Sonntag, 19. Oktober 2014

Papst Franziskus klassifiziert erneut die eifrigen Katholiken, aber nicht die Sünder

Fortsetzung von neulich: Sünder, z. B. Ehebrecher und Sünder mit einer der vier himmelschreienden Sünden, sollen nicht mehr klassifiziert werden, aber den "eifrigen Katholiken und Traditionalisten" wird gar "eine Versuchung der feindlichen Erstarrung" unterstellt. 

Schöne neue Papstwelt:

Papst Franziskus zum Ende der Synode

Die Versuchung der feindlichen Erstarrung: Das ist der Wunsch, sich im Geschriebenen einzuschließen und sich nicht von Gott überraschen lassen wollen, vom Gott der Überraschungen, dem Geist. Im Gesetz einschließen, in der Sicherheit dessen, was wir wissen und nicht dessen, was wir noch lernen und erreichen müssen. 
Das ist die Versuchung der Eifrigen, der Skrupulösen, der sogenannten "Traditionalisten" und auch der Intellektualisten.
Sich als Katholik "in der Sicherheit dessen", was wir, dank der Erblehre oder  Überlieferung, d. i. der apostolischen Tradition, sicher wissen, "einzuschließen", galt bis 1962 übrigens als eine Tugend. 
Aus diesem "Ghetto" sollten die Katholiken dann spätestens nach dem Konzil kollektiv herausgeholt werden. Bei den allermeisten Katholiken ist "der Aufbruch" auch gelungen. Sie sind von Glauben abgefallen oder halten mittlerweile alle Religionen für gleich wahr, obwohl diese sich krass widersprechen.

Wer nicht weiß, was er oben unter "was wir noch lernen und erreichen müssen", verstehen soll, kann bei den Progessiven nachfragen. Die können das alle erklären.
Unter "im Geschriebenen und im Gesetz einschließen" verstehen die Progressiven die Dogmatik und die überlieferte Moraltheologie, d. h. die bevor Bernhard Häring loslegen durfte.

Das Zitat oben aus einer "Arbeitsübersetzung" (was auch immer das sein soll, kann der Vatikan keine professionellen Übersetzer finden?) hält sich leider nicht ideal an den italienischen Orginaltext. Die Tendenz stimmt jedoch und dass die Leute "mit einer Versuchung zur feindlichen Erstarrung" heute "die Traditionalisten" sind, steht im Original sogar ausdrücklich.

Wer die "provisional translation", die "vorläufige Übersetzung" auf Englisch lesen möchte, die sich bei dem Zitat oben ziemlich gut an das Original hält, kann hier klicken.



Der "Kardinal-Burke-Effekt" oder: "Breaking News" bei "Church Militant" - mit Nachtrag

Mein Sohn fragt mich, warum ich gerade so gelacht habe.
Wegen dem Video unten, das ein englischer Blogger unter dem Titel postete: "Michael Voris bestätigt, dass Kardinal Burke bestätigt hat, was wir alle schon wissen."

Die Vorgeschichte ist, dass seit mindestens einem Jahr rechtgläubige Katholiken aus aller Welt versuchen, Michael Voris und sein recht bekanntes "Church Militant"-Team dazu zu bringen, endlich etwas gegen das offensichlich kirchenschädigende Verhalten des Papstes zu sagen. 
Alle haben derbe Abfuhren bekommen und noch Unschöneres. Man werde niemals etwas gegen den Papst sagen, nur die Bischöfe wären für die Kirchenkrise verantwortlich, der Papst werde missverstanden, hieß es immer wieder. 
Besonders gerne schoss man sich bei "Church Militant" auf den unglaublichen Kardinal Dolan ein, so dass schon international gewitzelt wurde, was Michael Voris nur machen würde, wenn Dolan der nächste Papst würde.

Nun, es hat "nur" Kardinal Burke gebraucht und seine mutigen (und überfälligen) Aussagen im Rahmen der Synode und schon merkt auch Michael Voris, was los ist und macht unten folgendes Video unter der Rubrik "Breaking News". 

Wer Kardinal Burkes letztes Interview noch nicht kennt, auf dieses (Bericht auf Deutsch hier) bezieht sich Michael Voris. Der Kardinal sagt darin u. a., dass der Papst der Kirche, besonders durch sein Schweigen auf der Synode, schweren Schaden zu gefügt hat und dass es so aussehe, als sei die Synode nur einberufen worden, um die Lehre der Kirche und ihre Anwendung in der Praxis zu schwächen.
Hier ist der Link zum vollständigen Original-Interview mit Kardinal Burke.


