Montag, 26. November 2012

Gebet zu Maria wider alle bösen Gedanken

vom ehrwürdigen Pater Zucchi 
Andenken an St. Maria Schutz
zu kaufen hier

O allerliebste Mutter, heilige Jungfrau Maria, sieh, ich, dein Pflegekind fliehe unter deinen Schutz und Schirm wider alle Sünden.  Ich schenke Dir meine Augen, meine Ohren, meine Zunge, meine Hände und mein Herz, auf dass du sie vor jeder Sünde bewahren wollest. 
Hilf mir, o Mutter, dass ich niemals Jesum, deinen Sohn beleidige. Wenn ich versucht werde, will ich allezeit zu dir seufzen und rufen: Heilige Jungfrau Maria, ich leide Versuchung, steh mir bei! Ich gehöre ganz Jesu und Maria an, denen ich mich auf ewig geschenkt habe.
Bete hierauf 3 Ave Maria und:
Durch deine heilige Jungfrauschaft und unbefleckte Empfängnis, o reinste Jungfrau Maria, reinige mein Herz, meinen Leib und meine Seele! Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

alles aus: Führer zur himmlischen Heimat, Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen, von einem Priester der Diözese Passau, Verlag Carl Aug. Seyfried, München, mit Imprimatur, 1914

Morgenopfer an das göttliche Herz Jesu

von der gottseligen Mutter Mechthild vom hl. Sakrament


Heiligstes Herz Jesu! ich opfere Dir auf meinen Willen, dass Du ihn stärkest; meinen Verstand, dass Du ihn erleuchtest; mein Gedächtnis, dass Du es einnehmest; meine Begierden und Neigungen, dass Du sie reinigest.
Ich opfere Dir auf meine Absichten, dass Du sie leitest, meine Mühen und Arbeiten, dass Du sie segnest und alle meine inneren und äußeren Übungen, dass Du sie heiligest. 
Dein göttliches Herz, o Jesu, soll alles besitzen, was ich bin und habe, Deine Liebe zu mir ist meine Hoffnung und mein Vertrauen. O erhöre mich und lass nicht zu, dass ich jemals von Dir getrennt werden. Amen.

aus: Führer zur himmlischen Heimat, Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen, von einem Priester der Diözese Passau, Verlag Carl Aug. Seyfried, München, mit Imprimatur, 1914

Sonntag, 25. November 2012

Unterirdische Kerker in Klöstern?

Von P. Max Kassiepe OMI 

Als wir in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts (Anmerkung: 1890) mit dem Bau unseres Studienhauses in H. beschäftigt waren, kann eines Tages eine Gesellschaft von großstädtischen Ausflüglern, um sich den Klosterbau anzusehen. 
Nachdem ihnen der die Aufsicht führende Bruder alle Einzelheiten gezeigt und erklärt hatte, fragten ihn die Herrschaften ganz ernsthaft, wo denn der unterirdische Kerker sei, in den die ungehorsamen Mönchen eingesperrt würden.

Der sonst sehr höfliche Bruder soll ihnen bei dieser Gelegenheit eine recht derbe Abfuhr erteilt haben: „Ich bin im Rheinland zu Hause. Dort bringt man die Verrückten nach Grafenberg. Ich weiß nicht, wo hier in der Gegend die nächste Irrenanstalt sich befindet. 
Wenn sie so verrückt sind, dass sie an unterirdische Kerker in unseren Klöstern glauben, dann lassen sie sich nur sofort ein Zeugnis ausstellen, dass sie dort aufgenommen werden können!“ 
Wieviele ähnliche Vorurteile spuken auch heute noch in den Köpfen vieler unserer Mitbürger!
Alles vom großen deutschen Volksmissionar Max Kassiepe OMI.
Auch 120 Jahre später werden noch solche „Verrückten“ ausgebildet, sogar über Planet Wissen im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk.


Samstag, 24. November 2012

Nur Essen und Trin­ken, Urlaub und Schla­fen ist gefährlich

"(...) Wer im Mate­ria­lis­mus auf­geht, für wen Essen und Trin­ken, Urlaub und Schla­fen die höchs­ten Werte sind, der ist in der Gefahr, Gott zu über­se­hen. Der Mate­ria­lis­mus in der prak­ti­schen Lebens­füh­rung ist geeig­net, den Men­schen dazu zu brin­gen, Gott zu leug­nen.(...)"

Das sagte Prof Georg May 1994 in der Predigt Die athe­is­ti­sche Bestrei­tung der Exis­tenz Got­tes.


