern dass dieselbe auch unbefleckt, das heißt, frei vom Makel der Erbsünde empfangen hat. 

Schon seit den Zeiten der ersten Christen bildete sich unter den Gläubigen, in deren Herzen eine besondere Liebe und Verehrung zur heiligsten Jungfrau glühte, die fromme Meinung, dass Maria niemals von der Makel der Erbsünde befleckt worden, wie alle übrigen Menschen. 

Sie konnten sich nicht denken, dass die Empfängnis derjenigen, welche Mutter des Sohnes Gottes werden sollte, je von der Sünde befleckt worden sei, dass die hoch begnadigte Jungfrau, welche auserwählt war, der Schlange den Kopf zu zertreten, jemals nur einen Augenblick unter der Gewalt des Teufels gestanden habe. Dieser Meinung huldigten die gelehrtesten und frömmsten Männer schon in den ersten Zeiten der Kirche. 

Die heiligen Kirchenväter und Kirchenlehrer geben der allerseligsten Jungfrau in Bezug auf ihre ganz sündenreine, makellose, unbefleckt Empfängnis die allerschönsten Ehrentitel und sprechen von ihr in den erhabensten Ausdrücken

Sie nennen sie
Ganz unbefleckt und ohne Makel, durchaus unberührt, vollkommen unverletzt, — gänzlich unversehrt, durchaus unverderbt! 
Die allerreinste Jungfrau, die heilige, unbefleckte und unversehrte Maria!  Die Makellose, die Unberührte, die Schuldlose, die Unschuldige, die Reine, die Schöne; die Schönheit der Unschuld, die unschuldigste Wohnung der Unschuld, das Fundament der Heiligkeit, zehntausendfältig rein, über unschuldig, ganz und gar über unschuldig, alles Lob, alle Glorie, alles Wunderbare übersteigend. — 

Sie vergleichen sie mit den übrigen heiligen Menschen und sagen von ihr: 
Sie sei heiliger als die Heiligen, als die Patriarchen, als die Propheten, als die Apostel, die erste und die allererste unter den Heiligen; erhabener, schöner, strahlender, geheiligter als die Engel, reiner als die Cherubim und Seraphim, ausgezeichnete, reiner, heiliger, unschuldiger, glorreicher als alles, was geschaffen ist.

Sie nennen sie die Heiligkeit selbst, die Reinheit selbst, die Schönheit selbst, reiner als die Reinheit, schöner als die Schönheit, heiliger als die Heiligen, so rein, dass sich ihre Unschuld mit dem Verstand nicht fassen, noch durch Worte würdig genug ausdrücken läßt. 

Sie nennen sie ferner: Fülle des Lichtes, Aufenthalt des Lichtes, leuchtenden Palast, strahlendste Leuchte, ohne Schatten, unendlich reiner als die glänzende Sonne, Rosenzweig ohne Dornen, Lilie, unberührter Zweig, unberührte Blume, unschuldigste, heiligste, fleckenlose Taube, Tempel der Jungfräulichkeit, Gnadenhütte, Wohnung des heiligen Geistes, unverdorbenstes Gefäß, Purpurmantel von Gott selbst gewebt! —


Alle aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

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