Das ist Michael Voris neuestes Video aus Rom, in dem er schon mit dem Zurückrudern beginnt:


Siehe auch:
Michael Voris sees the light? Not so fast


Nachtrag: Michael Voris hat obiges Video inzwischen gelöscht, ein bis dato bei ihm unbekannter Vorgang. 

Sein früherer guter Bekannter Louie Verrechio macht sich hier darüber seine Gedanken.

Unter den Kommentatoren zu Louie´s Post schließe ich mich "Lynda" an:
Lynda October 20, 2014 10:51 pm Yes, Michael Voris is doing great damage to souls by purporting to tell the truth, the whole truth and nothing but the truth about the widespread evil opposition to the Faith and morals by the leaders of the Church, whilst pretending that there is no problem with the continual attacks on Faith and morals by the Pope, who has power over all the cardinals and bishops, and is responsible for their increase in and obstinacy in opposition to the Faith and morality. It’s just mind boggling in its dishonesty.

Freitag, 17. Oktober 2014

Twittern mit Kardinal Napier über die Punkte 50 bis 52 des Synodenzwischenberichts

Kard. Napier ganz links im Bild
Rechts neben ihm Chef der "C8"
Es gibt immer was zu lachen im Vatikan
während
die UN ungestört
nach unseren Kindern greift
Kardinal Wilfrid Fox Napier aus Südafrika ist einer der von Papst Franziskus handverlesenen Kardinäle auf der Synode.

Was 
Alexis Bugnolo, ein sehr eifriger Franziskanerbruder mit "privaten Gelübden" erlebte, als er Kardinal Napier, einen Franziskaner mit öffentlichen Gelübden, per Twitter aufforderte, etwas gegen das Schönreden einer himmelschreienden Sünde in dem Vatikanpapier zu tun, ist sehr lesenswert, da man u. a. erfährt auf welcher Seite der Kardinal steht, falls man das bis dahin noch nicht wusste.

Bugnolo stellte eine ganz rechtgläubige Argumentation auf, die unter anderem beinhaltete, dass die katholische Kirche keine unbußfertigen Sünder willkommen heißen könne, Christus habe immer zu den Sündern gesagt, bekehrt euch, kehrt um, und die Kirche habe daher immer gesagt, alle sind willkommen, wenn sie sich bekehren wollen, wohingegen die Welt schon immer wollte, dass die Kirche in dieser Unterscheidung zum Schweigen gebracht wird und erklärt, die Sünde sei normal. 



Darauf antwortete der Kardinal u. a., Bugnolo solle keine politische Veranstaltung aus der Synode machen und lieber beten. 

(Anmerk.: Wer eine politische Veranstaltung, um nicht zu sagen eine UN-Veranstaltung (siehe zur Erklärung hier) aus der Bischofssynode macht, dürfte allerdings mittlerweile klar sein.)


Was der Kardinal noch Erstaunliches zurück twitterte, kann man in Alexis Bugnolos empfehlenswerten Blog hier lesen.

Bugnolo erklärt in seinem Post auch die Strategie des Kardinals, weil er solche Reaktionen schon öfter erlebt hat und ein durchgängiges Muster darin erkennt.


Dank Kardinal Kaspers Aussagen über Afrikaner denken die Anglo-Amerikaner, wir Deutschen wären immer noch Rassisten

Kardinal Kasper hat nach der Bischofssynode am Dienstag dieser Woche ein Interview gegeben, das weltweit hohe Wellen geschlagen hat. 
So hoch, dass der Journalisten- Nachwuchs von „Die Welt“ jetzt zur Rettung von Kardinal Kasper und seinen progessiven Freunden auf der Synode kommen musste unter dem irreführenden Titel und Untertitel
So trickreich läuft der Kampf der Kardinäle in Rom 
Untertitel:
Der deutsche Kardinal Walter Kasper ist einer der mächtigsten Teilnehmer der römischen Synode. Jetzt kursieren verkürzte Zitate, die Kaspers Reformpartei schwächen sollen. Das ist kein Einzelfall.

Was ist wirklich passiert?
Kardinal Kasper war offensichtlich abends nach der Synodensitzung in Plauderlaune und hat ein Interview gegeben, aber offensichtlich nicht darauf geachtet, wem er das Interview gibt. 