Es gab glückliche Zeiten, da haben nicht nur Päpste vor dem gottlosen, sondern sogar deutsche Bischöfe vor dem "praktischen" Materialismus gewarnt. Ihren Hirtenbrief kann man nicht oft genug lesen, er ist leider nach wie vor aktuell und man sollte überprüfen, ob man nicht selbst mit dem "praktischen" Materialismus infiziert ist.
Auszug: 
"(...) Geliebte Diözesanen, begreift, wie ungeheuer die Gefahr ist, die uns alle bedroht: das Hinübergleiten in den praktischen Materialismus und den praktischen Atheismus vollzieht sich in der Regel im einzelnen Menschen in so kleinen Schritten, dass der Betreffende selbst es zunächst fast nicht bemerkt. 
Aber wenn dieses Abgleiten einmal begonnen hat, folgen die nächsten Schritte fast unausweichlich, bis schließlich Geld und Genuß als die neuen Götzen ganz an die Stelle des heiligen Gottes getreten sind. (...)"  Quelle

Worte des heiligen Johannes vom Kreuz

Hl. Johannes vom Kreuz
Wo eine Tugend ist, da sind auch die übrigen; wo aber eine fehlt, da fehlen alle übrigen. 

Reden zerstreut den Geist, Schweigen aber sammelt und kräftigt ihn.

Die Liebe zu Gott ist das Heil der Seele. Je größer sie ist, desto gesünder ist die Seele; und je geringer, desto schwächer und kränker ist sie.

Warum säumest du Gott zu lieben, da du diesen Augenblick ihn lieben kannst?

Eine Seele ohne Liebe ist hart, und ihre Eigenliebe macht sie immer härter.

Wollen wir Gott in allen Dingen, haben, so müssen wir in allen Dingen nichts haben wollen.

Argwöhne nicht gegen deinen Bruder, sonst verlierst du die Reinheit des Herzens.

Das Kreuz Christi und das Gebet, welche beide die Demut und Abtötung in sich fassen, sind die Waffen, mit denen der Diener Gottes die Welt, den Satan und das Fleisch überwindet.


alles aus: Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Mehr über den hl. Johannes vom Kreuz, Bekenner und Kirchenlehrer hier


Der dritte Nachfolger des Hl. Petrus mahnt

Hl. Papst Clemens I.

Apostolische Väter - Erster Brief des Klemens an die Korinther

30. Kap. Hütet euch vor der Sünde!

1. Da wir nun ein heiliger Teil sind, wollen wir alle Werke der Heiligung tun, fliehen die üblen Nachreden, Befleckungen und sündhafte Umarmungen, Trunkenheit, Neuerungssucht, verwerfliche Begierden, abscheuungswürdigen Ehebruch, verwerflichen Stolz. 2. „Denn Gott", sagt er, „widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen gibt er seine Gnade“ 1
3. Wir wollen es also mit denen halten, welchen von Gott die Gnade verliehen ist. 
Lasset uns anziehen die Eintracht, voll Demut und Enthaltsamkeit, von jeder Ohrenbläserei und Verleumdung uns ferne haltend, durch Werke gerechtfertigt und nicht durch Worte. 
4. Er sagt nämlich: „Wer viel redet, muss auch wieder viel hören; oder glaubt der Geschwätzige, er sei gerecht? 5. Glücklich der vom Weibe Geborene, der kurze Zeit lebt. Verlege dich nicht aufs viele Reden 2. 6. Unser Lob komme von Gott, nicht von uns selbst; denn die sich selbst loben, hasst Gott. 7. Das Zeugnis, dass wir recht handeln, soll von anderen gegeben werden, so wie es unseren gerechten Voreltern gegeben wurde. 8. Kühnheit, Keckheit, Vermessenheit ist bei denen, die Gott verflucht hat. Einfalt, Demut, Milde ist bei denen, die Gott gesegnet hat.

1: Sprichw. 3, 34; Jak. 4,6; 1 Petr 5,5.
2: Job 11,2.3.
Quelle

Das Fest des hl. Papstes und Märtyrers Clemens I. und dritten Nachfolgers des Hl. Petrus ist am 23. November. Er wird zu den Apostolischen Vätern gezählt. 
Sein ganzer sehr lesenswerter Brief an die Korinther ist hier zu finden.

Freitag, 23. November 2012

Leo der Große über die Armut im Geiste und die Demut

Sermo XCV. Homilie über die Seligkeiten der Bergpredigt.
Fortsetzung von hier

2.