Vielleicht hat er „National Catholic Reporter“ verstanden als sich der Journalist Edward Pentin als von "National Catholic Register" kommend vorgestellt hat. Das erstere ist nämlich ultra-progressiv und ganz auf Kaspers Linie, das zweite „konservativ“. 
Nebenbei ist Edward Pentin kein Unbekannter unter Katholiken.

Kardinal Kasper hat in dem Interview etwas über Afrikaner gesagt, über das sich die Anglo-Amerikaner furchtbar aufgeregt haben und wodurch wir Deutschen wieder unter Rassismus-Generalverdacht gekommen sind (Ich verlinke jetzt nicht zu diesen katholischen Bloggern, die ansonsten ganz gut sind, es reicht, wenn ich mich über diese stark verallgemeinerten Deutschen-Attacken geärgert habe.)

Die „aufregende“ Stelle im Interview lautet so:

Kard. Kasper:
„Afrika ist völlig anders als der Westen. Ebenso Asien und muslimische Länder, besonders in Bezug auf Homosexuelle. Darüber kann man mit Afrikanern und mit Menschen aus muslimischen Ländern nicht sprechen. Es ist unmöglich. Es ist ein Tabu. Wir für uns sagen, wir sollten nicht diskriminieren, in bestimmter Hinsicht wollen wir nicht diskriminieren.“
Edward Pentin fragte daraufhin, ob bezüglich dieses Themas (Homosexualität) den afrikanischen Synodenvätern denn zugehört werde. 
„Nein“, stellte Kasper fest, der Mehrheit unter ihnen werde nicht zugehört. „Man hört ihnen nicht zu?“, fragte Pentin nochmals nach. Kasper entgegnete: „In Afrika“, wo die Homosexualität tabuisiert sei, werde ihnen „natürlich“ zugehört, doch „uns sollen sie nicht zu viel sagen, was wir zu tun haben“.

Aus ihren eigenen Publikationen weiß ich zufällig, dass Kardinal Kaspers Freunde im gleichen Geiste seit Jahrzehnten bemängeln, dass seit Jahrhunderten nur „Europa theologisiere“ und es an der Zeit sei, dass auch einmal andere Kontinente „theologisieren“ würden.

In Bezug auf Homosexualität gilt das offensichtlich nicht. Da soll der „nicht diskriminierende“ Westen weiterhin "theologisieren", was in diesem Fall Homosex schön reden heißt, und die anderen sollen den Mund halten oder zu Hause reden, so Kardinal Kasper und Co.

Über Papst Franziskus sagt er in dem Interview, dieser habe bisher zu allem in der Synode geschwiegen, doch es sei offensichtlich, was er wolle. 

Nachdem die Wellen über dieses Interview weltweit zu hoch geschlagen waren, dementierte Kard. Kasper gegenüber kath.net dass er dieses Interview jemals Zenit gegeben habe:
Wörtlich sagt er: "Ich bin schockiert. So habe ich nie über Afrikaner geredet und würde ich auch nie reden. 
Ich stelle fest: Von Zenit hat sich mir in diesen Tagen und Wochen nie jemand vorgestellt und mich nie jemand um ein Interview gebeten. Niemand von Zenit hat von mir ein Interview erhalten." 
Kasper kündigte auch an, dass er die Zenit-Agentur zur Rede stellen werde. 
Kardinal Kasper hatte das Interview auch nicht Zenit gegeben, sondern Edward Pentin, der eben auch für Zenit schreibt, wo er es auch veröffentlicht hatte.

Nachdem Kardinal Kasper solcherart dementiert hatte, lud Edward Pentin den Audio-Mitschnitt des Interviews hoch.

Nun behauptet Die Welt im oben verlinkten Artikel, der Mitschnitt entlaste Kardinal Kasper und zitiert "zum Beweis" eine Stelle, um die es bei der weltweiten Aufregung gar nicht geht und unterstellt zusätzlich dem "konservativen Lager“ mit "Halbwahrheiten und Tricksereien zu arbeiten". 

Ich würde sagen, hier gab es keinerlei Tricks, sondern Kardinal Kasper war zu redselig und zu siegessicher. 
Anhand der weiteren Fragen im Interview hätte er leicht merken können, wen er vor sich hat: keinen Progressiven nämlich und hätte die Veröffentlichung noch verbieten können, was er nicht getan hat. 

Nach Edward Pentin ist es absolut üblich solche Interviews zu veröffentlichen, weil davon ausgegangen wird, dass der Interviewte nichts dagegen hat.

Der Rest des Interviews enthält auch jede Menge Sprengstoff.

Eigentor für Kardinal Kasper. Da müssen sogar Weltleute seiner progressiven Mannschaft zu Hilfe kommen.

Nachtrag: Kardinal Kasper steht für einen Kommentar zum veröffentlichten Audio-Mitschnitt seines anstößigen Interviews, das er geleugnet hat, jemals gegeben zu haben, weil er "über Afrikaner niemals so reden würde" nicht zur Verfügung.


Hier die chronologische Berichterstattung von Rorate caeli zu dem Thema Kasper-Interview:
http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/10/kasper-xenophobic-synod-master-pope.html

http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/10/synod-fathers-under-intense-pressure.html

http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/10/yes-kasper-did-give-interview-with.html

Ein weiteres Kardinal-Kasper-Interview gibt es hier zu sehen.

"Ist nichts heilig?" Papst Franziskus vermietet Sixtinische Kapelle an Porsche

Die zügig vorangetriebene Profanisierung der katholischen Kirche durch Papst Franziskus und seine Freunde nimmt Fahrt auf.

Sogar die englische Boulevardzeitung Daily Mail, die ihre Leser meist mit LGBT-Themen und jeder Menge nackter Frauen an der Sidebar programmiert, fragt: "Ist nichts heilig?"
Ein Ableger einer anderen englischen Zeitung titelt heute: Porsche party in the Sistine Chapel.
Die Inder schreiben: Papst vermietet Sixtinische Kapelle für exklusive Porsche Party

Und eine deutschsprachige Zeitung (die meisten haben die Neuigkeit bis jetzt  - 11.57 Uhr - noch nicht mitbekommen) titelt: Papst macht Geld mit Porsche.

Erstmals in der Geschichte wird die Sixtinische Kapelle an eine private Firma vermietet: an Porsche. Deren Reiseclub veranstaltet für 40 ihrer Kunden eine exklusive fünftägige Romreise und in der Sixtinischen Kapelle wird es ein besonderes Konzert für sie geben. Nach dem Konzert gibt es ein Gala-Dinner in den vatikanischen Museen.
Jeder der Teilnehmer zahlt 5000 Euro für die gesamte Romreise. Der Mietpreis für die Sixtinische Kapelle wurde nicht bekannt gegeben.

Da der Reiseclub von Porsche aber kein Wohltätigkeitsverein ist, sondern unter dem Strich Geld verdienen will, kann jeder überlegen, welchen Teil der insgesamt eingenommenen 200.000 Euro Porsche wohl bereit war, an den Vatikan zu zahlen. Dieses Geld soll an von Papst Franziskus ausgesuchte katholische Wohltätigkeitsvereine fließen.

Wie ich aus dem Bericht des The Telegraph entnehme, soll dieses Ereignis kein Einzelfall bleiben.
Weitere Einzelheiten: hier 
hat tip: Call me Jorge

In dieser Zeit zu leben verursacht großes Leiden.

Nachtrag: Der für die Formalitäten zuständige Msgr. erklärt, dass dies keine Vermietung sei, denn das für die Benutzung der Sixtinischen Kapelle bezahlte Geld käme katholischen Wohltätigkeitsprojekten zugute. Diese nicht-Vermietung an Porsche sei das Debut der "Kunst für Wohltätigkeit"(Art for Charity)-Initiative des Vatikan.

Tut mir leid, aber diese Orwellsche Formulierung zeigt, dass es doch eine Vermietung ist, wie ja die internationale Presse ganz richtig erkannt hat. Wer Geld gibt, um einen Raum benutzen zu dürfen, mietet diesen. Wofür der Vermieter in der Folge das Geld benutzt, ist nebensächlich.

Nachtrag II. Hier berichtet auch die ultraprogessive "katholische" Publikation The Tablet darüber. 
Wie man sich denken kann, finden sie nichts Beklagenswertes an den päpstlichen Plänen, für ein "fee", ein Entgelt, die Sixtinische Kapelle Porsche für weltliche Vergnügungen einer elitären Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, obwohl sie den Sachverhalt so darstellen. 


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Kardinal Burke: "In dieser Zeit zu leben verursacht großes Leiden."