Was Christus mit seiner Lehre beabsichtigt, das sagen uns seine heiligen Aussprüche, so dass alle, die zur ewigen Glückseligkeit gelangen wollen, die Stufen kennen, die sie zum höchsten Glücke emporführen: "Selig",so sprach er, "sind die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich!"1
Es könnte vielleicht zweifelhaft sein, von welchen Armen die Ewige Wahrheit spricht, wenn sie den Worten: "Selig sind die Armen!" nichts über die Art hinzufügte, die man darunter zu verstehen hat. 

Es könnte scheinen, dass, um den Himmel zu verdienen, die Not allein schon ausreicht, die viele unter dem Drucke schwerer und harter Verhältnisse zu ertragen haben. 
Da sie aber sagt: "Selig sind die Armen im Geiste!", so bringt sie damit ganz deutlich zum Ausdruck, dass jenen das Himmelreich zuteil werden soll, die mehr die Demut ihrer Gesinnung als der Mangel an Mitteln empfiehlt. 
Es kann aber nicht bestritten werden, dass die Tugend der Demut leichter von den Armen als von den Reichen erworben wird; denn bei jenen bringt es ihre Dürftigkeit mit sich, dass sie sich gerne unterordnen, während bei den Reichen Überhebung naheliegt. 

Trotzdem findet man auch bei sehr vielen Begüterten das Streben, ihren Überfluss nicht zur Befriedigung maßlosen Hochmutes, sondern zu Werken der Nächstenliebe zu verwenden und das als größten Gewinn zu betrachten, was sie zur Linderung fremden Elends aufgewendet haben. 
Jeder Klasse und jedem Stande ist die Möglichkeit geboten, sich diese Tugenden zu eigen zu machen, weil auch jene die gleiche Gesinnung haben können, die sich nicht des gleichen Wohlstandes erfreuen. Wo sich der Besitz an geistigen Gütern als derselbe erweist, da kommt es nicht darauf an, ob die Mittel hier auf Erden die nämlichen* sind oder nicht. 
Glückselig ist demnach jene Armut, die sich nicht von der Liebe zur Welt betören lässt, die nicht nach irdischem Gute verlangt, sondern sich reiche Schätze für den Himmel erwerben will.
1: Mt 5,3;Lk 6,20

Quelle
*altes Wort für: die gleichen

3.

Ein Beispiel solch hochherziger Armut gaben uns nächst dem Herrn zuerst die Apostel. Ausnahmslos verließen sie auf das Wort ihres göttlichen Meisters alles, was sie hatten. Sie entsagten dem Fischfange und wurden dafür begeisterte Menschenfischer1
Ihr Glaube spornte viele an, es ihnen gleich zu tun, da in jener frühen Zeit der Kirche "alle Gläubigen ein Herz und eine Seele waren". Alle verteilten ihre Habe und ihren Besitz und erwarben sich durch diese entsagende Armut wertvolle himmlische Güter. 

Den Worten der Apostel gemäß freuten sie sich, nichts Irdisches ihr eigen zu nennen, sondern in Christus ihren ganzen Reichtum zu sehen. Darum sagt auch der hochselige Apostel Petrus, als ihm bei seinem Gange zum Tempel ein Lahmer um ein Almosen ansprach: "Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber besitze, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und wandle!"2 

Was gibt es Edleres als solche Demut, was Reicheres als solche Armut? Der Apostel kann ihm zwar keine Geldunterstützung geben, wohl aber etwas, was seinem Leibe frommt. Der vom Mutterschoße an krüppelhaft war, den machte er durch sein Wort gesund. 
Er reichte ihm zwar kein Geldstück mit dem Bild des Kaisers, stellte aber dafür das Bild Christi in ihm wieder her. Der Reichtum dieser Schätze kam indes nicht nur dem zustatten, der gehend gemacht wurde, sondern auch den fünftausend Männern, die sich damals auf die Rede des Apostels hin infolge dieser wunderbaren Gesundung zum Herrn bekannten3
So spendete der arme Petrus, der nichts besaß, was er dem Bittenden hätte geben können, eine solche Fülle der göttlichen Gnade, daß er die Herzen so vieler Tausender heilte, wie er die Füße eines einzigen gesund gemacht hatte. Er machte also die zu rührigen Parteigängern Christi, die er infolge ihres jüdischen Unglaubens gelähmt fand.

1: vgl.Mt 4,19 ff

2: Apg 3,1.ff
3: Apg 4,4


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