Aus seinem neuesten in Interview mit einer italienischen Zeitung, dankenswerterweise von "Katholisches.info" ganz übersetzt (fett und kursiv ist der Interviewer):

Was kann ein Hirte einem Katholiken sagen, der sich angesichts der Wendewinde verloren fühlt?
Die Gläubigen sollen nur Mut haben, weil der Herr Seine Kirche nie im Stich lassen wird. Denken wir daran, wie der Herr der stürmischen See Einhalt geboten hat und an Seine Worte an die Jünger: „Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?“ (Mt 8,26). Wenn diese Zeit der Verwirrung ihren Glauben zu gefährden scheint, müssen sie sich mit noch größerer Anstrengung um ein wirklich katholisches Leben bemühen. Mir ist aber bewußt, daß in dieser Zeit zu leben, großes Leiden verursacht.


und

Einige Prälaten, die die überlieferte Lehre vertreten, sagen, sollte der Papst Änderungen vornehmen, würden sie diese akzeptieren. Ist das nicht ein Widerspruch?
Ja, das ist ein Widerspruch, weil der Papst der Stellvertreter Christi auf Erden und damit der erste Diener der Glaubenswahrheit ist. Da ich die Lehre Christi kenne, kann ich nicht erkennen, wie man mit einer doktrinellen Erklärung oder einer pastoralen Praxis, die die Wahrheit ignoriert, diese Lehre zu ändern glaubt.

Trägt der vom Papst auf die Barmherzigkeit gelegte Akzent als der wichtigste, wenn nicht sogar einzige Leitgedanke der Kirche nicht auch zur Illusion bei, man könne eine von der Lehre losgelöste Pastoral praktizieren?
Es breitet sich die Idee aus, es könne eine barmherzige Kirche geben, die sich nicht um die Wahrheit kümmert. 
Die Idee beleidigt mich zutiefst, daß angeblich bis heute die Bischöfe und Priester nicht barmherzig gewesen seien. Ich bin in einer ländlichen Gegend der USA aufgewachsen und ich erinnere mich, als ich Kind war, daß es in unserer Pfarrei ein Paar von einer Farm nahe der unseren gab, das zur Messe in die Kirche kam, aber nie die Kommunion empfing. 
Als ich größer wurde, fragte ich meinen Vater nach dem Grund, und er erklärte mit großer Natürlichkeit, daß sie in einem ungeordneten Stand lebten und es akzeptierten, nicht die Kommunion empfangen zu können. Der Pfarrer war sehr freundlich mit ihnen, sehr barmherzig und setzte seine Barmherzigkeit dafür ein, daß das Paar wieder in ein mit dem katholischen Glauben übereinstimmendes Leben zurückkehrt. 
Ohne Wahrheit kann es keine wahre Barmherzigkeit geben. Meine Eltern haben mir beigebracht: wenn wir die Sünder lieben, müssen wir die Sünde hassen und alles tun, um die Sünder dem Bösen zu entreißen, in dem sie leben.
Gott sei Dank! Unbedingt alles lesen! 


Der heil. Augustinus und der heil. Petrus Canisius über Priester, die dem Sünder schmeicheln oder seine Sünde loben

Die Sünde loben, zur Sünde schweigen und die Sünde nicht strafen sind übrigens Unterklassen der Teilhabe an fremden Sünden (siehe auch unten). Man macht sich so nämlich an der Sünde eines anderen mitschuldig.

Das Gemüt eines Sünders belustigt sich über die Maßen, dasjenige zu tun, worin er nicht nur keinen Bestrafer zu fürchten, sondern überdies noch von einem falschen Schmeichler Lob zu erwarten hat. 

Augustin. in psalm. 9.

Jene Prediger der Kirche und jene Oberen, welche dem Volk böse schmeicheln, indem sie seine Ausgelassenheit öffentlich begünstigen, und ihr durch Schweigen Beifall geben, versündigen sich überaus schwer. 
Petr. Canis. summ. doct. Christ. de peccatis alienis

Aus: Patristisches Handbuch, Eine Sammlung vieler Stellen für die vorzüglichsten Glaubens- und Sittenlehrer der katholischen Erblehre aus den Schriften der heiligen Kirchenväter und kirchlicher Schriftsteller, P. Bernhard Thuille O.F.M. Cap, Verlag G.J. Manz, 1888




Die neun fremden Sünden
  1. Zur Sünde raten
  2. andere sündigen heißen
  3. in die Sünde anderer einwilligen
  4. andere zur Sünde reizen
  5. die Sünde anderer loben
  6. zur Sünde stillschweigen
  7. die Sünde nicht strafen
  8. zur Sünde helfen
  9. die Sünde anderer verteidigen.

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